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VHS Lippe Ost bewirbt sich als Träger – und hofft auf Okay aus Nürnberg im Frühsommer

Endlich: Integrationskurs in Sicht

In Lügde lebende Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Iran sowie Eritrea können sich Hoffnungen auf einen Integrationskurs machen. Die Volkshochschule Lippe-Ost rechnet damit, dass der siebenmonatige Lehrgang im Sommer starten kann.

veröffentlicht am 08.04.2016 um 19:54 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:37 Uhr

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Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Lügde. Als vor rund einer Woche Lügdes CDU zur Diskussion über das Thema Flüchtlinge einlud, saßen auch einige von denen im Publikum, über die da geredet wurde. Nach rund einem halben Jahr im Land und einem Anfänger-Deutschkurs hatten sie noch Mühe, das Gesagte zu verstehen. Aber sie blieben – auch, weil sie wissen wollten, wie es denn nun weitergeht mit ihrer Integration. Denn sie wollen sich hier zurechtzufinden und die Sitten und Gebräuche des Landes verstehen, in dem sie leben. Seit dem Ende der beiden im Winter gestarteten Lügder Deutsch- Kompaktkurse im März heißt es aber wieder: warten. Denn nicht jeder findet deutsche Gesprächspartner zum Üben. Wer die Warterei nicht aushält, besucht die beiden Deutschkurse mit Werner Preston. Einen ehrenamtlich organisierten täglichen in Elbrinxen und einen wöchentlichen unter dem Dach der Volkshochschule Lippe-Ost im Lügder Wichernhaus.

Ob es einen weiterführenden Kurs geben wird, war lange in der Schwebe. „Wir haben darauf gewartet – aber dann kam nichts“, schildert VHS-Chef Johannes Reineke die Lage. Doch jetzt ist klar: Die VHS wird erstmals auch in der Osterräderstadt einen Integrationskurs anbieten können – ebenso wie in den vier anderen Gemeinden ihres Verbands. Den Segen der Verbandsversammlung, der auch Lügdes Bürgermeister Heinz Reker angehört, hat der Bildungsträger schon. Jetzt muss nur noch das Bundesamt für Migration und Flüchtinge (BAMF) die VHS als Träger der sieben Monate dauernden Halbtags-Kurse anerkennen. Geplant sind 660 Unterrichtsstunden – 600 Stunden Deutsch und 60 Stunden „Leben in Deutschland“ – sowie ein zweiwöchiges Betriebspraktikum. Zudem gibt es „Alpha“-Kurse mit 900 Stunden. Die Zustimmung aus Nürnberg dürfte allerdings kein Problem werden. Denn den Schiederanern ist die Materie nicht fremd. Sie haben schon vor Jahren Integrationskurse gemanagt.

Bis es losgeht, werden sich die Neu-Lügder aber weiter gedulden müssen – längstenfalls bis Anfang Juli. So lange könnte es nach Einschätzung der VHS dauern, bis Nürnberg grünes Licht gibt. Denn immer, wenn es um Geld geht und Behörden im Spiel sind, regiert die Bürokratie – zumal das BAMF die Kurse bezahlt. „Wir werden die Integrationskurse als Folgekurse des Sprachunterrichts durchführen“, sagt VHS-Chef Johannes Reineke. Sofern dessen Qualifikation stimmt, mit demselben Personal.

Dass die Kurse nicht „von heute auf morgen“ angeboten werden können, bedauert auch er. Aber die Vorbereitung sei anspruchsvoll und alles eine sehr komplizierte bürokratische Maschinerie. So sollen auch unterschiedliche Kurse angeboten werden: für Jugendliche, Erwachsene sowie speziell für Frauen und bei Bedarf auch Alphabetisierungskurse. Überdies steht vor der Verteilung eine Sprachstandsfeststellung an.

Teilnehmen dürfen an den Kursen Flüchtlinge aus Irak, Iran, Syrien und Eritrea. Wer die mit Beginn seines Asylverfahrens ausgegebene Aufenthaltsgestattung oder noch einen BüMa-Zettel hat, muss die Zulassung zum Integrationskurs selbst beantragen. Anerkannte Flüchtlinge sollen ihren Berechtigungsschein laut VHS von der Ausländerbehörde oder vom Jobcenter bekommen.

Laut Johannes Reineke können all jene auf einen Platz im Integrationskurs hoffen, die die Prüfung am Ende ihres ersten Sprachkurses bestanden haben. Die zwölf Kurse im lippischen Südosten waren mit fast 300 Teilnehmern gestartet; in Lügde waren es rund 20 Teilnehmer pro Kurs. Anders als bei solchen Kursen anderswo hielt man sich hier streng an die Regeln: Menschen aus Afghanistan mussten draußen bleiben. Denn den deutschen Entscheider gilt deren Heimat bekanntlich als „sicheres Herkunftsland“. Wieviele der Kursteilnehmer bis zum Ende durchhielten und den Test bestanden, weiß Reineke nicht. Die Resultate stehen noch nicht fest.



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