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Stützmauer am Schildweg im Bereich der Bahnüberführung soll ab 6. August saniert werden

Es geht nicht ohne Verkehrsbehinderung

LÜGDE. Seit 2005 stützen im Lügder Schildweg Gabionenwände die Unterführung der Kreisstraße unter der Eisenbahnstrecke zwischen Hameln und Altenbeken. Doch die Steine, die sich in den Drahtkörben befinden, haben offenbar eine kürzere Nutzungsdauer als angenommen. Deshalb werden Sanierungsarbeiten fällig, von denen auch der Verkehr betroffen sein wird.

veröffentlicht am 11.07.2018 um 17:55 Uhr

Thomas Hilker demonstriert, wie ein schadhafter Stein zerbröselt. Foto: ti
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Klaus Titze Reporter
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Wer auf dem Schildweg an der 6,50 Meter hohen, grauen Stützwand im Bereich der Bahnüberführung entlangfährt, bemerkt nichts von den Problemen, die sich im Detail abzeichnen.

Erst wer sich zu Fuß an die Stützmauer begibt, kann Steine in den Drahtkörben entdecken, die sich aufzulösen scheinen. Manche haben sich bereits regelrecht pulverisiert oder zerfallen, sobald sie berührt, geschweige denn angeschlagen werden.

„Wir nennen diese Bauweise mit den Steinen in den Drahtkörben in der Fachsprache Gabionen“, erläutert Thomas Hilker, Fachgebietsleiter im Eigenbetrieb Straße des Kreises Lippe und hier in diesem Sanierungsfall als Bauwerksprüfer tätig. Und ergänzend fügt er hinzu: „Wir haben zwar aufgrund der zerfallenden Steine keine akute Gefahrenlage, die eine sofortige Sperrung der Kreisstraße verlangen würde, dennoch ist jetziges Eingreifen erforderlich, um dauerhaft eine Lösung zu finden.“

Seit 2005 stützen im Lügder Schildweg Gabionenwände die Unterführung der Kreisstraße unter der Eisenbahnstrecke zwischen Hameln und Altenbeken. Zu beiden Seiten habe man diese mit Steinen gefüllten Drahtkörbe auf insgesamt 180 Meter für rund 875 000 Euro eingebaut, auch aus Kostengründen, da eine Betonwand wesentlich teurer geworden wäre. Die Körbe sind mit Korallenoolith-Gestein befüllt worden. Untersuchungen über die Tauglichkeit des Gesteins seien damals von der Baufirma nicht veranlasst und nach gültigen Richtlinien und Empfehlungen auch nicht gefordert worden. Man sei von einer Nutzungsdauer von 50 Jahren ausgegangen.

Während der halbseitigen Sperrung werde sicherlich eine Lichtzeichenanlage den Verkehr regeln

Bauwerksprüfungen vor Ablauf der Gewährleistung hätten nun laut Hilker Mängel dergestalt gezeigt, dass verwendete Steine nicht frost- und tausalzbeständig seien. Sie würden Risse zeigen oder auch zerfallen. „Wenn nun mehr und mehr Steine ihre Festigkeit verlieren, würde der Druck auf die Körbe zu deren Verformung führen und möglicherweise Eisenverspannungen zerstören. Dann könnten Steine auf die Straße fallen und so Verkehrsteilnehmer gefährden oder gar schädigen“, beschreibt der Fachmann den Handlungsbedarf.

Deshalb seien Steine geotechnisch im Labor der Hochschule Lippe untersucht worden mit dem Ergebnis, dass die Hälfte der eingereichten und untersuchten Steine nicht ausreichend Widerstand gegenüber Frost und Tausalz zeigten. Nun läge ein Sanierungskonzept der Baufirma Bickhardt Bau Thüringen mit einem Kostenrahmen von rund 400 000 Euro vor. Eine finanzielle Belastung entstehe für den Kreis Lippe nicht, da die Mängel fristgerecht angezeigt wurden und so zum Gewährleistungsfall würden.

Das Sanierungskonzept für diese relativ neue Bauweise mit dem Einsatz von Gabionen, für die es bislang wenig Erfahrungswerte gäbe, sieht vor, dass die Gabionenoberseite mit dem frost- und tausalzbeständigen Weserbuntsandstein aus Bad Karlshafen ausgetauscht und mit diesem Material auch eine „Gabionen-Vorsatzschale“ in einer Dicke von 20 Zentimeter eingebracht wird. Mit dieser Maßnahme sollen die tiefer liegenden Schichten vor Witterungseinflüssen und vor tausalzhaltigem Spritzwasser geschützt werden.

„Bei den Baumaßnahmen im unteren Bereich kommen wir wohl mit einer halbseitigen Sperrung der Fahrbahn aus. Für diese Bauphase sind sechs Wochen eingeplant. Bei den Arbeiten an den oberen Körben benötigen wir größere Maschinen, die nur unter Vollsperrung effektiv arbeiten können. Das wird ungefähr acht Wochen in Anspruch nehmen“, erläutern Thomas Hilker und Manfred Engel, der als Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales von der Stadt Lügde an dem Ortstermin teilnimmt.

Die Baumaßnahme soll ab dem 6. August beginnen. Ein genaues Verkehrskonzept werde derzeit noch abgestimmt und zeitgerecht veröffentlicht. Während der halbseitigen Sperrung werde sicherlich eine Lichtzeichenanlage den Verkehr regeln. Während der Vollsperrung soll eine Passage mit Ampelregelung auch an den Wochenenden ermöglicht werden. In dieser Vollsperrungsphase wolle man insbesondere die Durchfahrt für Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge gewährleisten, so Engel. „Die Stadt ist bemüht, die Beeinträchtigungen für die Anrainer des Schildweges so gering wie möglich zu halten.“



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