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Nicht unendlich, aber ziemlich lang und wechselvoll: die Geschichte der Lügder Ortsumgehung

Für die Trasse gab es schonmal 17 Alternativen

Lügde (jl). Nach der Tunnel-Freigabeparty am kommenden Wochenende beginnt ein ganz neues Kapitel in der Lügder Verkehrsgeschichte. Zugleich wird ein Stück Baugeschichte abgeschlossen, von dem so mancher glaubte, es würde niemals enden. Denn die zuvor schon lang gehegten Pläne waren bereits einmal 1980 – also vor mittlerweile 30 Jahren – recht konkret.

veröffentlicht am 05.10.2010 um 22:33 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 08:41 Uhr

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Und so fürchteten andere denn auch zwischenzeitlich, der Bau würde nie beginnen. Denn das Thema Ortsumgehung hat die Menschen in der Stadt, aber auch in mehreren Düsseldorfer Landesregierungen über Jahrzehnte hinweg umgetrieben. Immer wieder gerieten Befürworter und Skeptiker aneinander.

Bereits 1970 berücksichtigte ein Flächennutzungsplan die Ortsumgehung. Allerdings nicht auf der heutigen Strecke. „Ursprünglich sollte das eine Y-Trasse sein“, erinnert sich Bauamtsleiter Günter Loges. „Ein Arm sollte zum Bahnhof führen, der andere nach Holzhausen.“ Eine Alternative sah die Umgehung entlang der Bahnstrecke vor.

Irgendwann tauchten dann zwei von Land in die Spur geschickte Planer ganz tief in die Materie ein, um nur ja keine Möglichkeit außer Acht zu lassen. So brachte man es schließlich auf 17 Alternativtrassen, über die Lügdes Politiker immer wieder zu beraten hatten.

Die kurioseste Variante dürfte wohl der Plan für eine unterirdische Kreuzung unter dem Rewe-Supermarkt an der Kreuzstraße gewesen sein. An die kann sich auch Dieter Will noch erinnern, der von 1976 an 20 Jahre lang Stadtdirektor war. „Auf unsere Frage, ob es denn schon anderswo eine solche Kreuzung gäbe, die wir besichtigen könnten, erklärten die Planer damals, in Freiburg werde auch gerade so etwas geplant“, erzählt Will mit leisem Schmunzeln.

Während einer der unzähligen Beratungen verlor der damalige Bauausschussvorsitzende Eduard Stumpe fast die Zuversicht: „Da werde ich wohl zu meinen Lebzeiten nicht mehr langfahren“, entfuhr es ihm. Heute ist klar: Er sollte unrecht behalten.

1987, also sechs Jahre nach der Genehmigung der seinerzeit ebenerdig geplanten Trasse, warf der damalige Verkehrsminister Dr. Christoph Zöpel noch einmal alle Pläne über den Haufen. Nach einem Besuch in Lügde samt Blick auf die mittelalterliche Stadt stand für ihn fest: Ein Tunnel muss her.

Und so ließen diverse Experten erneut jede Menge Gehirnschmalz, um die neue Planung voranzutreiben.

„Das waren hektische Zeiten“, erinnert sich Günter Loges, der in der Entlastung der Mittleren Straße „einen großen Schritt für die Stadt“ sieht. Nicht zuletzt mit Blick auf die Skeptiker, die fürchten, dass mit dem Durchgangsverkehr noch mehr Leben aus der Stadt verschwindet, sagt er: „Wenn es weitergehen würde wie bisher, dann wäre gar keine Entwicklung möglich.“ Nun biete der Rückbau der Mittleren Straße die Chance, dass die Menschen ihre Stadt zurückeroberten. Loges: „Natürlich müssen wir uns anstrengen. Aber für mich gibt es dazu keine Alternative.“

Erst einmal ist er nun aber gespannt, „was nächste Woche passiert“. Das heißt: wie‘s ab Montag mit der Ortsumgehung funktioniert.

Am nördlichen Beginn der Umgehungsstraße, gleich hinterm Kreisel an der Siemensstraße, stehen die Verkehrsschilder schon. Hier beginnen am Samstag um 15 Uhr die Einweihungsfeierlichkeiten. Foto: jl



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