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Bemühungen der Behörden gegen die Verkehrsbelastung am Köterberg stellen die Einwohner nicht zufrieden

„Ein bisschen leiser ist etwas weniger laut“

Köterberg/Niese. Kann man in Köterberg und Niese glücklich wohnen? Auf der Bürgerversammlung am Dienstagabend betonten die Betroffenen, dass das unmöglich sei.

veröffentlicht am 21.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 23:21 Uhr

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Autor:

von carlhermann schmitt
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Daniel Möller von der Dekra stellte Lärmmessergebnisse vor, die zeigten, dass der Motorradkrach in Niese um 3,6 Dezibel gesunken sei und in Köterberg um 1,2 Dezibel, genauer dB(A). Und zwar durch zwei Maßnahmen: durch das Aufstellen von Schildern, die darauf hinwirken, dass der Verkehrsteilnehmer einsichtig langsam fährt und durch massive Verkehrskontrollen. Die Anwohner beharrten indessen darauf, dass die bis zu 1500 Motorräder, die an einem einzigen Wochenendtag auf den Köterberg fahren, immer noch viel zu laut seien. „Wir können kein Fenster aufmachen, geschweige denn einmal die Terrasse oder den Garten genießen“, fasste Monika Stecker den Unmut der Einwohner zusammen. Diese wollten auch gar nicht abstreiten, dass es ein bisschen leiser geworden sei. Entscheidend sei aber, dass ein „bisschen leiser“ für sie lediglich bedeute „etwas weniger laut“. Ein dB(A) ist gerade hörbar. Der subjektive Eindruck von „doppelt so laut“ entspricht einer Zunahme von 10 dB(A). Und so bedauerten die Einwohner, dass Möller die Ergebnisse nicht einmal einordnen konnte. Gibt es doch immerhin vom Bund erlassene Richtwerte für Gewerbelärm. Für Kern-, Dorf- und Mischgebiete ist darin ein Richtwert von 60 dB(A) angegeben. Es wird davon ausgegangen, dass ab 65 dB(A) das vegetative Nervensystem geschädigt wird. Deshalb hörte es sich zwar gut an, wenn der Dekra-Fachmann erklärte, dass in Niese das Gros der Motorräder nicht mehr 66, sondern nur noch 61 dB(A) verursacht. Seine Grafik zeigte aber auch, dass immer noch etliche Krafträder deutlich lauter sind. Etwas effektiver sind offenbar die psychologisch ausgefeilten Bilder, die sich des Kindchenschemas bedienen und die Dialogsysteme, die sich direkt an die Fahrer wenden: „Es wird nicht nur langsamer gefahren, sondern auch entspannter, denn der Lärmrückgang zeigt, dass der Motorradfahrer nicht im kleinen Gang in Lauerstellung fährt, um gleich wieder aufreißen zu können, sondern in Ruhe cruist“, so Rudolf Broer, der die Motive gestaltet hat.

Polizeihauptkommissar Udo Pydde stellte das Ergebnis der Polizeikontrollen vor: „Zu Saisonbeginn haben wir mehr als ein Blatt voll Geschwindigkeitssünder notiert.“ Dafür standen teilweise 14 Beamte in und rund um den Köterberg. „Im Rahmen der Möglichkeiten werden wir auch im nächsten Jahr die Geschwindigkeitskontrollen fortsetzen“, versprach Landrat Friedel Heuwinkel, pflichtete aber Fachbereichsleiterin Brigitte Nolting vom Kreis Lippe bei, die darauf hinwies, dass ihre Behörde die Pflicht habe, die Straßen jedem Verkehrsteilnehmer zur Verfügung zu stellen. Mit anderen Worten: Eine Sperrung ist nicht möglich. „Im nächsten Jahr soll die Ortsdurchfahrt von Köterberg neu gestaltet werden. „Wir wollen die Straßenbreite auf das absolute gesetzlich vorgeschriebene Minimum beschränken“, , erläuterte Rainer Huneke vom Eigenbetrieb Straßen des Kreises. Zudem werde die Kurve in der Ortsmitte noch schärfer werden, um den Verkehr zu verlangsamen. Auch in Niese werde die Straße nächstes Jahr so schmal wie möglich gemacht. „Zudem werden keine Mittelmarkierungen aufgemalt, was ebenfalls zu einer Geschwindigkeitsreduktion führt.“

Udo Pydde zeigt eine Liste der notierten Verkehrsvergehen. Brigitte Nolting, Wolfgang Herold, Fachgebietsleiter Straßenverkehr des Kreises Lippe, und Rainer Huneke kennen sie schon.yt



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