weather-image
14°
Gigas-Schule hat trotz Erfolgs mit Zusammenschluss immer weniger Schüler – und sucht nach einem Weg für die Zukunft

Eine Gemeinschaftsschule als Lösung für Lügde ?

Lügde (jl). Wenn die Lügder nicht bald wieder mehr Kinder in die Welt setzen, dann könnte es für die Johannes-Gigas-Schule bald eng werden. Vor allem dem Hauptschulzweig wird es noch stärker als bisher an Schülern mangeln, denn die Mindeststärke zur Bildung einer fünften Klasse liegt derzeit offiziell bei 18 Kindern. Dass sie erreicht wird, wenn in den nächsten fünf Jahren nur noch zwischen 61 und 41 Fünftklässler zum Ramberg wechseln, ist unwahrscheinlich. Wenn es so kommt, wie Rathaus-Mitarbeiter Walter Schrader in seiner neuen Hochrechnung – allerdings ohne die Schüler aus den Nachbarorten – prognostiziert, hat Lügdes Haupt- und Realschule im Schuljahr 2015/16 nur noch 312 Schüler; jetzt sind es 571.

veröffentlicht am 03.11.2010 um 20:42 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 07:41 Uhr

Petra Hagemeister wünscht sich auch eine politische Entscheidung
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Und es könnte noch schlimmer werden. Schrader hat seiner Berechnung nämlich zugrunde gelegt, dass 62 Prozent der Grundschüler aus Lügde und seinen Ortsteilen zum Ramberg gehen. Diese Quote fiel zuletzt real aber noch etwas geringer aus. Kommt hinzu: Falls die neue NRW-Regierung die Verbindlichkeit der Grundschulgutachtenwieder aufhebt, bekommt der Elternwille mehr Gewicht – und die Schulwechsel werden noch weniger berechenbar.

Manchem scheint da nur eine „Gemeinschaftsschule“ Zukunft zu haben. Dort könnten Haupt- und Realschüler sowie Gymnasiasten und eventuell Kinder mit Förderbedarf zusammen unterrichtet werden, bis die Guten in der 11. Klasse aufs Gymnasium wechseln.

Gigas-Konrektorin Petra Hagemeister hat sich intensiv mit diesem Schulmodell beschäftigt und klärte die Politiker im Schulausschuss jetzt über seine Vor- und Nachteile auf: Dafür spreche unter anderem, dass die Gigas-Schule schon heute einiges aus dem Gemeinschafts-Modell umsetze, ohne aber dessen Vorteile wie mehr Lehrerstunden oder reduzierte Arbeitszeiten zu genießen. Weitere Argumente sind die sinkenden Schülerzahlen und ein gewisser Zeitdruck, wenn Lügde am Modellversuch teilnehmen will.

Gegen die Gemeinschaftsschule spreche vor allem, dass die derzeit geltende Mindest-Klassenstärke 23 zu hoch für gute Lernerfolge aller Kinder wäre. Zudem zeige das Beispiel Berlin, dass Kinder aus „bildungsfernen“ Familien weiterhin schwächeln. Obendrein weiß keiner, ob die Lügder Eltern einen solchen Modellversuch annehmen – zumal genügend „ordentliche“ Schulen in der Nähe sind.

Eine eigene Position bezieht Petra Hagemeister nicht. „Soweit sind wir noch gar nicht“, sagt die Pädagogin, die außerdem „keine Stimmung machen“ will. Sowohl sie als auch Rektor Uwe Tillmanns sehen bei einer Entscheidung nicht die Schule am Drücker, sondern vor allem die Stadt als Schulträgerin. Hagemeister erhofft von den Politikern, „dass sie das Thema objektiv betrachten und parteiideologische Zwänge herauslassen“.

Außerdem müssten die Kollegen und natürlich die Eltern ins Boot geholt werden. Zunächst soll die Stadt nach dem Wunsch der Gigas-Spitze die Eltern der jetzigen Zweit- und Drittklässler befragen. Denn deren Kinder könnten die ersten Gemeinschaftsschüler werden, wenn das Modell denn eingeführt würde.

Bevor nach einem Weg für Lügde gesucht wird, schielen die Pädagogen vom Ramberg aber erst einmal nach Schieder. Denn die Hauptschule dort will, als Sondermodell, „Schule der Zukunft“ werden und künftig auch Realschüler aufnehmen. Würde ihr Antrag genehmigt, dann blieben die bisher aus Schieder anreisenden Realschüler in der Zukunft weg – und Lügdes Problem würde noch größer.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt