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So ist Sturm auf dem Köterberg

Hier zieht’s wie Hechtsuppe

Köterberg. Unwetterwarnung, ein Feuerwehreinsatz nach dem anderen, in den Wäldern knacken die Bäume verdächtig: Orkan „Niklas“ hielt gestern ganz Nordrhein-Westfalen auf Trab. Wo sich einige aber zumindest im Tal verstecken können, ist einer schutzlos ausgeliefert: Rudolf Brand. Sein Köterberghaus auf fast 500 Höhenmetern bekommt vom Sturm die volle Breitseite. „Aber zum Glück ist das Haus ja sicher, denn es ist gebaut wie eine Baude im Riesengebirge, achteckig und aus Holz“, sagt er. Bauden werden bestimmte Schutzhütten der Viehhirte genannt. Und Brands Baude machen die Windböen mit bis zu 130 Kilometer pro Stunde nichts aus. Beim Hühnerstall sieht es da schon anders aus. „Bei einem Sturm ist da das komplette Dach abgeflogen“, erzählt Brand. „Niklas“ hat am Montag nur die Fahne vom Dach geweht. Nicht das erste Mal, dass die nach einem Sturm im Wald liegt. „Die Antennen wackeln und alle Bänke liegen draußen mit den Füßen nach oben“, sagt Brand und lacht. Gestern seien sogar Sturmgucker auf den Köterberg gepilgert. „Es kam ein Mann mit seinen Enkeln zum Schauen.“ Die Mülltonnen musste Brand auch anbinden. Denn wenn einmal was herumgewirbelt wird, dann fliegt es schon ein Stück.

veröffentlicht am 01.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 20:41 Uhr

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Autor:

von Julia Rau
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„Einmal kam ein Herr, der zog draußen seine Jacke über, da wehte der Wind das Geld aus dem Portemonnaie, das in der Tasche steckte. Vier 50-Euro-Scheine flatterten davon. Da ist er aber gerannt. Drei hat er wieder fangen können.“ Brands liebste Sturmanekdote ist die von den Tauben. Die mussten sich bei einem Sturm auf dem Weg zum Taubenschlag am Köterberghaus gegen das Fliegen entscheiden. „Dann kamen sechs Tauben die Straße zum Haus gelaufen. Die haben bestimmt eine halbe Stunde gebraucht, um gegen den Wind anzukommen“, sagt der Wirt und lacht nach jedem Satz. „Man stelle sich das einmal vor, Tauben, die die Straße entlanglaufen.“ In den Schlag haben sie es so natürlich nicht geschafft, sondern sich nur untergestellt.

Brand und seine Frau sind immer darauf eingestellt, dass auch mal die Straße gesperrt werden muss. Dann sitzen sie auf dem Monte Bello fest. „Sturm ist nicht so schlimm, Gewitter schon eher“, so Brand, „dann krabbelt der Hund unters Sofa.“ Seit das Köterberghaus ein Kupferdach hat, schlagen die Blitze nur noch in den Turm ein, der allerdings einen Blitzableiter hat.

Rudolf Brand auf dem Köterberg. Den Hut muss er festhalten, sonst landet er im Wald, wie schon die Fahne vor ihm.pr



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