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Marion Wosnitza geht als Köchin in der Awo-Kita in Rente und sucht eine Nachfolge

Ein „Mmmh“ ist das größte Kompliment

LÜGDE. Es ist halb 12. In der Awo-Kita „Tausendfüßler“ herrscht Trubel. In den Gruppenräumen wird gesungen, gebastelt und geredet. In einem Raum aber herrscht ganz andere Betriebsamkeit: In der Küche steht Marion Wosnitza an einem großen Topf und schmeckt ab. Bald ist das Geschichte, denn die Köchin geht in Rente.

veröffentlicht am 27.11.2017 um 15:55 Uhr
aktualisiert am 27.11.2017 um 20:30 Uhr

Marion Wosnitza in ihrem Element: Auf dem Herd köchelt der Wirsingeintopf und muss jetzt noch püriert werden. Foto: afk
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Autor

Achim Krause Reporter
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Seit 21 Jahren ist sie täglich vier Stunden hier und hat nur ein Ziel: mit ihrem Essen Kindern etwas Schmackhaftes zu kochen. Aber das wird nicht mehr lange so sein können: in Kürze wird sie die Altersgrenze erreicht haben und aufhören müssen. „Wir suchen für unsere Marion dringend Ersatz“, erzählen die Leiterinnen Manuela Brandt und Marion Otten und wissen: „Ihre“ Marion Wosnitza hinterlässt eine große Lücke.

„Mir macht das Kochen einfach Riesenspaß. Und es war eine Herausforderung für mich, nicht nur für die eigene Familie, sondern eben auch für viele kleine Kinder etwas Schmackhaftes zu kreieren“, sagt die erfahrene Hausfrau und Mutter, die den Beruf einer Köchin nicht gelernt, sich aber das erforderliche Wissen selbst beigebracht hat. Seit sieben Jahren wird die gebürtige Lügderin von der Hauswirtschaftsassistentin Elena Lusewitsch unterstützt. Heute ist es für Marion Wosnitza selbstverständlich, an jedem Tag in größeren Mengen neben normalen Gerichten auch Speisen zuzubereiten, die Rücksicht nehmen auf bestimmte Allergien, die koscher (jüdisch), halal (nach der islamische Normenlehre), gluten- oder lactosefrei sind. „Wir legen großen Wert darauf, dass jedes Kind hier gesunde, abwechslungsreiche und ausgewogene Kost bekommt. Das hat sich über die Jahre eingespielt und bereitet keine Probleme“, versichert sie. Ihre Küchentür steht stets offen, jeder kann ihr bei der Arbeit zuschauen und in die Töpfe schauen. Immer wieder kommt mal ein Kind mit einem Sonderwunsch – der wird natürlich auch erfüllt. Bei den Gerichten stehen bei den Jungen und Mädchen natürlich Nudeln ganz oben auf der Beliebtheitsskala und auch Pommes sind durchaus mal im Angebot. „Wichtig ist uns, dass viel Frisches und Abwechslungsreiches auf den Tischen steht“, betont Manuela Brandt. „Für mich ist es wichtig, dass das Essen den Kindern auch schmeckt“, sagt Marion Wosnitza, die sich über jedes „Mmmh“ freut.

Bei der Zubereitung des Mittagessens hilft eine funktionell eingerichtete Küche mit Geräten, die das schnelle Erwärmen einer kleinen Portion ebenso ermöglicht, wie die schonende Aufbereitung größerer Mengen im Dampfgarer. Und auch das Spülen und Abtrocknen übernimmt die Technik.

In einem Regal in der Küche stehen die Rezept-Ordner mit den unzähligen Gerichten, die sich die Köchin in den Jahren selbst erarbeitet und fein säuberlich mit Mengenangaben dokumentiert hat. Der Speiseplan steht für mehrere Tage im Voraus immer fest, frische Zutaten bringt Wosnitza dann häufig selbst mit.

Angefangen hat der „Tausendfüßler“ vor über zwei Jahrzehnten mal mit 30 Essenskindern. Inzwischen sind es täglich 52, die hier regelmäßig ihre warme Mahlzeit bekommen – abgestimmt auf das jeweilige Alter. Auch die zwölf Jungen und Mädchen aus der U3-Gruppe werden entsprechend verköstigt. „Dass wir hier jeden Tag selbst frisch kochen, ist für Eltern durchaus ein Entscheidungskriterium bei der Anmeldung“, bestätigt Manuela Brandt. „Deshalb wollen wir möglichst auch nach dem Ausscheiden von Marion Wosnitza dieses Angebot möglichst beibehalten und nicht auf Caterer zurückgreifen.“ Wer Lust hat, für die Kinder im Familienzentrum Awo-Kita „Tausendfüßler“, Am Sonnenhof 10, zu kochen, kann sich direkt mit der Einrichtung unter 05281/979169 in Verbindung setzen.

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