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Internet-Kriminalität: Lügder erneut Opfer von Identitätsdiebstahl?

Erst ein Fake-Job, jetzt Kontaktanzeigen

veröffentlicht am 16.09.2016 um 22:45 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:12 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Die zuvor in diversen deutschen Anzeigenblättern geschaltete Annonce „Heimarbeit für aktive Menschen! 12-15 Stunden wöchentlich auf 450.- ¤ Basis. Nur Waage, Drucker, Scanner sind erforderlich...“, auf die der Lügder im April geantwortet hatte und hereingefallen war, sind nun jedenfalls aus den allermeisten digital einsehbaren Kleinanzeigen-Blättern und -Foren verschwunden.

Seit Ende August jedoch hat der Lügder drei Abbuchungen von seinem Bankkonto festgestellt, die ihn stutzig machten. Insgesamt 87,03 Euro sollte er für drei Kontakt-Annoncen bezahlen. Die haben unbekannte Täter unter Angabe seiner Bankdaten bei Anzeigenblättern in Aschaffenburg, Neubrandenburg und Potsdam geschaltet. „Ich habe mich natürlich sofort gefragt, was ich mit diesen Zeitungen zu tun habe“, sagt der 44-Jährige. Die Summen seien zwei nicht hoch. „Aber ich beziehe Hartz IV, da fallen mir solche seltsamen Abbuchungen schnell auf. Sowie er die ungewöhnlichen Kontobewegungen feststellte, widersprach er den Lastschrift-Abbuchungen. Außerdem identifizierte er die drei Verlage anhand ihrer „Verwendungszweck“-Einträge zu den Abbuchungen. Dann rief er dort an und erklärte den jeweiligen Gesprächspartnern, dass er nicht der Auftraggeber der Partnerschaftsannoncen sei. „Außerdem habe ich bei der Polizei online Anzeige wegen Betrugs erstattet“, sagt Jörg T..

Allerdings verstehe er nicht, was hinter diesem Identitätsdiebstahl stecken könnte. „Davon hat doch niemand etwas. Ich habe die Abbuchungsversuche ja rechtzeitig entdeckt und bin nicht geschädigt worden“, wundert er sich. Lästig für ihn: „Ich brauchte dreimal 20 Minuten, um am Telefon zu erklären, dass ich mit diesen Inseraten nichts zu tun habe.“

Den Schaden haben nun erst einmal nur die Verlage, die auf den Gebühren für die abgedruckten Annoncen sitzenbleiben, falls sie ihn nicht doch belangen. Abzuwarten bleibt allerdings, was die Person, die die Annoncen tatsächlich schaltete, mit den Lesern der jeweiligen Blätter vorhat, die darauf antworten.

Dass er nicht nur zum Opfer der „ELLP Transport Logistik GmbH“ wurde, sondern die Polizei ihn auch als Beschuldigten führt, hat der Lügder mittlerweile auch erkannt. Denn allem Anschein nach missbrauchte ihn sein kurzzeitiger vermeintlicher Arbeitgeber als „Transportlogistiker“. Was der zunächst ahnungslose Heimarbeiter erst später erfuhr: Die an seine Adresse gelieferten Pakete, die er wiegen, vermessen, neu etikettieren und zur Post bringen musste, hatten die Täter unter seinem Namen bei Versandhäusern bestellt. Zwei Mahnungen über rund 700 und 900 Euro landeten in der Folge in seinem Briefkasten. „Außerdem liegen zwei zusätzliche Anzeigen von dritter Seite gegen mich vor“, habe er von der Polizei erfahren. Den Geschädigten seien wohl Kreditkarten gestohlen worden, mit denen die Kriminellen dann eingekauft hätten – offenbar auch unter seinem Namen.



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