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Sport-Casting auf Lügdes Ramberg

Elitenförderung auf dem kleinen Dienstweg

LÜGDE. „Wir haben da richtig Lust drauf“, sagt Milina Hoffmann. Mit ihrer Freundin Mara Recksiek will sie demnächst in die Leichtathletik einsteigen, bei der LG Weserbergland in Hameln. Denn die beiden Siebtklässlerinnen powern sich gern aus. Bei einem Casting auf dem Ramberg zählten sie zu den Leistungsträgerinnen.

veröffentlicht am 17.05.2018 um 22:02 Uhr

Mara Recksiek (li.) und Milina Hoffmann beim Laufen im Ramberg-Stadion. Die beiden Siebtklässlerinnen wollen in der Leichtathletik durchstarten.Foto: Discher/pr
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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„Werfen und Weitsprung mache ich am liebsten“, sagt die 13 Jahre alte Mara. „Mich begeistert es immer, dass ich so weit werfen kann. Das könnte ich stundenlang tun.“ Milinas Favorit ist dagegen der Weitsprung. „Vier Meter“, nennt sie ihre Distanz. „Das geht voll klar.“ Im normalen Schulunterricht – ihre Klasse hat zweimal pro Woche jeweils eine Stunde Sport – kommen die Sportskanonen zu kurz.

Das weiß auch Thomas Discher. Der Sportlehrer der Johannes-Gigas-Schule veranstaltete deshalb unlängst am Ramberg ein Leichtathletik-Casting mit Trainer Uwe Beerberg und Zehnkämpfer Patrick Scherfose von der LG Weserbergland. Elitenförderung auf dem kleinen Dienstweg, sozusagen.

„An unserer Schule gibt es viele tolle, durchtrainierte Mädchen, die aber nicht versorgt sind“, sagt Discher. „Es wäre toll, wenn sie vielleicht sogar zum Leistungssport fänden.“

Als er im Fitnessstudio zufällig auf Uwe Beerberg traf, sprach er den an. Und der Trainer war bereit zum Abstecher nach Nordrhein-Westfalen. „Es ist außergewöhnlich, dass sie an unsere Schule gekommen sind“, sagt Discher.

Vom Schnuppertraining auf dem Ramberg-Sportplatz mit den beiden Hamelnern samt professioneller Zeitnahme schwärmen die Mädchen noch immer. „Die beiden sind auf uns eingegangen und haben uns nicht gedrillt“, berichtet Milina. „Das ging alles auf ganz spielerische Weise.“ Und Gigas-Sportlehrer Discher sagt: „Die Mädchen sind Feuer und Flamme, und auch die Trainer sind begeistert. Das war genau richtig.“

Das Casting trägt auch bereits erste Früchte: Mehr als die Hälfte der 15 Gigas-Schülerinnen hat angebissen – und pendelt künftig wohl einmal wöchentlich zum Leichtathletik-Training nach Hameln.

Das Problem an der Sache ist nur der Ganztagsunterricht. Seit es den gibt, treiben weniger Mädchen und Jungen Sport, denn es fehlt an Zeit. „Die Kinder haben an drei Tagen bis 15 Uhr Schule“, sagt Thomas Discher. „Manche sind dann erst um 16 Uhr zu Hause, und von 17 bis 19 Uhr läuft in Hameln das Training.“

Aber so begeistert die jungen Talente scheinen, so wenig dürfte ihnen das Pendeln ausmachen. „Ich finde es wichtig, dass man was macht, was anstrengend ist“, sagt Mara über den Sport. „Da kann man sich gut auspowern. Und auch eine Sportfamilie ist reizvoll.“Die 13-Jährige findet: „Leichtathletik ist das Beste.“

Beeindruckt sind die Mädchen vom Zehnkämpfer Patrick Scherfose. Nicht nur, weil er ganz locker und gut drauf ist. „Der hat fast immer gewonnen“, sagt Mara über seine sportlichen Leistungen. „Das würde ich am liebsten auch schaffen.“ Aber sie weiß: „Bis dahin ist es ein weiter Weg.“

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