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Plan von Bauunternehmer Stumpe begeistert Politiker

Großes Geschäftshaus für Brache an Lügdes Höxterstraße?

LÜGDE. Jetzt ist es raus: Am südlichen Ende des Alten Walls, dort wo bis zu ihrem Abriss im Frühjahr die Ruinen des einstigen Hotel-Restaurants „Zu den zwei Linden“ standen, will der Lügder Bauunternehmer Uwe Stumpe einen Gebäudekomplex mit 1000 Quadratmetern Grundfläche errichten.

veröffentlicht am 11.09.2018 um 22:42 Uhr

Sein Areal an der Höxterstraße will Bauunternehmer Uwe Stumpe großflächig bebauen. Im Lügder Bauausschuss waren die Pläne am Montagabend Thema. Die Politiker reagierten einhellig begeistert auf die Nutzungsideen. Wie der Gebäudekomplex aussehen könnt
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Das 13,5 Meter hohe Gebäude mit Erdgeschoss plus drei Etagen soll – von der Höxterstraße aus gesehen – etwa 50 Meter parallel zum Alten Wall verlaufen. Die in einem runden Gebäudeteil Richtung Geschichtstafel endende Front zur Höxterstraße könnte laut Plan knapp 22 Meter breit werden. Der hintere Teil kragt laut Plan ebenfalls nach Süden aus. Hier sind es knapp 33 Meter. Heraus kommt eine Art breites „U“.

Im vorderen Teil des Gebäudes möchte Stumpe ein Café, einen Pflegedienst, ein Beratungs- und Seminarzentrum für das Gesundheitsamt des Kreises Lippe sowie Arztpraxen ansiedeln. Im hinteren Hausteil plant er barrierefreie Apartments plus Tiefgarage.

Einen Bauantrag hat der Investor noch nicht gestellt. Die Politiker hatten jetzt erst einmal die Bauvoranfrage zu behandeln. Ihr hatte Stumpe aber für den optischen Eindruck schon einmal die Entwurfsgrafik seines Architekten Hartmut Herrmann (Hamburg) beigefügt. Sie wurde zwar in der öffentlichen Sitzung präsentiert. Dem Planer zufolge gestattete Stumpe die weitere Veröffentlichtung aber nicht.

Nach Einschätzung von Bauamtsleiter Gregor Günnewich fügt sich der große Gebäudekomplex in die Eigenart der näheren Umgebung ein. Gemeint sind damit nicht die Fachwerkhäuser der Kernstadt, sondern die zwei nächststehenden Wohngebäude schräg gegenüber auf der anderen Seite der Höxterstraße.

Laut Gregor Günnewich zählt das 2500 Quadratmeter große Grundstück dem Flächennutzungsplan nach noch zum Kerngebiet. Einen konkreten Bebauungsplan gebe es jedoch nicht. Von der Art der geplanten Nutzung entspreche der Gebäudekomplex jedoch „vollumfänglich der Gebietsstruktur“ in der Nachbarschaft. Zu dem ursprünglich wohl noch voluminöseren Entwurf meinte Günnewich, die Nutzungen zögen aus wirtschaftlichen Erwägungen „ein gewisses Bauvolumen nach sich mit einem Baukörper, der dementsprechend massiv wirkt“. Dass der Bau im Entwurf noch einen Meter höher sei als die Schornsteinkante des höheren Hauses gegenüber, falle wegen des zurückgesetzten dritten Stocks kaum auf.

Deshalb hatte Günnewich die für die Politiker entscheidenden Kriterien „Höhe und Ausdehnung“ (Kubatur), „Nutzung“ und „äußere Gestaltung“ im Geiste schon abgehakt. Und er betonte: „Wir haben damit aus Verwaltungssicht keine Probleme.“

Die sahen auch die Politiker nicht: Sie segneten die Bauvoranfrage einstimmig ab.

Torben Blome (SPD) nannte den Gebäudekomplex zwar „sehr groß“, würdigte aber: „Man hat versucht, den modernen Stil in die Stadt einzupassen.“ Die Nutzungsideen sah er als „ganz wichtiges Leuchtturmprojekt“.

Wie der Ausschussvorsitzende, sein Fraktionschef Thomas Blum (, der „selten so viele positive Statements“ gehört hatte und Uwe Stumpes „Engagement und Herzblut“ für das Projekt würdigte), befand auch Thorsten Klinge (CDU), Lügde könnte sich angesichts einer solchen Privatinvestition glücklich schätzen.

Hubert Thiele vom Seniorenbeirat bat, dass die Apartments, falls es Eigentumswohnungen würden, erschwinglich bleiben sollten. Sowohl er als auch Torben Blome sprachen sich dafür aus, das seit Jahren auf Eis liegende Projekt „Marienhöfe“ aber nicht zu den Akten zu legen.

Die von Manfred Kuczera (FWG) gestellte Stellplatzfrage ist offenbar noch nicht abschließend geklärt. Aber auch hier sieht Bauamtschef Günnewich mit Blick auf die nahen öffentlichen Parkplätze kein Problem.
Um zu sehen, wie der Gebäudekomplex aussehen soll, müssen Interessierte im Internet nachschauen. Auf der Homepage der Stadt hat die Verwaltung die Südansicht des Fassadenentwurfs der Tagesordnung der Bauausschusssitzung vom Montag beigefügt. Wer nicht extra im Netz suchen will: Der Komplex sieht dem bisher nicht umgesetzten Entwurf des von Bega-Möbel-Chef Dieter Hilpert an den Pyrmonter Altenauplatz gewünschten Gebäudes nicht ganz unähnlich.



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