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Regionaler Aspekt fördert das Vertrauen der Kunden

Für die Schlachter ist ihr Fleisch eine sichere Sache

Lügde (bj/jl). „Der Verbraucher muss wieder Vertrauen bekommen, er darf sich nicht irremachen lassen“, sagt Hartmut Lehrke. Damit fasst der Geschäftsführer des Qualitäts-Schweineerzeuger-Rings Coppenbrügge (QRC) das Anliegen der in diesem Verbund engagierten Berater, Landwirte und Schlachter zusammen.

veröffentlicht am 20.01.2011 um 19:44 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 05:41 Uhr

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Das mit Dioxin-haltigem Industriefett gepanschte Futter, das vielen Bauern verkauft wurde, und den daraus resultierenden allgemeinen Absatzeinbruch hat Lehrke zum Anlass Anlass genommen, um sich mit dem Lügder Schlachter Josef Hecker, dem Ferkelerzeuger André Frede aus Eichenborn und dem Schweinemäster Hans-Henning Becker aus Vahlbruch zu treffen, um über ihre Wirtschaftsweise aufzuklären. Ebenso wie QRC-Berater Ulf Klaehn und Rainer Sander, stellvertretender Geschäftsführer beim Landvolk Weserbergland, wehren sich die Bauern und der Schlachter dagegen, „mit denen in einen Topf geworfen zu werden, die Unrecht getan haben“. Sie nwollen den Menschen in der Region verdeutlichen, dass auch in der konventionellen Landwirtschaft gute Lebensmittelqualität produziert wird. „Wir arbeiten sauber, unterwerfen uns freiwillig Qualitätskontrollen und achten auf kurze Wege“, betont Hans-Henning Becker.

Der Schweinemäster legt – ebenso wie Ferkelerzeuger Frede und Schlachter Hecker – nach eigenem Bekunden großen Wert auf den regionalen Aspekt bei Produktion und Vermarktung. Die Ferkel aus Eichenborn werden in Vahlbruch gemästet und in Lügde verarbeitet.

Die Landwirte füttern ihre Tiere mit selbst erzeugtem Getreide. Ein wenig Mineralfutter kaufen sie zwar zu, lassen es aber regelmäßig vom QRC prüfen. „Als Mäster weiß Hans-Henning Becker, wie er die Ferkel füttern muss, weil er deren Erzeuger kennt. Der Schlachter kennt den Stall, in dem die Tiere gemästet werden. Das sichert dem Verbraucher gleichbleibende Qualität“, betont Ulf Klaehn. Er sieht die Ziele des QRC bestätigt, der feste Beziehungen zwischen Ferkelerzeugern und Mästern anstrebt – zum Nutzen der Landwirte und der Verbraucher.

Offenbar stärkt gerade die regionale Komponente das Vertrauen der Endkunden. „Wir haben in den letzten 14 Tagen viele fremde Gesichter im Laden gesehen“, sagt Schlachter Hecker, der zu seinen Stammkunden auch schon vor dem aktuellen Dioxinskandal welche aus den Räumen Hannover, Braunschweig und Holzminden zählte.

Umsatzeinbußen haben die Dioxin-Horrormeldungen auch den anderen selbstständigen Schlachtern der Großgemeinde nicht beschert. „Unser Geflügelumsatz ist sogar leicht gestiegen“, sagt Stefan Zünkler, Juniorchef der gleichnamigen Fleischerei, die ihr Geschäft ebenfalls in der Kernstadt betreibt. „Unsere Stammkunden haben uns schon vorher vertraut“, ist er sicher und betont: „Deshalb können sie davon ausgehen, dass wir damit nichts zu tun haben.“ Somit hätten die Mitarbeiterinnen im Laden auch keine ängstlichen Fragen beantworten müssen.

Als der Skandal aufkam, haben die Zünklers dennoch schnell reagiert: Auf ihrer Internetseite und in einer PN-Anzeige haben sie versichert, dass ihre Schweinefleisch-, Geflügel- und Eierlieferanten schriftlich erklärt und belegt haben, dass sie kein belastetes Futter oder mit solchem gefütterte Tiere eingesetzt haben. „Diese Nachweise konnten wir schnell einholen“, sagt Zünkler. „Denn wir haben ja nur drei Lieferanten. Die kennen wir, wissen, dass sie gut sind und können ihnen vertrauen.“

Ähnlich sieht das auch Heidrun Kaste von der Schlachterei Günnewich in Sabbenhausen mit Filialen in Rischenau, Holzminden und Stahle. „Ich habe ein bisschen das Gefühl, dass uns dieser Skandal eigentlich gar nichts angeht“, sagt sie. Denn ihr Betrieb beziehe seine Schweine einzig von einem Bauern aus Glashütte. „Und der gibt sich die allergrößte Mühe“, betont sie und ergänzt: „Wir kaufen auch nichts zu. Wenn ich kein Kotelett mehr habe, dann habe ich eben keins mehr.“

Mit Blick auf die Dumpingpreise manchen Discounters teilt Heidrun Kaste indes die Ansicht manchen Verbraucherschützers: „Bei Gehacktem für 99 Cent kann man sich schon mal fragen, was da drin ist.“ Sie hingegen wird – wie die Kollegen in der Kernstadt – nun keineswegs mit Fragen bestürmt: „Ein Kunde hat sich neulich mal erkundigt, woher wir unser Fleisch beziehen“, erzählt sie. „Aber das war ein Auswärtiger.“ Die Stammkunden wüssten das ohnehin. Und so mancher von denen kaufe nach der Devise „Lieber ein Stück Fleisch weniger, und dafür was Vernünftiges“. Fürs Geflügel scheint das derzeit indes nicht zu gelten. „Letzte Woche sind wir hinten und vorne nicht ausgekommen“, erinnert sich Heidrun Kaste, die sich von ihrem Geflügellieferanten übrigens auch die Unbedenklichkeit der Produkte bestätigen ließ.

Schlachter Josef Hecker und Schweinemäster Hans-Henning Becker (re.) bürgen für die Qualität ihrer Produkte. Vor allem wegen des regionalen Aspekts bei der Aufzucht, Mast und Vermarktung schenken auch den übrigen Schlachtern in Lügde die Kunden ihr Vertrauen.

Foto: bj



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