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Manfred Willeke führt in die Kilianskirche

Ein Spaziergang in die Lügder Geschichte

Lügde (rr). Wer in Lügde auf den Spuren von Karl dem Großen wandeln wollte, konnte das jetzt mit Manfred Willeke tun. Das wandelnde Geschichtsbuch und Lügder Urgestein sowie eine Gruppe Interessierter trotzte dem schlechten Wetter und machte sich vom Rathaus aus auf den Weg in Richtung Kilianskirche. Denn das Gotteshaus stellt die eigentliche Verbindung zu Karl dem Großen her, während der Weg dorthin durch die Hintere Straße eher den stadtgeschichtlichen Hintergrund bildete.

veröffentlicht am 13.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 20:41 Uhr

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Als kompetenter Heimathistoriker konnte Willeke mit zahlreichen überraschenden Informationen und Anekdoten aufwarten. Besonders die Stadtentwicklung nach dem großen Brand von 1797, als von 280 Häusern 234 dem Feuer zum Opfer fielen, konnte er anschaulich vor Augen führen. Auch wenn die Besiedlung des Lügder Tales sich anhand von Funden 2000 bis 5000 Jahre zurückdatieren lasse, sei doch das Jahr 784 von ganz eigener Bedeutung, so Willeke. Wie in den Fränkischen Reichsannalen berichtet wird, die um die Mitte des 9. Jahrhunderts im Kloster Lorsch geschrieben wurden, feierte Karl der Große in diesem Jahr das Weihnachtsfest in Villa Liuhidi. Wahrscheinlich war dieser Ort ein Gutshof, der um 780 bereits bestand und wohl auch eine Kapelle enthielt, womöglich Vorläuferin der späteren Kilianskirche. Übrigens erhielt diese ihren Namen von Würzburger Missionaren, deren Bistumsheiliger Kilian war.

Wie Willeke berichtete, sei Karl der Große damals mit einer Streitmacht von 800 bis 1000 Soldaten unterwegs gewesen, denn es war die Zeit der Sachsenkriege. Viele Informationen gab er zur Kilianskirche, deren etappenweisem Ausbau zu heutiger Größe, den Plünderungen durch die Schweden im Dreißigjährigen Krieg und ihrer Verwendung als Beerdigungskirche. So sind auch alle Grafen von Pyrmont dort bestattet, was sich aber wegen fehlender Dokumente nicht exakt quantifizieren lässt.

Wenn also Karl der Große auch nur geringe Spuren in Lügde hinterlassen hat, so war die Stadtführung von Manfred Willeke doch ein Erlebnis für die Teilnehmer, und pünktlich zum Ende ihrer Tour setzte wieder der Regen ein.

Manfred Willeke in der Apsis der Kilianskirche.

Foto: rr

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