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So macht die Stadt Lügde mit Geld aus Berlin, Düsseldorf und Detmold ihre Tagesstätten für die Betreuung der Jüngsten fit

Drei Anbauten – und Papa hat keinen Pfennig dazubezahlt

Lügde (jl). Leon, Lea, Anna und die anderen Nesthäkchen fühlen sich sichtlich wohl im Kindergarten – dabei müssten die Ein- bis Zweijährigen altersgemäß eigentlich fremdeln. Doch sie legen ganz entspannt ihre Puzzles, kleben mit der Erzieherin Bilder aus Papierknöllchen oder gucken, was die anderen so treiben.

veröffentlicht am 20.10.2009 um 22:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 20:41 Uhr

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Ab und zu aber brauchen die Jüngsten im Kindergarten auch mal eine neue Windel oder eine Mütze Schlaf. Diesen Grundbedürfnissen trägt die Stadt Lügde jetzt mit Anbauten an ihre drei Tagesstätten in Lügde, Falkenhagen und Sabbenhausen Rechnung. Denn das Wickeln im Erzieherinnen-Büro wäre keine Dauerlösung, und zwischen krakeelenden Knirpsen schläft es sich ziemlich schlecht.

Das weiß auch die nordrhein-westfälische Landesregierung – und öffnet für die ganz Kleinen nur jene Kindergärten, deren Raumangebot eine angemessene Betreuung ermöglicht. Wo es zu eng ist, greift ein Bauprogramm: Maximal 200 000 Euro fließen dabei aus Berlin und Düsseldorf in jeden Kindergarten. So hat sich Lügde für die Aus- und Umbauten seiner drei städtischen Kitas insgesamt etwa 600 000 Euro gesichert. Als Zwischenstand in Sachen Auftragsvergabe meldete Bauamtsleiter Günter Loges neulich: „Wir liegen im Plan.“

Weil von Beginn an klar war, dass die Arbeiten in Sabbenhausen aufwendiger ausfallen, werden sie die 200 000er-Marke wohl um knapp 40 000 Euro überschreiten. Diese Summe muss die Stadt selbst beisteuern. In Falkenhagen reizt sie jetzt – entgegen der ursprünglichen Planung – das Förder-Maximum doch voll aus und hat obendrein eine energetische Sanierung angeschoben. Zu neuen Fenstern und Dämmarbeiten an Wänden und Dach steuert der Kreis Lippe 85 000 Euro bei; der Eigenanteil der Stadt Lügde beträgt laut Günter Loges 10 625 Euro.

Die Fenster fehlen noch: Gertrud Ostermann im Schlafraum-Rohbau.
  • Die Fenster fehlen noch: Gertrud Ostermann im Schlafraum-Rohbau.
Haus am Haus: Falkenhagen kriegt einen Raum mit Terrasse dazu.
  • Haus am Haus: Falkenhagen kriegt einen Raum mit Terrasse dazu.
Zwei runde Fenster prägen den Anbau in Sabbenhausen.  Fotos: jl
  • Zwei runde Fenster prägen den Anbau in Sabbenhausen. Fotos: jl

Keine Frage: Mit den Erweiterungen geht die Stadt einen großen Schritt auf dem Weg zu mehr Familienfreundlichkeit. Denn vielen Müttern bleibt nach der Geburt eines Kindes keine Wahl. Sie können nicht jahrelang zu Hause bleiben, sondern müssen aus den unterschiedlichsten Gründen dazuverdienen. Entweder, weil das Haus nicht abbezahlt ist oder weil der Verdienst des Mannes in Zeiten der Kurzarbeit für die klassische Ernährerrolle schlicht nicht reicht. Und wenn der Mann seinen Job ganz los wird oder sie verlässt, wird die Mutter unversehens zur Alleinverdienerin. Da ist es immens wichtig, auch den jüngsten Nachwuchs betreuen lassen zu können.

Im Vorgriff auf die Ausbauten haben Land und Kreis in den drei Stadt-Kitas schon rund 30 Plätze für unter Dreijährige bewilligt. Der Bedarf ist offensichtlich da, denn fast alle Plätze sind belegt. Mit der Aussicht, die neuen Räume im neuen Jahr nutzen zu können, nehmen die Erzieherinnen auch die Bauarbeiten klaglos hin. Keine ist genervt, wenn sie jetzt aus dem Fenster nicht mehr ins Grüne blickt, sondern auf eine rohe Ziegelwand. Im Gegenteil: „Als gemauert wurde, hatten die Kinder immer was zu gucken“, sagt Falkenhagens Kita-Chefin Martina Deppenmeier. Vom verstärkten Umgang mit den Jüngsten ist sie sowieso „schwer begeistert“.

Leon (1, vorn), Lea (2) und Anna (1) haben sich im städtischen Kindergarten in Lügde bestens eingelebt. Im neuen Jahr wird auch das Raumangebot den Be-

dürfnissen der ganz

Kleinen angepasst.



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