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Schallgutachten vorgestellt / Mehr Gütertransport bedeutet weniger Lebensqualität in Lügde

Es wird lauter

Lügde. Wenn die Eisenbahnstrecke durch Lügde und Bad Pyrmont für schweren Güterverkehr genutzt werden soll, dann wird es für die Einwohner lauter. Das habe das Schallgutachten „Gütertransit“ ergeben, das die „Bürgerinitiative Transit Weserbergland“ in Auftrag gegeben hatte, berichtete der Leiter des Fachbereichs „Planen und Bauen“, Jens Bossen, den Mitgliedern des Bauausschusses.

veröffentlicht am 03.02.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:48 Uhr

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Autor:

von karl-hermann schmitt
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„Ich habe dabei die Prognosen der Bürgerinitiative dem aktuellen Ist-Zustand gegenübergestellt und der Prognose der Deutschen Bahn für den Fall, dass alles beim Alten bleibt und lediglich das übliche Wachstum berücksichtigt werden muss“, erläuterte Bossen. Die Prognose bezieht sich auf das Jahr 2025. Derzeit fahren tagsüber 15 und nachts 6 Güterzüge durch Lügde und am Kurbezirk Bad Pyrmont vorbei. Wenn sich nichts ändert und das übliche Wirtschaftswachstum zugrunde gelegt wird, ist in zehn Jahren mit einem Verkehr von tags 35 und nachts 36 Güterzügen zu rechnen.

Allerdings wird es lauter werden. Der Schalldruckpegel wird steigen. Direkt an der Schiene von 87,9 dB(A) auf 88,5 dB(A). Die Einheit Dezibel (dB) steht dabei nur indirekt für die subjektiv wahrgenommene Lautstärke. Das A dahinter bedeutet, dass der Schall schon auf den das menschliche Ohr betreffende Spektrum gewichtet wurde. Dennoch entspricht die physikalische Einheit dB(A) noch immer nicht der psychoakustischen Größe „Lautstärke“. Ungefähr lässt sich aber sagen, dass eine Änderung um ein dB(A) gerade hörbar ist.

Tagsüber wird sich also bis 2025 eigentlich nichts ändern. Nachts sieht das schon ein bisschen anders aus: Der Schalldruck wird von 86,8 auf 91,4 dB(A) steigen. Würde der schwere Güterverkehr kommen, sind tags 98,0 und nachts 99,8 dB(A) am Gleiskörper zu veranschlagen. Die Anrainer müssten eine Steigerung von über 10 dB(A) verkraften, wobei man davon ausgehen kann, dass eine Erhöhung von 6 bis 10 dB(A) einer subjektiven Verdoppelung der Lautstärke entspricht.

Der Schalldruck, von dem Bossen sprach, ist der, der direkt am Gleiskörper entsteht. Die Lautstärke nimmt zwar mit der Entfernung von der Quelle ab, aber durchaus nicht im Quadrat, wie landläufig oft angenommen wird. „Das hängt von vielen Faktoren ab“, machte der Bauamtsleiter deutlich. Breitet sich der Schall in alle Richtungen gleichmäßig aus, wird er nur in eine Richtung abgestrahlt und wird von Pflanzen oder Mauern gehemmt. „Das ist genauso zu berücksichtigen, wie die Charakteristik des Schalls selbst.“ Doch trotz aller Unwägbarkeiten, die im Detail das Ergebnis noch ein wenig in die eine oder andere Richtung verschieben könnten, lässt das Gutachten nur eine Schlussfolgerung zu: „Wenn der Gütertransit diese Strecke nimmt, gibt es keine Lebensqualität mehr hier in Lügde. Bis hinauf zum Sonnenhof wird es ungesund laut sein.“ Sprich: Wohnen unmöglich.

Bürgermeister Heinz Reker war sich aber sicher, dass der Planfall 33 nicht eintreten werde. „Beim Spatenstich für die Umgehungsstraße von Coppenbrügge hat der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister, Enak Ferlemann, deutlich Hoffnung gemacht, dass der schwere Gütertransit nicht kommen werde“, erklärte er und ordnete dieses Statement auch gleich ein: „In seiner Stellung macht Ferlemann keine leichtfertigen Aussagen.“



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