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Imker Beverung: Putztrieb kann Bienen vor Faulbrut schützen / Kreis Lippe weist Sperrbezirk aus

Ein Bierdeckel als Test für die Reinlichkeit

Hünkergrund (jl). Die Honigernte war in diesem Jahr schon eine Katastrophe – und jetzt noch das: Weil in Blomberg die „Amerikanische Faulbrut“ ausgebrochen ist, hat das Veterinäramt des Kreises Lippe gerade einen neuen Sperrbezirk ausgerufen.

veröffentlicht am 18.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 17:21 Uhr

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Alle Imker, die ihre Völker im Bereich Blomberg stehen haben, müssen das den Veterinären in Detmold melden (Telefon 05231/62-221, E-Mail: vetlmue@kreis-lippe.de) und von ihnen untersuchen lassen. Aus dem Sperrbezirk mit den Ortsteilen Herrentrup, Reelkirchen, Höntrup und Obersiebenhöfen sowie dem westlichen Teil von Tintrup dürfen keine Völker entfernt werden. Das schreibt die „Tierseuchenallgemeinverfügung“ vor, die im vergangenen Jahr schon im Bereich Belle verhängt wurde und noch immer gilt.

Dem Menschen tut die Faulbrut zwar gar nichts. Aber der Befall mit den Bakteriensporen vernichtet den Bienen-Nachwuchs in den Waben – und irgendwann das Volk.

Übertragen wird die Seuche von fremden Bienen, an deren Körpern die Sporen aus einem befallenen Stock haften. Aber auch von Imkern, die mit infizierten Geräten hantieren.

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Lippes einziger Berufsimker Klaus Beverung aber hat offenbar wieder einmal Glück gehabt. „Meine Tiere sind nicht betroffen“, sagt der 57-Jährige, der auch Bienen züchtet. „Dabei darf man dann nicht nur an viel Honig, wenig Stiche und wenig Arbeit denken, sondern sollte nur Völker mit hohem Putztrieb vermehren“, erklärt der Experte.

Doch wie findet er heraus, ob ein Bienenvolk besonders reinlich ist – was die Seuche in Schach halten, wenn nicht gar verhindern kann? „Wenn ich zum Test einen Bierdeckel in den Stock lege, dann knabbert ein gutes Volk den in einer Woche weg“, sagt der Imker. Andersherum: Ignorieren die Bienen die Pappscheibe, eignen sie sich nicht zur Zucht.

Allerdings können laut Beverung auch die Konsumenten helfen, die Faulbrut einzugrenzen: „Waschen sie leere Honiggläser gut ab, bevor Sie sie in den Container werfen“, bittet er alle Honig-Fans. Denn ein großer Teil des handelsüblichen Honigs auch aus EU-Ländern wie Portugal, Spanien oder Italien enthalte Faulbrut-Sporen, die dann von containernden Bienen aufgenommen würden.

In einigen Ländern außerhalb Deutschlands behandeln manche Imker die Faulbrut zwar, indem sie ihre Bienen, mitunter sogar rein vorsorglich, mit einem Antibiotika-Puderzuckergemisch bestäubten. „Aber das vernichtet nicht die Sporen“, sagt Beverung.

Derzeit hat der 57-Jährige, der schon als Teenager zu imkern begann, noch 190 Völker. Tendenz abnehmend. Schuld daran sei unter anderem die Varoa-Milbe, aber auch die mächtige Agrarchemie-Lobby. Denn die spiele die Folgen der Verwendung von Saatgut herunter, das mit Nicotinamid-haltigen Insektiziden gebeizt sei.

Aber das ist ein anderes Thema.

Lippes einziger Berufsimker Klaus Beverung hat noch keine Bienen an die „Amerikanische Faulbrut verloren. Rechts: Den schon seit Mai 2011 geltenden Sperrbezirk hat das Veterinäramt des Kreises Lippe violett markiert, den neuen, zusätzlichen blau. Wer hier Bienen hält,, muss das melden und darf weder Stöcke abtransportieren noch dazubringen.



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