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Wie das Staatsbad Pyrmont um russische Gäste wirbt / An die 100 kamen im vergangenen Jahr

Eine Teestunde mit Familie Kalaschnikov

Bad Pyrmont (jl). „Very exotic, very pleasant“ – „sehr exotisch und sehr schön“, findet Alissa Kalaschnikova die Kurstadt. Mit ihren Eltern war die 20-Jährige jetzt für eine Stippvisite zu Gast in Bad Pyrmont. Auf dem Plan standen eine Teestunde mit dem Kurdirektor im Steigenberger, eine Führung durch den Wellness- und Spa-Bereich des Hotels sowie ein Spaziergang im winterlichen Kurpark.

veröffentlicht am 13.01.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 17:41 Uhr

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Allerdings waren die Kalaschnikovs aus Brjansk nicht irgendwelche Gäste, sondern solche, die den guten Ruf der Kurstadt in ihre Heimat tragen könnten. Das hoffen zumindest Heinz-Hermann Blome und Norbert Raabe vom Hameln-Pyrmonter Kreisverband des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, der den Termin vermittelte. Denn Michail Kalaschnikov kann als Multiplikator gelten – ist er doch, damals noch von Boris Jelzin bestimmt, seit 14 Jahren Gouverneur der russischen Regierung für die Region Brjansk.

Staatsbad-Chef Blome ließ sich die Gelegenheit zum Plausch nicht entgehen – birgt doch ein solcher Kontakt auch immer eine erste Möglichkeit, für die Angebote des Staatsbads zu werben. Und Kalaschnikow schien durchaus interessiert – zumal ihm sein Rücken zu schaffen macht.

Mit knapp 100 Gästen aus Russland seien im vergangenen Jahr „nicht ganz so viele nach Bad Pyrmont gekommen, wie wir gern gehabt hätten“, sagt Blome. Zwar stiegen – trotz der komplizierten, teuren Visa-Bestimmungen – wiederholt Ehepaare etwa in der Fürstenhof-Klinik ab. Aber insgesamt ist die Vermarktung Bad Pyrmonts in Russland laut Blome nach wie vor „ein mühsames Geschäft“. Das Staatsbad habe sich jedoch seit der Kurkrise angewöhnt, „auch ganz kleine Pflänzchen zu begießen“.

Falschen Illusionen will sich Blome deshalb freilich nicht hingeben, zumal er weiß: „Die Russen haben selbst sehr berühmte Kurorte.“ Gleichwohl ist ihm klar: „Das Image russischer Mediziner bei ihren Landsleuten ist ein anderes als das deutscher Ärzte.“

Ein enormes Hemmnis für finanzkräftige Russen, die sich hier operieren lassen oder eine Kur antreten wollen, könnte immerhin bald ausgeräumt ein: Derzeit verhandeln Blome und seine Crew mit der „Deutschen Management-Akademie“, die unter anderem auch russische Manager schult. Die auf Ost-West-Wirtschaftsbeziehungen spezialisierte Einrichtung in Celle hat eine Niederlassung in Moskau und könnte das bisher für potenzielle Kurgäste äußerst aufwändige Visa-Verfahren vereinfachen. „Unsere Klientel muss dann nicht mehr jedes Mal selbst zur Botschaft fahren“, sagt Blome. „Das ist eine erhebliche Erleichterung und ein hoffnungsvoller Ansatz.“ Denn gerade die „Premium-Gäste“, auf die die Pyrmonter Angebote abzielten, fragten kostspielige Behandlungen ab. Sich unter ihnen einen Namen zu machen, betrachtet Blome als Herausforderung.

Unterdes hat das Staatsbad auch Kontakt zu einem Arzt in Moskau geknüpft, der fünf private Praxen betreibt und auf der Suche nach Partnern ist. Schon jetzt arbeitet dieser Mediziner laut Blome mit Experten in Israel und mit der Charité in Berlin zusammen.

Erst einmal hat der Kurdirektor seinen russischen Gast jetzt mit Prospekten in russischer Sprache ausgestattet. Und, wer weiß, vielleicht erinnert sich Familie Kalaschnikow ja eines Tages, wenn die Befindlichkeit es erfordert, der hübschen deutschen Kur-stadt?!

Sprachbarrieren gibt es hier für Gäste aus Brjansk jedenfalls kaum. Denn, so Blome: „Wir haben sowohl Ärzte und als auch Pflegepersonal, die Russisch sprechen können.“ Sie unterstützten die erholungs- und behandlungsbedürftigen Gäste als eine Art „Personal Coach“.



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