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Traditionalisten erteilten Vorstands-Idee für Neuerung beim Lügder Schützenfest eine Absage

Es bleibt bei Kirchgang und Frühschoppen

Lügde (yt). Beim Schützenfest der Lügder Bruderschaft St. Kilian vom 7. bis zum 9. Juli bleibt doch alles weitgehend beim alten. Und das, obwohl der Vorstand um Brudermeister Dietrich Günnewich sich viel vorgenommen hatte, um das Fest zu modernisieren. „Wir dachten daran, den Gottesdienst von Sonntag auf den Samstagnachmittag zu verlegen“, stellte Günnewich das neue Konzept bei der Mitgliederversammlung vor. Ein Argument: „Der Gottesdienst am Sonntagmorgen um 9 Uhr ist schon sehr früh, wenn man zuvor bis tief in die Nacht gefeiert hat.“

veröffentlicht am 12.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 20:41 Uhr

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Die Heilige Messe schon am Samstag zu begehen hielt auch Pfarrer Peter Hellersberg für angemessen: „Es ist keine Todsünde, am Samstag in die Kirche zu gehen“, befand der Geistliche. „Auch an Weihnachten gehen wir ja am Vorabend, nämlich dem Heiligen Abend zur Kirche.“

Am Sonntag sollte nach dem Papier des Vorstands der Vormittag ersatzlos gestrichen werden. „Wir treten dann erst um 13 Uhr an.“ Damit wäre der Sonntags-Frühschoppen wegfallen – „was bedeutet, dass wir viel Geld für die Kapelle gespart hätten“, so Günnewich. Der Brudermeister bezifferte den Betrag auf 500 bis 600 Euro und stellte ihn in Relation zu den maximal 150 Gästen beim Frühschoppen.

Dafür sollte der Samstagnachmittag intensiver genutzt werden. Der Vorstand dachte sich, gemeinsam vom Schützenplatz zur Kirche zu marschieren, anschließend zum Ehrenmal und danach im Emmerauenpark ein Platzkonzert zu genießen, um nach einem weiteren Marsch die Proklamation auf dem Marktplatz vorzunehmen. „Das hätte den Vorteil, dass der alte König noch einen Nachmittag lang zu Ehren käme und wir andererseits mehr Präsenz für die Lügder Bevölkerung zeigen würden“, versuchte Günnewich das Konzept den Schützen schmackhaft zu machen.

Doch das half wenig. Die Mehrheit wollte am Frühschoppen festhalten, einige aus sentimentalen Gründen: „Der Sonntagmorgen ist für mich einer der schönsten Vormittage im Jahr.“ Andere argumentierten eher schlicht: „Tradition ist Tradition.“ Jedenfalls setzte sich der Vorschlag nicht durch, den Kirchgang auf Samstag zu verlegen. Einigen konnten sich die Schützen aber darauf, die Messe auf 10 Uhr zu schieben. Auch widerlegten die Schützen mit deutlichen Worten Pfarrer Hellersberg, der es eine Schande nannte, wie wenige Schützen den Weg in die Kirche fänden und einige von denen dort auch noch alkoholisiert ankämen.

Und so wird der Vorstand nun ein Konzept ausarbeiten, bei dem der Sonntagskirchgang und der -frühschoppen erhalten bleiben und der Samstagnachmittag dennoch an Gewicht gewinnt.

Der Vorstand nutzte die Versammlung, um die mit Unterstützung der S&H-Stiftung für gut 3300 Euro restaurierte Fahne der Gemeinschaft zu präsentieren.

Keine Überraschungen gab es bei den Wahlen: Brudermeister Dietrich Günnewich, Schriftführer Thomas Schaper und Kommandeur Werner Oelmann wurden für weitere sechs Jahre in ihren Ämtern bestätigt.



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