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Sondengänger (25) stößt auf Munitionsdepot

Fast zwei Kilo Sprengstoff im Wald

BLOMBERG. Für Maximilian Munder ist es ganz klar eine Sensation: Als der 25-Jährige am Montag am Hang des Winterbergs durch den Wald streift, entdeckt er gleich mehrere Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg. Später stellt sich heraus: Der Hobby-Sondengänger ist auf ein ganzes Waffendepot gestoßen.

veröffentlicht am 11.02.2019 um 21:02 Uhr

Sicher geborgen: Wolfgang Stief hat die Fundstücke auf der Laderampe festgezurrt. Gerd Matthee bereitet zwecks Dokumentation die GPS-Erfassung des Fundorts vor. Foto: jl
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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„Meine Sonde gab plötzlich an mehreren Stellen Signale“, erzählt der aus Bad Pyrmont stammende Schiederaner. Seine Neugierde war geweckt.

Gleich holte Munder seinen Klappspaten aus dem Rucksack. Dort, wo der Detektor besonders laut angeschlagen hatte, begann er zu buddeln. „Man hofft natürlich immer auf alte Münzen oder Schmuck“, sagt der Spurensucher, der seinem Hobby seit erst eineinhalb Jahren nachgeht.

Was der von braunem Laub bedeckte Waldboden dann freigab, ließ Munder zuerst an einen Treckerauspuff denken. Doch je mehr der 25-Jährige von dem rostigen Metall freilegte, desto sicherer wurde er jedoch: „Das ist eine Panzerfaust.“ Eine Waffe also, deren Kopf so viel von dem Sprengstoff TNT enthält, dass sie aus 60 Metern Entfernung auch großes Kriegsgerät zerstören kann. Schnell war dem geschichtsinteressierten Mitarbeiter des Lügder Kupferlackdrahtherstellers Schwering & Hasse klar: Das ist nichts für die Vitrine. Eher ein Fall für den Kampfmittelräumdienst.

„Man hofft natürlich immer auf alte Münzen oder Schmuck“, sagt Sondengänger Maximilian Munder. Dass sein Hobby ihm einen so explosiven Fund bescheren würde, hätte sich der 25-Jährige nicht träumen lassen. Foto: jl

Und der freie Tag verlief anders als geplant. Maximilian Munder alarmierte die Polizei, und der Bezirksbeamte Reinhold Hartmann telefonierte die Spezialisten heran. Die von der Bezirksregierung Arnsberg entsandten Detmolder Experten leisteten dann innerhalb weniger Stunden ganze Arbeit: Sie holten fünf komplette Panzerfäuste, vier Panzerfaust-Sprengköpfe, zwei Handgranaten sowie Einiges an Infanterie-Munition aus dem Waldboden.

„Das ist natürlich aufregend“, sagt Maximilian Munder. „Man rechnet ja nicht damit, dass man so etwas hier findet.“

Für die Bombenentschärfer Gerd Matthee und Wolfgang Stief war es zwar kein besonders heikler Einsatz. Aber ein lohnender schon. „Manchmal rufen uns die Leute wegen einer Handgranate“, sagt Stief, der freilich vor jedem Fundstück Respekt hat. Immerhin: Die neun Sprengköpfe dürften zusammen schätzungsweise fast zwei Kilo TNT enthalten.

Die Experten verladen sie rüttelsicher im Transporter. Und dann? „Wir führen den Fund seiner Vernichtung an einem unbekannten Ort zu.“



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