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Vereinschronik entführt Sangeskameraden aus Rischenau in die eigene Vergangenheit

Erinnerungen in Leder gebunden

Rischenau. Ob es zum 90. Geburtstag von Chormitgliedern ging, man der Einladung der Elbrinxener Kirchengemeinde folgte, es das Sängergruppenfeste in Elbrinxen oder „Lügde singt“ war oder es gar zur 1000-Jahrfeier der Sangesfreunde des Detmolder Ortsteils Heiligenkirchen ging – stets traten die agilen Senioren des MGV Rischenau in singfähiger Stärke an und heimsten jedes Mal auch bestärkenden Applaus für ihre Darbietungen ein. Dies konnte Helmut Jokiel als Schriftführer in einer von ihm erstellten Jahresübersicht anlässlich der Jahreshauptversammlung des Gesangvereins verkünden und belegen.

veröffentlicht am 22.02.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:48 Uhr

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Autor:

Klaus Titze
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„Wir sind zumeist nur noch zweistimmig, also Bass und Tenor. Doch seit unserer Kooperation mit den Sangesfreunden aus Heiligenkirchen sind wir auch wieder stimmgewaltiger geworden“, sagt er lachend. Ein Blick in die Runde macht deutlich, dass ihre Lenze kaum geringer sein dürften, als die besungenen 90. Geburtstage. Unter diesem Gesichtspunkt kann man schon anerkennend den Hut vor der Einsatzfreude der aktuell 10 aktiven Sänger und 16 passiven Mitgliedern ziehen. Als einer von ihnen wird der im Tenor singende Gustav Meyer vom Vorsitzenden Willi Müller zum Ehrenmitglied ernannt. Der Sangesbruder ist mit seinen 91 Jahren seit nunmehr 70 Jahren aktiver Sänger und kann es, so fit, wie er ist, für den MTV glücklicherweise immer noch nicht lassen.

Bei dem Hinweis des Schriftführers auf das 2014 gefeierte 150-jährige Bestehen des MGV Rischenau fällt ein Buch auf, das von Mitglied zu Mitglied kreist. „Da steht unsere Geschichte drin, mit Bildern unserer Vorfahren“, kommentieren die Sangesbrüder und Helmut Jokiel nimmt das Interesse zum Anlass, die seit 1950 kontinuierlich fortgeschriebene Chronik des Vereins hervorzuholen. Geschützt durch einen Karton kommt ein Leder gebundenes dickes Werk zutage, das vorsichtig aufgeschlagen wird.

„Hier wird belegt, dass aus Unterlagen hervorgehend der Verein erstmals 1864 Erwähnung findet“, sagt Jokiel mit leuchtenden Augen. Immerhin hätten Sänger des Vereins schon 1875 bei der Einweihung des Hermanns-Denkmals in Anwesenheit des Kaisers Wilhelm I. gesungen, weiß Willi Müller. Das älteste Foto sei aus dem Jahr 1880 und der ehemalige Bürgermeister Heinrich Heringslake habe die Recherchen vorangetrieben. Voller Stolz weist Jokiel auf die feine, geschnörkelte Schrift hin, mit der jedes Jahr dokumentiert und eingefügt wird. „Auch das Vergangene 2015 befindet sich bereits in diesem Band“, sagt der Schriftführer und führt den Nachweis durch entsprechendes Aufschlagen des Buchbandes.

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Auf dieser Seite findet sich auch ein Schriftbeitrag von Bürgermeister Heinz Reker, der bedauert, dass „die herrlichen Stimmen des Männergesangvereins“ verstummen werden. „Damit endet ein Stück großartiger Kulturgeschichte unserer Stadt.“ Und so vertiefen sich die Sangeskameraden an diesem Abend in ihre Erinnerungen mit dem Wunsch, noch lange gegen dieses Verstummen ansingen und etliche Seiten in die Vereinschronik einfügen können.

Vorsitzender Willi Müller (li.) und Schriftführer Helmut Jokiel sind stolz auf die gebundene Vereinschronik. In der Chronik: Ein Foto aus dem Jahr 1880, das die damaligen Sangesbrüder zeigen soll.

Fotos: ti



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