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Löschgruppe Elbrinxen wartet seit Jahren auf neues Feuerwehrgerätehaus

Geballter Frust bei der Wehr

Elbrinxen. Der Raum war voll besetzt und verstärkte so den Eindruck von Enge, den man beim Durchschreiten der Fahrzeughalle des Feuerwehrgerätehauses gewann – schließlich mussten sich die Besucher zwischen Fahrzeug und Einsatzbekleidung hindurchzwängen. Im Versammlungsraum hing ebenso erleichterte Zufriedenheit der Feuerwehrmitglieder wie aufgestauter Frust über die lange, durch ständige Verzögerungen hinausgeschobene Entscheidungsphase über den Neubau. Da konnte auch Löschgruppenführer Ulrich Tintel nicht still sein und hielt im Namen seiner Löschgruppe Politik und Verwaltung den Spiegel vor. „Seit 2004 sind die ersten Schäden an dem 1988 errichteten Gebäude festgestellt und seitdem werden die inzwischen dramatisch zu bezeichnenden baulichen Mängel kontinuierlich protokolliert, ohne dass sich irgendetwas Erkennbares seitens der Politik und Verwaltung ergeben hat“, lautete seine Kritik. Nach dem neuen Brandschutz-, Hilfeleistungs- und Katastrophenschutzgesetz mache man sich in einer Fraktion Gedanken über eine Kinderfeuerwehr, statt zunächst die Einsatzfähigkeit und die Moral der Aktiven zu fördern, fügt er unter Beifall der Kameraden an. Es könne doch nicht sein, dass Entscheidungen in Ausschüssen, Fraktionen oder im Rat getroffen werden, ohne dass sich die Entscheider einmal bei den Betroffenen sachkundig gemacht hätten. „Die wissen gar nicht, was wir machen und welche Anforderungen an uns gestellt werden“, resümierte er und sprach die Einladung an Politiker aus, sie könnten der Feuerwehr beitreten, die vielen Lehrgänge absolvieren, regelmäßig an den Dienstabenden und Übungen teilnehmen und dann zusätzlich die Dorfgemeinschaft bei anderen Anlässen unterstützen. Nicht umsonst wären von den 32 aktiven Kameraden im Jahr 2015 über 4100 Stunden ehrenamtlich für die Gemeinschaft geleistet worden. Das sei eine Steigerung von rund 600 Stunden gegenüber dem Vorjahr. Wenn man also wünsche, dass weiterhin eine derartig motivierte Bereitschaft bei den Freiwilligen bestehen bleibe, dann sollte auch etwas für sie investiert werden. Dass nichts passiere, empfänden zahlreiche Kameraden wie einen Schlag ins Gesicht. Dem Wehrchef aus Lügde, Wolfgang Kornegger, blieb es überlassen, dann doch noch eine „frohe Botschaft“ zu verkünden. In den Haushalt der Stadt Lügde seien für 2016 bislang 100 000 Euro für den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses eingestellt und für weitere 300 000 Euro läge eine Verpflichtungsermächtigung vor. Inzwischen sei auch wohl entschieden, dass das neue Gebäude in der Nähe des alten Gerätehauses errichtet werden soll, allerdings wegen der Hochwassergefahr des Ilsenbaches höher gelegen. Insbesondere die Standortsuche, so musste die Elbrinxer Führungsgruppe eingestehen, habe zu Verzögerungen geführt. Gänzlich geglättet schienen die Wellen, als es erfolgreiche und langjährige Mitglieder zu ehren galt. So errangen Alexander Mische, Benedix Meier und Torben Witt das Ehrenabzeichen in Silber sowie Benedikt Büker das Abzeichen in Gold. Für 40 Jahre in der Feuerwehr erhielten Heinrich Mische und Günther Müller eine Ehrung. Für 60-jährige Mitgliedschaft wurden Heinrich Heidenreich und Karl Jakob geehrt.

veröffentlicht am 11.02.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:48 Uhr

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Autor:

Klaus Titze
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Die geehrten Mitglieder – von den Offiziellen in die Mitte genommen (v. li.): Heinrich Heidenreich, Karl Jakob, Günther Müller, Heinrich Mische und Benedikt Büker.

Foto: ti



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