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Kreistag beschließt Änderung der Landschaftspläne, und das hat Folgen für Kanufahrer auf der Emmer

Freizeitspaß? Nur mit Genehmigung!

Lügde. Bei der letzten Kreistagssitzung in Lemgo rutscht der Tagesordnungspunkt 14 zügig durch. Alle stimmen zu, die Landschaftspläne für den Schwalenberger Wald und Lügde zu ändern. Schließlich hatte es das Verwaltungsgericht in Minden auch verlangt. Knackpunkt waren die Genehmigungen für Kanufahrer auf der Emmer, die bekanntlich im Naturschutzgebiet fließt und unter besonderem Schutz steht.

veröffentlicht am 04.04.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 16:21 Uhr

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Autor:

von Julia Rau
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Die Gemeinschaft für Fischerei und Naturschutz Lügde e.V. klagte 2011 gegen einen Befreiungsbescheid des Kreises Lippe, den dieser für die Arbeitsgemeinschaft Kanutouristik OWL ausstellte, obwohl ein generelles Fahrverbot für kommerzielle Kanutourenanbieter galt. Alle anderen Freizeitsportler durften ohne besondere Erlaubnis auf der Emmer paddeln. „Es ist grundsätzliche verboten, im Naturschutzgebiet Kanu zu fahren“, meint Werner Friese vom Anglerverein. Eigentlich wollte er mit der Klage erreichen, dass die Kanufahrer nicht während der Laichzeiten der Fische im April auf dem Fluss unterwegs sind, sagt er. Während des Prozesses deckte das Gericht in Minden aber einen ganz anderen Fehler auf: Die Inhalte der Landschaftspläne seien bedenklich, die Argumentation der Ausnahmegenehmigung deshalb rechtlich „problematisch“. Es wies den Kreis an, die entsprechenden Regeln zu ändern. Das hat er getan und ließ Passagen streichen. Mit dem Ergebnis, dass sich jetzt auch Private vom Kreis eine Genehmigung für einen Kanutrip auf der Emmer beim Kreis holen müssen.

Das Befahren von Anfang April bis Ende September bleibt weiter erlaubt. Sich eine Genehmigung einzuholen, dauert laut Jürgen Braunsdorf von der Unteren Naturschutzbehörde „wenige Tage“. Schluss also mit spontanen Sonntagsausflügen. „Jetzt bin ich der Buhmann, weil ich das angestoßen habe, dabei wollte ich doch nur, dass die Fische in ihrer Schonzeit in Ruhe laichen können“, so Friese. Er meint, die Entscheidung sei gänzlich an seinem Anliegen vorbeigegangen. Als weitere Maßgabe für Kanufahrer wurde ein Mindestpegelstand von 30 Zentimetern vereinbart. „Das hat aber mit den Laichzeiten nichts zu tun“, sagt Friese.

Braunsdorf hingegen ist mit dem bisherigen Ergebnis zufrieden. „Theoretisch hätten wir es auch ganz verbieten können, aber das ist nicht der Stil unserer Behörde“, lieber wolle man die gewerblichen Anbieter unterstützen. Vor Gericht wurde – laut Braunsdorf unter Zustimmung des Klägers – vereinbart, einmal jährlich die Emmer abzufahren, um Laichplätze zu lokalisieren.

Gegen die Änderungen können Beteiligten innerhalb von vier Wochen Widerspruch einlegen. Hinter der Landesgrenze kann es in Niedersachsen übrigens wieder ohne Ausnahmebescheinigung weitergehen, wenn der Pegelstand hoch genug ist.



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