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Was der Posaunenchor trotz Schnee mit immerhin noch 24 Mitwirkenden bot, war ein Beispiel hervorragender Spielkultur

Hochwinterliches Weihnachtskonzert

LÜGDE/ELBRINXEN. So winterlich romantisch die Elbrinxer Kirche am Sonntagnachmittag inmitten des Friedhofes lag und so weihnachtlich die dicken Schneehauben auf den Büschen und der 1000-jährigen Linde auch wirkten, so hatte dieser heftige Wintereinbruch doch seine Auswirkungen auf das Konzert der drei Posaunenchöre. Der 65 Jahre junge Elbrinxer Posaunenchor und seine Partnerposaunenchöre aus Detmold-West, der 45 Jahre Bestehen feiern konnte, und Berlebeck, der auch schon zehn Jahre Bläserexistenz nachweisen kann, traten nicht in voller Stärke an.

veröffentlicht am 11.12.2017 um 15:44 Uhr
aktualisiert am 11.12.2017 um 16:38 Uhr

Die drei Posaunenchöre unter der Leitung von Thomas Görg. Foto: ar
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Autor

Rudi Rudolph Reporter
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So waren aus Detmold nur zwei Aktive angereist, da ein zweiter Pkw auf der Fahrt einen Unfall erlitt, der jedoch glimpflich mit Blechschaden ausging. Wohl auch dem Wetter war es zu verdanken, dass Svenja Rissiek, die verschiedene von Markus Güldenring an der Orgel begleitete Lieder vortragen sollte, indisponiert war und das Programm adäquat umdisponiert werden musste.

Das Problem löste Thomas Görg als Leiter der drei Posaunenchöre auf charmante Weise, indem er die Rissiek-Partien mit witzigen und nachdenklich machenden Geschichten ausfüllte. Das Publikum in der gerade einmal zur Hälfte besetzten Kirche genoss es jedenfalls, und die Improvisation in dem fast schon familiären Rahmen hatte durchaus ihren Reiz.

Bis sich weiteres Publikum vom Kaffeetrinken aus dem Gemeindehaus einfand, überbrückte Thomas Görg die Situation mit dem gemeinsamen Lied „Nun singet und seid froh“. Und endlich konnte er verkünden: „Dann dürfen wir jetzt von vorne anfangen.“

Was der große Posaunenchor mit immerhin 24 Mitwirkenden dann bot, war ein Beispiel hervorragender Spielkultur mit großer Präzision, sauberer Intonation und echter Spielfreude, was den Zuhörern auch sichtlich gefiel und sie begeisterte.

Das „Concerto nach einem Thema von Antonio Vivaldi“ von Traugott Fünfgeld und das „Wie soll ich dich empfangen“ kamen sensibel und für die kleine Kirche nicht zu druckvoll herüber.

Vivaldi, gemeinsam gesungene Lieder mit teils schwierigen Zwischenspielen des Posaunenchors oder „Die Nacht ist vorgedrungen“ zeigten die große Bandbreite des Konzertes. Die eingestreute Geschichte über die von den Behörden und dem Sozialdienst äußerst humorlos behandelte Geburt eines Knaben in einem Stall, einer minderjährigen Mutter, die jedoch Jungfrau sei, dreier Ausländer, die wohl Drogen mit sich führten sowie Hirten und einem Joseph H., der sich als Vater ausgab, entzückten die Anwesenden ebenso wie eine zweite Geschichte.

Diese wiederum machte nachdenklich, und so entstand aus dem angekündigten Posaunenkonzert ein vielfältiger Nachmittag, der etwas berührend Inniges in sich trug und die Menschen bei Schneegestöber in eine Atmosphäre entließ, wie sie eigentlich weihnachtlicher nicht sein kann.

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