weather-image
22°

So hebt Werner Koczwara auf die besondere Logik der juristischen Parallelwelt ab

Gerichtsurteile, zum Gackern komisch

Lügde. Eigentlich ist die Juristerei alles andere als lustig. Nicht für die Beteiligten, die damit zu tun haben und sich in einem Verhandlungszimmer treffen. Nicht für die, die dem oft etwas sperrigen Wortlaut einen Sinn abringen müssen, um danach zu handeln. Lang anhaltend und schallend lachen konnten indessen die Gäste im Lügder Klostersaal, die von Werner Koczwara auf die Skurrilität manchen Gesetzestextes hingewiesen wurden.

veröffentlicht am 09.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 22:21 Uhr

270_008_6778743_pn320_0912_yt_Koczwara_9627.jpg

Autor:

Carlhermann Schmitt
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Der Kabarettist zitierte aus dem Strafgesetzbuch: „Paragraf 80: Wer einen Angriffskrieg vorbereitet…, wird mit lebenslanger Freiheitsstrafe oder mit Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren bestraft.“ Er stellte klar, dass es Rechtssicherheit gebe darüber, dass zum Abfeuern einer Seenotrakete zuvor keine behördliche Genehmigung eingeholt werden müsse. Dass es nach 22 Uhr verboten sei, Rasen zu mähen, hielt er für eine sinnlose Vorschrift, da sich niemand mit Blinde-Kuh-Spiel im Garten in die Gefahr begeben wolle, sein Tulpenbeet zu rasieren, bedachte aber nicht die Findigkeit heimwerkender Autisten, die ihren Rasenmäher glatt mit Hochleistungsscheinwerfer ausrüsten würden.

Auf die besondere Logik der juristischen Parallelwelt wies Koczwara mit folgender Vorschrift hin: „Viereckig im Sinne des Wahlrechts ist jeder achteckige Kasten.“ Das führte schon zu deutlicher Atemnot bei den Gästen. Für die ganz großen Brüller sorgten allerdings die Urteile, die Koczwara vorlas. So unterteilte das Amtsgericht München das Hühnergegacker in zwei Kategorien: Zum einen das indifferent klingende Konversationsgegacker und das Legegegacker mit triumphaler Betonung auf dem ersten Gack. Dass nun ein Tierstimmenimitator das zweite Gackern in einer Werbung für eifreie Nudeln anstimmte, sei deshalb irreführende Werbung.

Koczwara ging auch auf die Entstehungsgeschichte ein: „Zuerst war das Gesetz.“ Also, dass von einem bestimmten Baum nicht zu essen sei. „Gott aber habe davon ausgehen müssen, dass Adam und Eva davon essen werden, sonst hätte es ja des Gesetzes gar nicht bedurft.“ Deshalb sei der Rausschmiss aus dem Paradies letztlich provoziert. Vermutlich, um die komplizierte Eigenbedarfsregelung zu umgehen.

„Der Rausschmiss war letztlich provoziert“, sagt Werner Kocz-wara mit Blick auf den paradiesischen Sündenfall. yt



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?