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Absatz bei Gebrauchtwagenverkäufern rückläufig / Autohäuser schießen Kunden die Prämie vor / Außenstände nehmen zu

„Freihändler sind mit der Abwrackprämie bestraft“

Lügde/Bad Pyrmont (jhe). Während die Anträge für die Abwrackprämie die Millionen-Marke bereits überschritten haben, herrscht eine Absatz-Flaute bei vielen Gebrauchtwagenhändlern. „Wir Freihändler sind mit der Abwrackprämie bestraft, wir sind total am Ende“, sagt Ilyas Choudhry, Geschäftsführer von Pak-Automobile in Lügde. Sehr schwierig sei es geworden, gebrauchte Autos zu verkaufen. „Besonders bei drei bis vier Jahre alten Fahrzeugen läuft gar nichts mehr“, so Choudhry.

veröffentlicht am 02.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 06:21 Uhr

Uwe Henze
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Engpass auch im Ankauf alter Autos

Auch Josef Hohmann, Berater beim gleichnamigen Autohändler in Lügde, kann bestätigen: „Der Verkauf bei den freien Händlern ist sehr schleppend.“ Bei den Hohmanns laufe das Geschäft allerdings „normal“. „Wir haben uns auf die kleinen Fahrzeuge spezialisiert, damit fahren wir ganz gut“. Denn größere Fahrzeuge mit einer höheren PS-Zahl wolle keiner mehr haben, erklärt Hohmann, auf dessen Gelände überwiegend Autos der Marke VW stehen.

Nicht ganz so speziell ist das Angebot bei dem Pyrmonter Gebrauchtwagenhändler Ramazan Eksi. Er verkauft Mercedes, Toyota, Nissan und weitere Automarken. „Natürlich habe ich Probleme“, sagt der Geschäftsführer, „alle Gebrauchtwagenhändler haben Probleme“. Aber nicht im Verkauf gibt es einen Engpass, sondern auch im Ankauf von Fahrzeugen. Eksi: „Ich kriege einfach keine neuen Autos mehr.“

Dieses Problem kennt man auch bei Pak-Automobile. Ilyas Choudhry: „Alte Autos verschwinden vom Markt. Es gibt nur noch sehr, sehr wenige im Ankauf.“ Von einem befreundeten Schrotthändler habe er gehört, dass viele Autos noch in einem guten Zustand seien. Teilweise in so gutem Zustand, dass die Fahrzeughalter einen höheren Betrag als die 2500 Euro Abwrackprämie dafür erhalten könnten.

Christian Hohmann (v. li.), Josef Hohmann und Maurice Hasse richten die Kleinwagen zum Verkauf her. Foto: jhe

Josef Hohmann ist sich sicher, dass etwa 70 Prozent der verschrotteten Autos noch mindestens vier Jahre gefahren werden könnten. Doch durch die Abwrackprämie landen sie auf dem Schrott und somit bleibt nichts über für Kunden, die ein sehr günstiges Fahrzeug suchen. Ein bis zweimal wöchentlich kommen bei Hohmann Kunden vorbei, die ein Auto zwischen 1000 und 3000 Euro suchten. „Aber wir können keine mehr anbieten“, so der Verkaufs-Berater. Er schätzt, dass es mindestens eineinhalb Jahre dauern werde, bis es wieder so günstige Autos zu kaufen gebe.

Für die gesamte Autobranche rechnet Hohmann für das kommende Jahr mit „einem großen Einbruch“. Nämlich dann, „wenn alle einen neuen Wagen haben“. Die Auswirkungen würden auch an die Werkstätten weitergegeben werden, da „ein neues Auto die ersten zwei bis drei Jahre nicht repariert werden muss“. Die Abwrackprämie vergleicht Hohmann mit einem „Bumerang, der nach hinten losgeht“.

Inzwischen sei laut Friedrich-Wilhelm Karau, Verkäufer beim Pyrmonter Ford-Händler Kipp, „der große Ansturm jetzt vorbei“. Ähnlich auch beim Lügder Autohaus Kleimeier. Verkäufer Uwe Henze schiebt die Ursache darauf, dass „keiner weiß, ob die Abwrackprämie tatsächlich verlängert wird“. Deshalb seien die Leute eher verhalten.

Für rund 40 Jahreswagen habe der Renault-Händler, ähnlich wie andere Autohäuser auch, die Prämie bereits vorgestreckt. „Traurig“ findet es Henze, dass „bis heute noch kein einziger Euro an die Händler zurückgeflossen ist“. So langsam würden die Außenstände zu hoch werden.



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