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Lippes oberster Katastrophenschützer wartet auf neue Empfehlungen / Morgen Aktionstag der AKW-Gegner

Gedankenspiele für den schlimmsten Fall

Lügde/ Bad Pyrmont. „Ich will keine Beurteilung über Grohnde abgeben“, sagt Meinolf Haase. Wie alle Menschen, so hofft zwar auch der 48-Jährige, dass es nie zu einem Atomunfall im nahen Kernkraftwerk kommen möge. Aber es ist sein Job, den GAU und dessen Folgen gedanklich durchzuspielen. Das „Worst Case“-Szenario ist seine Basis, um im schlimmsten Fall die richtigen Entscheidungen zu treffen. Denn der Lügder ist als Lippes oberster Bevölkerungsschützer zuständig für das Katastrophenmanagement im kompletten Kreisgebiet. Und darüber hinaus. Denn das AKW Grohnde steht zwar in Niedersachsen. Lügde aber liegt nur etwa 15 Kilometer Luftlinie von der Anlage entfernt. Das gilt, wie übrigens auch Bad Pyrmonts Kernstadt, als „Außenzone“. Evakuierungen sind aus diesem ab zehn Kilometern AKW-Distanz beginnenden Areal bislang nicht vorgesehen. „Aber ich gehe fest davon aus, dass sich der Evakuierungsrahmen erweitern wird“, sagt Haase. Die noch offiziell gültigen Rahmenempfehlungen der Strahlenschutzkommission datieren von 2008, drei Jahre vor Fukushima. „Auch aufgrund der Erfahrungen aus Japan werden diese Empfehlungen gerade aktualisiert“, erklärte Haase jüngst vor Lügder Politikern im Ausschuss für Ordnung, Umwelt und Forsten. In diese ausstehende Aktualisierung werde auch ein neues Gutachten des Bundesamtes für Strahlenschutz einfließen. Lippes Bevölkerungsschützer warten somit zwar noch auf neue Vorgaben. Sie bereiten die zu verändernden Reaktionen auf einen Reaktorunfall aber schon einmal vor. „Ich habe natürlich alle Gutachten gelesen“, sagt Haase.

veröffentlicht am 08.03.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 17.01.2017 um 16:03 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite


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