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Veolia macht zum Start einen überforderten Eindruck

Gelbe Säcke: Bei der Abfuhr hakt‘s noch mächtig

LÜGDE. Tagelang standen sie herum, die Gelben Säcke. Manche rissen auf, und ihr Inhalt wehte in die Gegend. Anwohner machten ihrem Ärger im Lügder Rathaus Luft. Aber auch bei der lippischen Gesellschaft für Abfallentsorgungund bei dem nun für die Abfuhr zuständigen „Veolia Umweltservice West“ liefen zig Beschwerden auf.

veröffentlicht am 09.01.2019 um 22:05 Uhr

Tagelang herumstehende Gelbe Säcke haben auch Lügder Einwohner genervt. Die Sprecherin des neuen Abfuhrunternehmens Veolia verspricht Besserung nach dem holprigen Start. Foto: dpa
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Letzteres räumte die unter anderem beim Dörentruper Tochterunternehmen des international tätigen französischen Aktiengesellschaft „Veolia Environnement S.A.“ für den Bereich Marketing & Kommunikation verantwortliche Sabine Siegel am Mittwoch auf Anfrage ein.

Betroffenen bittet sie um Geduld. „Wir haben zehn Fahrer und elf neue Autos“, erklärt Siegel. Alle Fahrer seien für die Bedienung der Fahrzeuge geschult worden. „Aber vor Ort fehlen ihnen noch die Detailkenntnisse.“

In dem Wissen, dass die Abhol-Touren anfangs länger dauern würden als dann, wenn sich erst alles eingespielt habe, habe man extra ein zusätzliches Auto aus dem Bestand eines anderen Veolia-Betriebes nach Lippe beordert. Doch das sei kaputtgegangen und nicht mehr einsatzbereit gewesen.

Die Folge: Die Fahrer schafften den neu erarbeiteten Tourenplan nicht in der vorgesehenen Zeit. „Wenn Straßen liegengeblieben sind, fangen sie am nächsten Tag mit der letzten Tour an, wenn schon die nächste dran ist.“ Das verursache den Verzug.

Hinzu kam: „An manchen Orten dachten sie, eine Straße hört auf. Dabei geht die noch weiter.“ Sie hätten dann einfach nicht gewusst, wohin. In der „Oelwiese“ in Lügde könnte das der Fall gewesen sein. Aber auch am Sonnenhof und in einigen Ortsteilen blieben Säcke liegen.

Hinzu kommt: Für noch Unkundige sind nicht alle Ablageorte auf Anhieb zu erkennen. „Dass der eine seine Säcke hinter die Grundstücksmauer stellt, während der nächste sie hinter die Mülltonne legt, wissen unsere Fahrer jetzt noch nicht.“

Aber Sabine Siegel ist sicher , dass die Probleme nicht an einem zu straff getakteten Zeitplan liegen. „Das ist immer so, wenn ein neues Gebiet dazukommt“, sagt sie. „In drei, vier Wochen wird sich das eingespielt haben. Dann wissen wir, wo der Bürger seine Säcke ablegt.“ Das gehe nur mit „Learning by doing“.

Pech hatten such die Lügder, die ihre vollen Säcke – wie bisher möglich – auf dem städtischen Sammelplatz an der schwarzen Brücke abgeben wollten. „Die Annahme wurde abgelehnt“, sagt ein Bürger – und fragt: „Wo sollen die Leute denn damit hin?“

Auch der Info-Service des Konzerns lief bis Mittwoch nicht rund. Auf seiner Internetseite stellte Veolia sich mit mit „maßgeschneiderten Konzepten“ als „idealer Service- und Effizienzpartner“ dar. Wer die Nummer der gebührenfreien Hotline 0800 / 0 78 56 00 wählt und auf Bitten der Automatenstimme die Lügder Vorwahlen nennt, hört es neunmal klingeln. Dann ist die Leitung tot. „Eigentlich müsste das laufen“, sagt Sabine Siegel und verspricht, sich zu kümmern. „Die Anrufe müssten auf eine Nummer in Dörentrup geroutet werden.“ Allerdings: Auch dort geht zu den Geschäftszeiten nicht immer jemand ans Telefon.

Die Hotline-Erfahrung machte auch Lügdes Ordnungsamtsleiter Manfred Engel, der das Unternehmen letztlich aber doch erreichte. „Ich habe sie gebeten, uns über Veränderungen zu informieren, damit wir das den Bürgern weitergeben können“, sagt er. Auf mehrmalige Nachfragen habe er aber immer nur zu hören bekommen: „Wir fahren die Säcke ab.“

Apropos: Wer noch Gelbe Säcke der bisherigen Abfuhrfirma Tönsmeier hat, kann sie aufbrauchen. „Die nehmen wir auch mit“, sagt die Veolia-Sprecherin. Ab März gebe es dann auch Verteilstellen, wo die Bürger gegen Vorlage der mit den ersten beiden Säcken gelieferten roten Karte Nachschub erhalten könnten.

Übrigens: Veolias bei einer Ausschreibung im Auftrag der inzwischen von Mitbewerber „Remondis“ gekauften „Duales System Holding GmbH & Co. KG“ (DSD) umfasst nur die Abfuhr. „Tönsmeier holt die Säcke bei uns ab und kümmert sich um das Sortieren und Verwerten“, erklärt Sabine Siegel. „Was wo landet, wissen wir nicht.“



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