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Wehe, wenn sie losgelassen: Beim großen Karneval im Lügder Klostersaal ging es zwei Tage lang richtig zu Sache

Gartenzwerge, Fabelwesen und Flower-Power-Mädels

Lügde (Hei). Wehe, wenn sie losgelassen, die Närrinnen aus der Osterräderstadt, samt einiger Schwestern aus dem benachbarten Pyrmont! An Weiberfastnacht hatten sie morgens das Rathaus gestürmt und die Krawattenträger entmachtet, nachmittags ging es im Klostersaal beim großen Karneval der katholischen Frauen (kfd) zur Sache.

veröffentlicht am 20.02.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 07:41 Uhr

,,Singing in the rain“: Mit bunten Schirmen und im Ostfrie
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Wie schon am Tag zuvor war der Saal brechend voll: Mehr als 200 Frauen hatten sich vom „Virus Karneval“ anstecken lassen und, zum Teil gruppenweise, fantasievoll kostümiert. Da sah man Gartenzwerge und eine Putzkolonne, Katzen und Elche, Fabelwesen mit großen Ohren und Flower-Power-Mädels. Besonders süß waren die lebenden Leckereien aus dem „Cafe Liuhidi“ mit Sahnehäubchen auf den Locken. Immer, wenn Musiker Hans Honscheid sein Ein-Mann-Orchester ertönen ließ, verließen die Jecken ihre Plätze und tummelten sich auf der restlos überfüllten Tanzfläche.

So hatten die Mitglieder der kfd-Theatergruppe ihre liebe Not, das Programm einigermaßen zeitgerecht unterzubringen. Als fleißige Handwerkerinnen verkleidet, klopften sie Bausünden und andere sanierungsbedürftige Zustände ab und nahmen den „meistfotografierten Schutthaufen“ in der Mittleren Straße, den Dauerbrenner Ortsumgehung und „den schönsten Bahnhof der Welt, den allerdings keiner haben will“, auf die Schippe.

Später trat die ganze Truppe dann noch einmal mit Ostfriesennerz und bunten Schirmen auf: Der Song „Singing in the rain“ hatte Cordula Tillmanns zu einer feucht-fröhlichen Choreographie inspiriert (Kostüme Andrea Schlüter-Macke). Mit dem Tanz „Lasse reden“ zeigten die Frauen, wie souverän man auf Lästermäuler und Klatschtanten reagiert. Alle Mitwirkenden kamen dann beim „Hit mix“ noch einmal auf die Bühne.

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Witzig: Ein Pfarrer als Postillon

Zwischendurch gab es einige Sketche. Dass eine Hexe, die 1000 Jahre auf dem Buckel hat, anders tickt als eine „nur“ 500-jährige, und dass die Herren der Schöpfung, die ein dringendes Bedürfnis an der Hecke der Nachbarin erledigen, mit den Folgen leben müssen („Schnippschnapp“), wurde ebenso lustig interpretiert wie die Sache mit Karlchen, den alle Welt gründlich missversteht.

Wenn beim Feuerwehrfest ein großer Umzug durchs Dorf zieht und der Hahn auf die Henne steigt, muss es ja nicht gleich das bedeuten, was alle Erwachsenen offenbar denken. Schließlich, so Karlchen, wollte der Hahn doch nur den Umzug besser sehen können.

So jagte ein Gag den nächsten, auch die „Klageweiber“ und der Bauer, der eine Frau sucht, kamen zum Zuge. Wie immer dabei Pastor Peter Hellersberg, dieses Mal als Operntenor aus dem ,,Postillon von Lonjumeau“ von Adolphe Adam. Der Sketch „Rotkäppchen“ war zum Schluss noch ein Höhepunkt. Mit Blumen und Orden verabschiedet wurde Marianne Klassen, die 38 Jahre im Lügder Karneval aktiv war.

Ohne Kostüm ging gar nix im Klostersaal: Ausgelassene Jecken im Publikum stürmten die Tanzfläche.



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