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Elbrinxer Jörg Brinn war zur Fach- und Ideenkonferenz nach Berlin eingeladen

Elektroautos: „Für ländliche Regionen ideal“

ELBRINXEN. Jörg Brinn ist Busunternehmer aus Elbrinxen. Zusammen mit sieben Vollzeitkräften rollen für sein Unternehmen derzeit sieben Fahrzeuge als Linien- und Reisebusse, Kleinbusse und ein E-Pkw für Sonderfahrten wie beispielsweise Krankentransporte. Doch während der Fuhrpark des vor knapp 25 Jahren gegründeten Unternehmens bislang mit Diesel betankt wird, setzt der 57-jährige Unternehmer für die Zukunft mit viel Engagement auf Elektromobilität. Und hat sich in diesem Bereich als Mobilitäts-Praktiker auch schon einen gewissen Ruf erlangt. Grund genug für Christian Haase (CDU), im Bundestag für den Wahlkreis Höxter-Lippe II und Mitglied im Ausschuss für Umwelt und Verkehr, den Elbrinxer jetzt zur Fach- und Ideenkonferenz Elektromobilität ins Congress-Zentrum Berlin einzuladen. Unter dem Motto: „Das Elektroauto – Extravaganz oder automobile Normalität der Zukunft?“ diskutierten dort Anfang der Woche mehr als 700 Teilnehmer neue Ideen und Anreize zur Förderung der Elektromobilität.

veröffentlicht am 09.06.2016 um 19:31 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:23 Uhr

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Joachim Zieseniß

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Joachim Zieseniß Reporter Coppenbrügge-Salzhemmendorf zur Autorenseite
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Jörg Brinn ist überzeugter Anhänger der Idee, dass Strom die Fortbewegungsmittel der Zukunft antreiben wird. Begonnen hatte diese Begeisterung bei der Hannover-Messe 2012. Damals hatte Messe-Beschicker Phoenix Contact den Prototyp des Iveco-Elektrobusses für einen Shuttle-Service auf dem Messe-Gelände nach Hannover geholt. Jörg Brinn war zehn Tage lang als Fahrer des 15-Sitzers engagiert. Und der Elbrinxer – damals noch E-Mobilitäts unerfahren – staunte: „Abends war ich um die 150 Kilometer zwischen den Hallen hin- und hergefahren und der Akku war immer noch gut voll.“ Ein Diesel hätte bei diesen Fahranforderungen rund 30 Liter verbraucht. Und mit diesem Schlüsselerlebnis war aus dem Busunternehmer ein glühender Anhänger der Elektromobilität geworden, der sich als Praktiker immer intensiver in die Materie einarbeitete. Mit der Folge, dass Jörg Brinn bereits im Vorjahr erstmals zur Bundes-Fachkonferenz eingeladen worden war. Damals sei als Konferenz-Ergebnis erarbeitet worden, was derzeit politisch umgesetzt wird, berichtet Brinn. Erst vor wenigen Wochen hat die Bundesregierung die Förderung der Elektromobilität weiter ausgebaut: Rund eine Milliarde Euro werden unter anderem für einen Umweltbonus für Elektrofahrzeuge, den Aufbau der notwendigen Ladeinfrastruktur für elektrisch betriebene Fahrzeuge sowie die steuerliche Förderung eingesetzt.

Wenn Jörg Brinn für Elektromobilität wirbt, so als pragmatischer Praktiker. Sein Rechenexempel: Braucht ein normaler Pkw für 100 Kilometer 12 Kilowatt, so sind das Stromkosten von rund 4,50 Euro. Bei einem Verbrennungskraftstoff wären das um die zehn Euro. Und Brinn ist überzeugt: Angesichts der Entwicklung der Kaufpreise für Elektroautos und die jüngsten Subventionen „ist die Bereitschaft in der Bevölkerung da, nur das Wissen um Elektroautos muss verbessert werden.“ So will er das Vorurteil ausgeräumt wissen, dass zum Tanken von E-Autos spezielle E-Tankstellen erforderlich sind. Er zeigt einen einfachen Adapter, mit dem der Zapf-Stecker an jede normale Steckdose angeschlossen werden kann; und in sechs Stunden ist der Akku voll. Dadurch seien E-Autos besonders für ländliche Regionen ideal, wo Pkw nachts nicht auf der Straße stehen, sondern auf dem Hof oder in der Garage während der Stehzeiten einfach ans Netz angeschlossen werden können. „Und morgens sind sie wieder fahrbereit für Pendler, Shopping-Touren oder Taxi Mama“, erklärt Brinn. Doch das müsse eben Laien deutlich gemacht werden. Sein Vorschlag in Berlin war deshalb, jedem neuen Führerschein-Inhaber eine Stunde E-Autofahren zu schenken, damit er mit dem neuen Autotyp individuell Erfahrungen sammeln kann. Und er könnte sich vorstellen, dass mit Rückenwind aus Berlin der Kreis Lippe vielleicht sogar den Zuschlag für ein Pilotprojekt bekommt.



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