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Wenig Beachtung für den Aufenthalt der Märchenbrüder am Köterberg

Hat Lügde das Grimm-Jahr verschlafen?

Lügde. Am 20. Dezember endete das Grimm-Jahr zur Erinnerung an die erste Märchen-Publikation der Gebrüder vor 200 Jahren. Zahlreiche Orte an der 600 Kilometer langen Märchenstraße nutzten diese Gelegenheit, um verschiedene Veranstaltungen anzustoßen und so auch den Tourismus zu beflügeln. Dafür wurden selbst Grimms ortlose Geister eingebürgert. „Rotkäppchen“ geriet nach Schwalmstedt, „Brüderchen und Schwesterchen“ siedelten in Homberg/Efze, Immenhausen griff sich „Hans im Glück“. Und „Frau Holle“ durchwaltet das Bergmassiv des Hohen Meissner. In Hessisch-Lichtenau geht man durch das Tor zum Frau-Holle-Land.

veröffentlicht am 27.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 21:41 Uhr

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Jürgen Hinrichs referierte am Ende des besonderen Jubiläums über die Möglichkeiten, die auch Lügde gehabt hätte, und die Rolle des Köterbergs auf den Reisen der Brüder. Während in Bad Wildungen sogar ein Heimatforscher sieben kleine Spitzhacken ein- und wieder ausgrub, das Werkzeug der sieben Zwerge, um die Kurstadt als Schneewittchen-Ort herauszustellen, rappelte sich in Lügde laut Hinrichs niemand auf, um auch den Köterberg als relevantes Reiseziel mit Bezug auf die Grimms hervor zu kehren. Dabei waren die Gebrüder Grimm nachweislich dort. Nichts braucht konstruiert zu werden. Das dokumentiert ihr Briefwechsel, denn vom Besuch des Köterberges berichtet Wilhelm Grimm in einem Brief an August von Haxthausen. Vom Brakeler Bökendorf aus haben sie den Köterberg besucht. Mundartsprache am Köterberg habe die Grimms beschäftigt. Sie haben darüber publiziert. Die Gebrüder Grimm nennen in ihren Deutschen Sagen den Köterberg auch Götzenberg, weil dort die Götter der Heiden angebetet wurden.

Handschriftlich von Wilhelm Grimm und von Ludowine von Haxthausen liegt auch das Märchen „Die drei Vögelchen“ vor. Wilhelm Grimm schreibt, dass es sich auf dem Keutenberge ereignet habe. So lautet es auch im Märchen selbst. Es ist ins Dänische, Englische, Spanische, Französische, Italienische, Polnische, Portugiesische, Niederländische und Vietnamesische übersetzt worden. In all diesen Ländern erfahren Märchenleser vom Köterberg, so Hinrichs. Auch das Märchen „Die Springwurzel auf dem Köterberg bei Holzminden“ wurde von den Grimms entdeckt.

Hinrichs appellierte angesichts dieser Fülle an Möglichkeiten, die in Zusammenhang mit den Grimms in seinem Vortrag an die örtlichen Unternehmer und die Politik zu hören waren, sich diesen Schatz zunutze zu machen. Auch, wenn das Grimm-Jahr nun vorüber ist. Er schlug vor, das Thema in die Lippertage 2014 einzubauen und verwies auf das Zitat von Lügdes Bürgermeister Heinz Reker, nach dem Lügde nicht an der Marktkirche aufhöre, sondern bis zum Köterberg ginge.



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