weather-image
Strahlende Wucht

Don Kosaken überzeugen mit Temperament und Stimmkraft

LÜGDE. Das Programm hätte man, wie bei vielen Don Kosaken Chören, in großen Teilen vorhersagen können, doch was die Maxim Kowalew Don Kosaken unter der Leitung von Kiryl Padolski am Dienstagabend in der St. Marien Kirche daraus machten, war in dem riesigen Kirchenraum einfach ein hochgradiger akustischer Genuss.

veröffentlicht am 06.12.2017 um 18:12 Uhr

Die Maxim Kowalew Don Kosaken unter der Leitung von Kiryl Padolski. Foto: ar
IMG-20161016-WA0000

Autor

Rudi Rudolph Reporter
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Der aus sieben Weißrussen bestehende Klangkörper hatte mit Aliaksander Lushchyk, Nikolai Kurshatsov und Andreij Voranov im Tenor sowie Evegenij Iakolev im Bass vier Solisten mit an Bord, die allesamt operntauglich sind. Damit interpretierten sie sowohl die Lieder der russisch-orthodxen Sakralmusik und verschiedene Volkslieder derart intensiv und emotional, dass die Zuhörer absolut begeistert applaudierten. Doch auch zackige Kosakenmärsche mit viel Rhythmus und in großer Modulationsbreite kamen ebenfalls präzise und stimmgewaltig herüber.

Sehr gut aufgenommen wurde vom Publikum das Konzept, den Abend nicht in einen geistlichen und einen weltlich Teil zu gliedern, denn damit erreichten die Maxim Kowalew Don Kosaken einen Abwechslungsreichtum in ihrer Melodik, der dem Konzert gut tat. Die Lebendigkeit im Vortrag und die ausgewogene Mehrstimmigkeit ließen manches altbekannte Lied ganz neu erscheinen, so dass ein „Ave Maria“, das „Eintönig klingt das Glöcklein“ oder das sattsam bekannte „Stenka Rasin“ plötzlich äußerst hörenswert erschienen. Die „Abendglocken“, gesungen von Aliaksander Lushchyk, gingen an Herz und Gemüt, sanft und doch aus mächtiger Tiefe vom Bass unterlegt. Und wenn bei einem russischen Gebet die erste Strophe von dem gewaltigen Bass kam, setzte mit feinfühligem schleichendem Einsatz der restliche Chor ein, und dann schwoll der Klang durch das Kirchenschiff, so dass die Zuhörer nur verzückt lauschen konnten. Im zweiten Teil des Konzertes führte oder unterlegte Anatoli Kunitski den Gesang mit dem Bajan, der russischen Version des Knopfakkordeons, und auch er verstand es ausgezeichnet, mit dem Chor zu harmonieren und ihn nicht zu dominieren. Aus dem Bajan lassen sich sowohl melancholisch-klagende als auch kräftig marschierende und fröhliche Tonlagen bedienen, aber man konnte ohne weiteres von einer wohltemperierten Klangharmonie bei sehr feinfühliger Differenzierung sprechen. „Ein Kosak spaziert am Don“ und „Hinter dem Don“ waren traditionelle Lieder, die mit viel Schwung und Freude vorgetragen wurde, wie man überhaupt eine größere emotionale Nähe zum Publikum bemerken konnte als bei vielen anderen Don Kosaken Chören. Diese Nähe kam besonders zum Ausdruck, als beim berühmten „Kalinka“ alle mitklatschten und die zweite Zugabe, das „Guten Abend, gute Nacht“ berührend inbrünstig mitgesungen wurde.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare