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Lügdes neuer Stadtkämmerer setzt beim Lösen anstehender Probleme auf Gemeinsamkeit

Hans-Jürgen Wigge ist jetzt Herr der Zahlen

Lüdge. Zahlen sind sein Ding. „Der Umgang damit macht mir Spaß und fällt mir leicht. Wenn ich eine Zahlenreihe sehe, erkenne ich ziemlich schnell die Probleme, die sich daraus ergeben“, sagt Hans-Jürgen Wigge. Somit bringt der 40-Jährige, der seit 17 Jahren in der Finanzabteilung des Lügder Rathauses arbeitet und nebenher sieben Semester Verwaltungsbetriebswirtschaft studiert hat, gute Voraussetzungen für seinen neuen Job mit. Denn er hat Lügdes neuen Bürgermeister Heinz Reker in dessen bisherigem Amt beerbt: Der gebürtige Lügder und Wahl-Pyrmonter Wigge ist jetzt Stadtkämmerer von Lügde.

veröffentlicht am 16.12.2009 um 22:00 Uhr
aktualisiert am 29.05.2017 um 17:28 Uhr

Übernimmt in schweren Zeiten: Lügdes neuer Stadtkämmerer Hans-Jü
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Auf den neuen Herrn der Zahlen im Rathaus wartet keine leichte Aufgabe. „Ich habe noch nie eine solche Dramatik erlebt“, sagt er mit Blick auf die Probleme, vor denen die Kommunen durch die Wirtschaftskrise, aber auch die Überalterung der Gesellschaft stehen. Denn die Ausgaben steigen weiter an, während die Einnahmen sinken und es zum Sparen kaum noch Spielraum gibt. Wigge glaubt denn auch nicht, dass die Städte künftig ohne Veränderungen beim Finanzausgleich klarkommen können.

Schon in diesem Jahr hat die Stadt Lügde eine Million Euro weniger eingenommen als sie brauchte. Denn das Land schmolz seine Zuweisungen ab, und die Lügder Einwohner und Firmen konnten weniger Steuern zahlen. „Dieser Trend wird sich 2010 fortsetzen“, schätzt Wigge, der nun – gemeinsam mit der Politik – den Mangel bestmöglich verwalten will.

Mit konkreten Sparideen rückt er jetzt aber noch nicht heraus. „Ich will den Haushaltsberatungen nicht vorgreifen. Da müssen wir gemeinsam nach Lösungen suchen“, wiegelt er diplomatisch ab.

Dabei geht es Lügde noch relativ gut. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt hier mit 1200 Euro bisher nicht einmal halb so hoch wie im NRW-Durchschnitt mit 2800 Euro. Würde man den anderswo längst ausgegliederten Abwasserbereich auch in Lügde herausrechnen, „dann hätten wir fast 0“. Der neue Kämmerer findet: „Wir haben schon in den letzten Jahren recht gute Arbeit geleistet.“

Was den Menschen Hans-Jürgen Wigge – abgesehen von Zahlen – begeistert, sieht man in seinem Büro. Dort, wo sein Vorgänger und Schalke-Fan Reker einen Fantasy-Kunstdruck hängen hatte, ziert nun ein FC-Köln-Kalender die ansonsten noch kahle Wand hinterm Schreibtisch,, auf dem ein Zimmerbrunnen aus der Pyrmonter „Salzkothe“ leise plätschert.

Nach Feierabend wird’s dann umso bunter im Leben des Kämmerers: Wenn Wigge heimkommt, verlangen erst einmal die drei Kinder ihr Recht: Dann muss Papa eine Gutenacht-Geschichte lesen. Neben der Familie ist ihm, zur Entspannung, zudem sein Gemüsegarten wichtig. Und er geht ab und zu ins Fitnessstudio, „für den Rücken“.

Doch zurück ins Büro: Die Antwort auf die Frage, was er dort am liebsten macht, kommt sofort: „Geschäftsprozesse optimieren und gemeinsam mit den Kollegen nach vernünftigen Lösungen suchen.“ Denn gerade kleine Kommunen wie Lügde hätten ein großes Problem: „Es werden immer weniger Leute. Die haben aber mehr zu tun.“ Wer da Arbeitsschritte vereinfachen kann, ist ein gefragter Mann. „Der Kontrolleur“, betont Wigge, „möchte ich aber nicht sein.“ Das sei ihm schon vor Jahren bewusst geworden, als er sich kurzzeitig für einen Job beim Landesrechnungshof in Speyer interessierte. Mit Blick auf die Arbeit dort sagt er: „Das wäre dann doch nicht mein Ding gewesen.“ Er gehe Aufgaben lieber gemeinsam mit anderen an. Das dürften auch Sandra Lödige und Elke Binder schätzen, die ihn in der Kämmerei vertreten.

Und welcher Teil seiner Arbeit macht Wigge weniger Spaß? „Statistiken erstellen“, gibt er zu. „Da fehlt mir der produktive Hintergrund.“

Gespannt ist er indes auf die Herausforderungen, vor die sein neues Amt ihn stellt. Doch er gibt sich bescheiden. „Bei den strategischen Entscheidungen in puncto Haushalt bin ich noch ein Anfänger und auf die Hilfe von Herrn Reker angewiesen.“



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