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Unbekannte reißen Gitterroste aus Steg

Gefährlicher Scherz an der Kleinen Emmer

Lügde. Die Männer vom Bauhof sind sich generell nicht zu schade für Aufgaben, die andere Leute „Drecksarbeit“ nennen. Denn auch die gehört mitunter zu ihrem Job.

veröffentlicht am 21.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 22:16 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Gestern aber gewannen drei Mitarbeiter des städtischen Bauhofs einen Arbeitseinsatz dazu, den sie weder auf dem Plan noch nötig hatten: Udo Schmidt, Thomas Lödige und Marc Zachert mussten die Folgen einer Sachbeschädigung ausbügeln, die noch unbekannte Randalierer begangen hatten: Vier Kinder-Gartenbänke, ein Papierkorb sowie zwei hölzerne Sitz-Pilze aus dem benachbarten katholischen St.-Marien-Kindergarten schwammen im Wasserbecken am alten Pumpenhäuschen an der Kleinen Emmer. Die Täter hatten sie vom Kindergartengelände gestohlen, über die Stadtmauer bugsiert und in das Hochwasserbecken geworfen.

Ob und inwieweit die Möbel noch benutzt oder repariert werden können, ist offen. Sollte nach dem vermutlich tagelangen Einweichen im brackigen Becken-Wasser ein Neukauf nötig sein, würde der sicher an die 1000 Euro kosten.

Doch damit nicht genug: Viel gefährlicher noch als das Möbel-Wässern war, dass die Täter außerdem zehn meterlange Gitterroste aus den Gängen der Hochwasserschutzanlage rissen. Diese Böden landeten ebenfalls im Wasser.

Der zerstörerische Kraftakt hätte schlimme Folgen haben können. Denn Udo Schmidt und Thomas Lödige, die an der Anlage regelmäßig nach dem Rechten sehen, machen ihre Kontrollgänge dort, insbesondere nach starken Regenfällen mit entsprechendem Wasseraufkommen, längst nicht nur bei Tageslicht. Sie wissen: Die Folgen eines Tritts ins Leere könnten verheerend sein. Denn der Bach fließt ein paar Meter unter dem Bauwerk, wenn er nicht gerade Hochwasser führt. Aber wer so tief fiele, hätte fast noch Glück. Denn auf dem Weg nach unten könnte ein Stürzender ebenso gut mit dem Kopf gegen ein eisernes Wasserrohr prallen. Deshalb meint Udo Schmidt es auch nicht besonders spaßig, als er sagt: „Wenn der Täter ermittelt wird, will ich ihm in die Augen sehen.“ Lügdes stellvertretender Bauhof-Chef würde demjenigen dann wohl auch gern sagen, was er von dessen potenziell lebensgefährlichem Streich hält. Denn er weiß, wie es sich anfühlt, im Dunkeln ins Leere zu treten, wenn ein Gitterboden fehlt.

Lügdes Polizei-Bezirksbeamter Reinhold Hartmann sah sich die Sache gleich vor Ort an und schob eine Anzeige gegen Unbekannt an. Da die Umgebung der Hochwasserschutzanlage dicht besiedelt ist, hofft er nun, dass Bewohner der umstehenden Häuser – von denen findet sich immerhin fast ein Dutzend an der Emmerstraße sowie der Mühlenstraße – die Polizei über verdächtige Beobachtungen informieren, die sie im Laufe der vergangenen acht Tage gemacht haben.

Eine erste Befragung in der direkten Nachbarschaft war jedoch erfolglos: „Keiner hat was gesehen oder gehört“, sagt der Beamte. Allerdings hat er in Erfahrung gebracht, dass sich in letzter Zeit mehrfach Heranwachsende auf dem Kindergarten-Grundstück aufgehalten haben sollen. Ob diese Treffen in einem Zusammenhang mit der zerstörerischen Aktion stehen, weiß er jedoch nicht.

Der Tatzeitraum lässt sich nicht genau eingrenzen. Der Verlust des Papierkorbs sei den Erzieherinnen im Kindergarten etwa vor rund einer Woche aufgefallen, hat Reinhold Hartmann recherchiert.

Hinweise nehmen der Lügder Bezirksbeamte (Telefon 05281 / 7233) oder seine Kollegen bei der Polizei Blomberg unter der Rufnummer 05235 / 96932 entgegen.

Vier Sitzbänke, zwei hölzerne Pilze und zehn Gitterroste holen Udo Schmidt (vorn), Thomas Lödige und Marc Zachert aus dem Wasserbecken der Hochwasserschutzanlage an der Kleinen Emmer. jl



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