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„Charity Cup“ am Ramberg für muslimischen Hilfsverein „Tuisa“

Fußball an Weihnachten

Lügde. „Schule der Hoffnung“ nennt der muslimische Hilfsverein „Tuisa“ mit Sitz ins Gelsenkirchen ein Schul- und Waisenhausprojekt in Somalia, das dem Verein zufolge aus Spenden finanziert werden soll.

veröffentlicht am 28.12.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:48 Uhr

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„Und mit unserem ,Charity Cup’ wollen wir auch etwas dazu beitragen, 60 Waisenkindern ein Heim zu schenken“, sagte Samir Mohamad, der am ersten Weihnachtsfeiertag wieder zwölf Fußball-Teams in der Lügder Ramberghalle versammelte, um zum einen um den Cup zu spielen, zum anderen Geld für die Spende zu sammeln. „Neben den Startgeldern haben wir auch Kaffee- und Kuchen angeboten.“

Im gesamten Freundes- und Bekanntenkreis mussten die Backöfen geglüht haben – so umfangreich war das Sortiment, an dem keiner vorbeikam. „Außerdem haben wir wieder umfangreiche Spenden aus der heimischen Wirtschaft erhalten, die wir versteigert haben.“ 1000 Euro sind dabei zusammengekommen, die Samir Mohamad dem „Tuisa“-Verein überreichen will.

„Das hat uns natürlich sehr gefreut“, sagte der Organisator strahlend, und fügte hinzu, dass auch der Nachmittag richtig Spaß gemacht habe. „Es sind unter anderem Mannschaften aus Bad Pyrmont, Hannover, Bad Meinberg und Detmold angetreten.“ Mit dabei war auch ein reines Flüchtlings-Team aus Lügde. Zwar ist noch nicht allen der jungen Männer das Fußball-Regelwerk vertraut, und für ausführliche Erklärungen fehlt während des Spiels naturgemäß die Zeit. Aber Spaß hatten die Kicker trotzdem.

„Auch andere Flüchtlinge aus der Gegend hätten gerne mitgespielt“, sagte Mohamad. Er bedauerte jedoch, dass er keinen Fahrdienst habe auf die Beine stellen können, um die Leute zum Ramberg abzuholen.

Dass letztlich dann die Lagenser Kickers die Titelverteidiger „Helal Boys“ aus Bad Pyrmont im Finale 3:2 besiegten, ist dann nur noch eine Randnotiz, auch wenn sie sich so sehr ins Zeug legten, dass die Schiedsrichter etwas bremsen mussten.

Laut „Tuisa“ soll mit den vor allem in Deutschnland zu sammelnden Spenden eine Grund- und Mittelstufenschule im neuen Stadtteil Kahda im Umfeld von Mogadischu in Somalia gebaut werden. „In dieser Siedlung leben Menschen, die ihren Heimatort verlassen mussten, weil ihr Vieh gestorben ist und die Brunnen ausgetrocknet sind“, erklärt der Verein. Hauptziel des Projektes sei es, den Kindern die Möglichkeit zu geben, über ihre Erlebnisse mit Krieg, Hunger und Armut hinwegzukommen“. Dabei spielten Bildungschancen, neue, schönere Erfahrungen und die Aussicht auf eine sichere Zukunft eine entscheidende Rolle. Mit den von den Schülern zu zahlenden geringen Schulgebühren könnten die Lehrer bezahlt und der Schulbetrieb fortgeführt werden. Geplant sei ein Gebäude mit 15 eingerichteten Klassen und Toiletten.

In Somalia besuchen nur etwa 13 Prozent der Jungen und 7 Prozent der Mädchen eine Schule. Unterricht findet vor allem in Koranschulen und privaten Einrichtungen statt.

Übrigens: Die somalische Regierung hat laut „MogadischuTimes“ gerade öffentliche Weihnachtsfeiern verboten. Sie hätten nichts mit dem Islam zu tun und könnten muslimischen Glauben im Land gefährden, hieß es aus dem Justiz- und Religionsministerium. In Somalia gilt sei 2009 die Scharia. yt/jl



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