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Temporeiche Komödie „Einer spinnt immer“ der Elbrinxer Dorfbühne mit einem Akt zu viel

Eierlikör im irren Haus

Elbrinxen. Mit der turbulenten Komödie „Einer spinnt immer“ hat die Elbrinxer Dorfbühne am Wochenende ihr Publikum bestens unterhalten. Nicht in einem Irrenhaus sondern in einem irren Haus spielte die Geschichte.

veröffentlicht am 06.03.2016 um 15:21 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 13:04 Uhr

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Autor:

Ralph Arndt-Stricker
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Elbrinxen. Zwei Akte lang brannten die Mitglieder der Elbrinxer Dorfbühne bei der Aufführung der Posse „Einer spinnt immer“ von Wilfried Reinehr ein Feuerwerk ab. Die 130 Zuschauer wurden in der ausverkauften Elbrinxer „Marktscheune“ bestens unterhalten, als sie die Umsetzung des Wunsches des vermögenden Otto Ofenlochs (Heinz Hagemeyer) verfolgten, einmal ein Irrenhaus von innen kennenzulernen. Kurzerhand wird diesem deshalb von seinem Neffen, Ottfried Ofenloch (Heiner Janetzko), vorgegaukelt, die Pension Ballermann sei ein privates Nervensanatorium.

Was sich, angesichts der dort wohnenden Gäste, als nicht allzu kompliziert erweist. Das dort zudem auch Ottfrieds Angebetete Siglinde (Ingrid Golinski) als Kellnerin arbeitet, spielt natürlich ebenfalls eine gewisse Rolle. Als „normaler“ Gast getarnt, lernt Otto Ofenloch in der Pension nach und nach alle „Insassen“ kennen und fürchten. So will der mit einem Sprachfehler behaftete Möchtegern-Schauspieler Ladislaus Locke (grandios: Alex Zumhasch), der bei einem Liebesschwur nicht nur sein Herz, sondern auch das „L“ verlor und es fortan durch ein „N“ ersetzen muss, unbedingt von Ofenloch protegiert werden. Der Abenteuerer Julius Ludwig (Friedel Kopei) sieht in Ofenloch den idealen Reisegefährten und der „Major“ Egon von Schönborn (Klaus Zumhasch) fordert Ofenloch gar zum Duell. Am meisten setzen dem vermögenden Privatier jedoch die weiblichen Gäste zu. Die Trivial-Schriftstellerin Christine Frank (hinreißend: Friederike Klinge) möchte unbedingt Ofenlochs angeblich schwere Kindheit zu Papier bringen und die mannstolle Hausbesitzerin Florence Wipperling (Reinhild Blum) – stets in Begleitung ihres schwulen Sohnes Detlef (Justin Blum) – versucht Ofenloch ebenso in den Ehehafen zu nötigen, wie die männermordende Ria Baleno (Steffi Sulejmani). Doch Ofenloch hat natürlich nur Augen für die ebenso klamme wie attraktive Pensionswirtin Lieselotte Ballermann (Bärbel Köster).

Das an das Lustspiel „Pension Schöller“ von Wilhelm Jacoby und Carl Laufs angelehnte Stück, das 1960 mit Theo Lingen, Helmuth Lohner und Boy Gobert in den Hauptrollen verfilmt wurde, bot auch in der Elbrinxer Marktscheune beste Unterhaltung für Jung und Alt, war jedoch um den dritten Akt zu lang. Denn dort wurde unnötigerweise aufgelöst und beinahe schon zwanghaft alles erklärt, was ruhig hätte bestehen oder unklar bleiben können. Ladislaus Locke beispielsweise war ohne „L“ ein liebenswerter Geselle. Und wie Alex Zumhasch über zwei Stunden lang diesen Sprachfehler kultivierte, das gehörte zu den Höhepunkten dieses Abends und brachte dem Darsteller zurecht einigen Szenenapplaus ein. Durch die „Aufkläreritis“ des letzten Aktes ging einiges an Schwung verloren, doch die Darsteller holten auch aus dieser nicht so starken Passage noch einiges heraus. Abgerundet wurde der trotzdem überaus gelungene Theaterabend in Elbrinxen durch ein liebevoll und professionell gestaltetes Bühnenbild (Team um Manfred Buhr) sowie mit perfekter Technik und Organisation.

Florence und Detlef Blum (Reinhild und Justin Blum) lassen sich von Ria Baleno (Steffi Sulemani) zum Eierlikörchen einladen.

Weitere Vorstellungen am 11. und 12. März um 20 Uhr und am 13. März um 15 Uhr.



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