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Wie Bauamtsleiter Jens Bossen Lügde und seine Ortsteile voranbringen möchte

Gegen das Kirchturmsdenken

Lügde. Es gibt noch eine ganze Menge in Lügde zu tun, damit die Lebensqualität erhalten bleibt, damit es auch weiterhin möglich ist, Arbeit in Lügde anzubieten und zu finden. „Lügde muss sich weiterentwickeln im Sinne einer ökonomischen, ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit“, findet Jens Bossen.

veröffentlicht am 27.04.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:36 Uhr

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Autor:

Carlhermann Schmitt
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Die Sicht des neuen Bauamtsleiters interessierte jetzt auch die Lügder Kolpingsfamilie. Deshalb lud sie ihn kurzerhand zum Patronatsfest in den Klostersaal ein. Dort legte er seine strategische Ausrichtung für die nächsten Jahre dar: „Die Idee dahinter ist, nicht auf Probleme mit einzelnen Maßnahmen zu reagieren, sondern sich bei allem immer am Großen und Ganzen zu orientieren.“

Der von ihm abgesteckte Pfad windet sich entlang des demografischen Wandels, des Bevölkerungsrückgangs, der defizitären Haushalte. Die Lage im Abseits sieht er abgemildert durch den S-Bahn-Anschluss. Wanderer aus der Umgebung, aber auch Touristen haben es damit nicht weit, wenn sie die Natur entdecken und genießen wollen. Neben den Potenzialen Natur und Tourismus sieht Bossen auf der Habenseite auch das bürgerliche Engagement.

Den grundsätzlichen Erwägungen ließ Jens Bossen konkrete Projekte und Maßnahmen folgen. So stellte er die Sanierung des Rathauses vor, die wegen Brandschutz, funktionaler Verbesserung und Barrierefreiheit dringend geboten gewesen sei.

Auch „Wohnumfeldverbesserungen“ sieht er als großes Thema. „Es ist wichtig, die Attraktivität der Altstadt als Wohnstandort weiter zu steigern“, findet er. Dabei denkt er zum Beispiel an die Schaffung von Spiel- und Begegnungsräumen. Ebenso hat Bossen Bänke, Spielgeräte und vielleicht auch den einen oder anderen Baum in der Altstadt im Sinn.

Zudem findet er, dass das Projekt „Marienhöfe“ weiterverfolgt werden müsse. „Ich bin auch gerade in Verhandlung mit einem Investor“, deutet er an. Kleine Ladenlokale, wie sie ursprünglich im Erdgeschoss des Neubaukomplexes in der Altstadt vorgesehen waren, hält Bossen zwar für obsolet. Die grundsätzliche Idee, Gewerbe mit Wohnraum zu mischen, erscheint ihm jedoch als ein richtiger Ansatz. Das Projekt sei in seiner Außenwirkung nicht zu unterschätzen, da es zeige: „Es tut sich was, und zwar auch im privaten Bereich.“

Imageverbesserung möchte Bossen auch dadurch erreichen, dass das Problem der Leerstände und verfallenden Immobilien aktiv angegangen werde und nannte als Ultima Ratio die Paragrafen 175 bis 179 des Baugesetzbuches, mit denen die Kommune städtebauliche Gebote aussprechen könne, um offensichtlichem Schrott entgegenzuwirken.

Zuletzt stellte er die Ideen für die Entwicklung eines Integrierten kommunalen Entwicklungskonzepts vor, zu dem neben Politik und Verwaltung auch die Bürger beitragen sollen (wir berichteten).

Und auch der aus dem Jahr 1978 stammende Flächennutzungsplan sollte seiner Überzeugung nach an die Zeichen der Zeit angepasst werden. Insbesondere den Wildwuchs von Windenergieanlagen gelte es, durch Ausweisung von Konzentrationszonen zu unterbinden.

„Lügde muss als Einheit betrachtet werden

Was Jens Bossen wichtig ist: Die Menschen in der Emmer-stadt und ihren Ortsteilen sollten Lügde als Einheit betrachten und das Kirchturmdenken überwinden. „Es gilt, übergeordnete Pläne und Konzepte zu entwickeln und darin auch einzelne kleinteilige Maßnahmen zielgerichtet zu verankern.“ Solche Projekte ließen sich natürlich nur umsetzen, wenn entsprechend Zuschüsse von außen flössen. Um Lügdes Chancen auf Fördermittel zu erhöhen, seien die entsprechenden Konzepte und eine aktive Akquise nötig.



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