weather-image
23°

Schaulustige zückten Handys

Feuerwehr kritisiert Gaffer beim Einsatz in Lügde

LÜGDE. Mit einer äußerst unangenehmen Nebenerscheinung beim Einsatz in Lügde am vergangenen Donnerstag hatte es die Feuerwehr zu tun. Das Feuer, das ein Wohnhaus in der Schillerstraße in Schutt und Asche legte und einen 90-Jährigen das Leben kostete (wir berichteten), zog zahlreiche Schaulustige an.

veröffentlicht am 25.01.2017 um 14:16 Uhr
aktualisiert am 25.01.2017 um 15:50 Uhr

Einsatz in Lügde: Am vergangenen Donnerstag musste die Feuerwehr einen Wohnhausbrand in der Schillerstraße löschen. Jetzt wurde Kritik laut über Gaffer, die die Tragödie mit ihrem Smartphone filmten und dabei auch nicht vor Aufnahmen von Verletzten z
Avatar2

Autor

Carlhermann Schmitt Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Sie haben mit dem Smartphone schamlos gefilmt und fotografiert, kritisierte Helge Blome, Zugführer des Lügder Löschzuges. „Da ist ein Wohnhaus völlig abgebrannt, und die haben mit ihren Kameras sogar auf die Trage draufgehalten, die zum Rettungshubschrauber gebracht wurde“, machte Blome auf der Jahreshauptversammlung seinem Ärger Luft.

Das Entsetzen war dem Feuerwehrmann ins Gesicht geschrieben, als er die völlig mitleidfreie Profilierungssucht der Mitmenschen beschrieb, die das Leid anderer nutzen, um ihre Sensationslüsternheit zu befriedigen oder Youtube-Klicks zu erhalten. Auch der Falkenhagener Pfarrer Dietmar Leweke, der neben Pfarrer Holger Nolte-Günther aus Lügde vor Ort war, hielt den Grat zwischen Information und Voyeurismus für sehr schmal. Es sei nicht immer sinnvoll, alles sofort zu posten. Angehörige möchten nicht unbedingt über Facebook von einem Unglück in der Familie erfahren.

Den Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr selbst bewertete er genauso wie Stadtbrandinspektor Wolfgang Kornegger als optimal. Dieser Einschätzung schloss sich auch der ehemalige Stadtdirektor Dieter Will an. „Die Drehleiter und die darauf geschulten Feuerwehrkameraden haben ihre Meriten verdient.“ Das sah auch Helge Blome so, der sich allerdings irritiert zeigte über manche Äußerungen von Mitbürgern, die der Feuerwehr zu ihrem „neuen Spielzeug“ gratuliert hatten. „Die Drehleiter ist kein Spielzeug und es gibt sicherlich einen angenehmeren Zeitvertreib, als sich im Umgang damit intensiv schulen zu lassen. Sie ist ein Werkzeug, das wir nutzen, um die Bewohner noch besser vor Schaden zu bewahren“, betonte der Löschzugführer.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?