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Wie der Gigas-Förderkreis hilft, Petra Opels Wünsche für die Schulbücherei zu erfüllen

Es fehlt noch an Fachbüchern und Fantasy

Lügde (yt/jl). „So ein paar Klassiker wären noch gut“, finden Isabel Dettmar und Terry Grams. „Zum Beispiel ,Wir Kinder vom Bahnhof Zoo’.“ Die beiden Mädchen betreuen die Ausleihe der im April neu eröffneten Bücherei der Johannes-Gigas Schule.

veröffentlicht am 10.11.2010 um 21:51 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 07:21 Uhr

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Beim Blick auf die rund 2600 Bücher in dem Raum mit den neuen Holzregalen und dem blauen Pünktchenteppichboden sind sie sich allerdings einig: „Es ist hier schon besser als früher.“ Da habe zwar die Hauptschule eine Bücherei gehabt. „Aber das ist vor ein paar Jahren eingeschlafen“, erinnern sich die Schülerinnen.

Die neue Bücherei indes steht allen auf dem Ramberg offen – und sie wird sowohl von Schülerinnen und Schülern des Haupt- als auch des Realschulzweigs genutzt.

An diesem Tag funktioniert die Heizung in der Bücherei zwar nicht. Und doch gucken nach der sechsten Stunde noch kurz ein paar Schüler vorbei. Denn drinnen in der warmen Jacke in einem Buch zu blättern ist immer noch deutlich angenehmer als draußen im Regen auf den Beginn der siebten Stunde zu warten.

Als sich jedoch ein paar Jungen dem Raum nähern, deren Stimmen schon aus einiger Entfernung durch den Flur hallen, schreitet Petra Opel ein. Von der Volkshochschule (VHS) Lippe-Ost, die das Nachmittagsangebot auf dem Ramberg organisiert, angeheuert, leitet die 51-Jährige sowohl das „Selbstlernzentrum“ als auch die Bücherei.

Freundlich, aber bestimmt macht sie den lautstarken Halbwüchsigen klar, dass sie hier mit einem solchen Benehmen nichts verloren haben. Und schiebt zur Erklärung nach: „Die Besucher sollen sich hier ruhig verhalten.“

Auch, wer mit ’ner Cola in der Hand ’reinkommt, wird von Isabel und Terry oder von der Chefin selbst an die Spielregeln erinnert. „Essen und Trinken sind hier verboten.“

Leseratten indes sind natürlich willkommen. „Und die würden hier auch gern noch ein bisschen mehr Fantasybücher haben“, weiß Opel, die übrigens einige Erfahrung in der Branche hat. Denn sie leitet seit Jahren ehrenamtlich die Stadtbücherei Schieder.

Sie selbst wünscht sich in Lügde vor allem eine deutliche Verbesserung des Sachbuch-Bestands. „Jungs sind nicht für Belletristik zu begeistern“, weiß sie. „Sie wollen Bücher lesen über Technik oder Fußball.“ Einer habe neulich sogar Literatur zum Thema Architektur gefordert.

Petra Opel arbeitet zwar schon mit der Stadtbücherei in Lügde zusammen, um gegebenenfalls Anfragen weiterleiten zu können. Einen gewissen Grundbestand müsse aber auch die Schulbücherei vorhalten, findet sie. „Man spricht von sieben Medien je Schüler. Das würde für uns hochgerechnet 4000 Medien bedeuten. Derzeit gibt es 2600, und im Sachbuchbereich veraltete Bücher und keine weiteren Medien.“

Immerhin einen Teil ihrer Wünsche wird ihr jetzt der Förderkreis der Johannes-Gigas-Schule erfüllen: Die engagierten Eltern haben gerade beschlossen, 1000 Euro für die Bücherei lockerzumachen. Dafür kann Petra Opel dann nicht nur aktuelle Bücher beschaffen, sondern auch noch ein „Whiteboard“ kaufen. Auf der weißen Metalltafel soll Aktuelles rund um die Bücherei oder das Buch stehen und so die Neugierde der Schüler wecken, hat sie sich vorgestellt. Weitere 300 Euro haben die Eltern zudem für einen Laserdrucker und ausreichend Toner sowie für Software zum Thema Rechtschreibung und Mathematik im Computerraum des Selbstlernzentrums spendiert.

Rektor Uwe Tillmanns ist für Petra Opels Arbeit übrigens voll des Lobes. „Sie hat sehr dicke Bretter gebohrt“, sagte er während des Förderkreis-Treffens. „Sie hat die Bücherei etabliert.“

Büchereileiterinnen Petra Opel spricht mit Isabel Dettmar und Terry Grams, die die Ausleihe betreuen, über das Leseverhalten der Gigas- Schüler. Beim Blick in die Kartei haben die beiden Zehntklässlerinnen festgestellt: „Im Verhältnis zur Schülerzahl kommen mehr Hauptschüler.“

Foto: jl

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