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Kiosk-Pächter hat früher schon hier gekellnert – und will keine Gefrierschränke mehr schleppen

Für Jessy van Gom ist Lügde kein Neuland

Lügde (jl). „Gleich beim ersten Besuch war ich Feuer und Flamme“, sagt Jessy van Gom über den Lügder Emmerauenpark. „Der ist wirklich schön“. Knapp zwei Wochen ist es jetzt her, dass der Niederländer den Kiosk im Container am Park-Rand eröffnet hat. Den Zuschlag bekam er, weil sein Konzept die Lügder Stadtverwaltung überzeugte. „Ankerplatz soll er heißen, aber das Schild fehlt noch“, sagt van Gom. „Die Idee hatte Bauamtsleiter Günter Loges. Und meine Frau fand das besser als ,Krähennest’“, scherzt der Pächter über seine eigene – zugegeben – abwegige Idee.

veröffentlicht am 31.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 01:21 Uhr

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Während der beiden Eröffnungstage am Wochenende brummte der Laden natürlich gewaltig. „Am Sonntag ging uns zwischenzeitlich sogar der Kaffee aus“, sagt der 45-Jährige. Er selbst half zwar auch mit, war allerdings ziemlich lädiert. „Beim Aufbau der Cocktailbar am Strand hatte ich mir mit dem Cutter tief in die Hand geschnitten“, erzählt er über das schmerzhafte Malheur, das ihn noch kurz vor der Parkeröffnung kurzfristig ins Krankenhaus zwang.

Und dann war da noch die Sache mit dem Gefrierschrank. „Dass ich den am Freitag geschleppt habe, tat meinem Rücken gar nicht gut“, musste van Gom feststellen. Erst eine Spritze sorgte dafür, dass er am Samstag überhaupt zu gebrauchen war.

Trotz des durchwachsenen Wetters, glaubt er, dass die Park-Eröffnung auch seinen Kiosk im Bewusstsein potenzieller Gäste verankert hat. „Es gab viele positive Reaktionen“, sagt van Gom. „Auch von Leuten, die mich noch von früher kennen.“ Lügde ist nämlich keineswegs Neuland für den Niederländer, der seine ersten acht Lebensjahre im südamerikanischen Suriname verbrachte. „Von 1992 bis ‘94 habe ich schon einmal hier gewohnt und im ,Jägerkrug‘ gejobbt“, erzählt van Gom, der bis zum Truppenabzug Anfang der 1990er Jahre bei der NATO in Blomberg gearbeitet hatte und dann hier hängenblieb.

Für zwei Jahre nahm der in den Niederlanden ausgebildete Ökonom dann noch einmal Abschied von Deutschland. In Amsterdam gelang der Neuanfang – mit einem sehr sicheren Job. „Ich war Parking Manager bei der Stadtverwaltung“, erzählt van Gom lachend, wenn er daran zurückdenkt, wie er die raren Auto-Stellplätze für Anlieger in den Grachten der Stadt zu verwalten hatte. „Die Warteliste war lang. Denn wer die Parkuhr vor seiner Haustür mit 4,50 Gulden pro Stunde füttern muss, will nichts lieber als eine Parkberechtigung.“ Doch letztlich kehrte er dem Job den Rücken, weil seine Frau Jennifer Sehnsucht nach Bad Pyrmont bekam.

Dort betreibt das Paar seit fünf Jahren eine Chocolaterie; Anfang des Jahres kam ein Café dazu – und nun der Kiosk in Lügde. „Als ich dann am Freitag mit Rückenschmerzen zu Hause lag und nichts mehr ging, habe ich mich gefragt, ob ich mir nicht zu viel aufgehalst habe“, gesteht der Vater von vier Kindern ein – schiebt aber gleich hinterher: „Ich bin doch dynamisch, das wird schon. Dann muss ich eben noch mehr vorausdenken und organisieren.“

Wenn das Wetter es zulässt will Jessy van Gom den Kiosk zum 3. Oktober offenhalten und dann Ostern 2012 wieder öffnen – unter der Woche von 15 bis 19 Uhr, und an den Wochenenden von 10 bis 20 oder 22 Uhr. Die Ausnahme: richtig mieses Wetter. „Es ist nicht schön herumzustehen, ohne dass auch nur einer kommt und eine Tasse Kaffee will“, sagt van Gom. Am Montag war so ein Tag, an dem seine Mitarbeiterinnen zu Hause blieben. Der Chef jedenfalls glaubt nicht, „dass uns jemand vermisst hat“.

Jessy van Gom hinter der Theke des Emmerauenpark-Kiosks. Wenn das Wetter mitspielt, will er ihn bis zum 3. Oktober offenhalten.

Foto: jl



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