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Nach vierjährigen Vorarbeiten wird die umgestaltete Lügder Anlage am 11. November eingeweiht

Die Trauernde soll dem Ehrenmal Würde verleihen

LÜGDE. Im Rahmen der Ausstellung im Heimatmuseum zum Ausbruch des Erste Weltkrieges im Gedenken auch der Lügder Opfer war 2014 aufgefallen, dass das Ehrenmal am Sportplatz eine Ungleichbehandlung der Toten beider Weltkriege aufweist: An der Stirnwand einer Mauer sind bisher nur 23 Tafeln mit den Namen der Gefallenen des Zweiten Weltkrieges befestigt. Die Inschriften der Opfer des Ersten Weltkrieges aber drohten auf einem separaten Sandsteinsockel zu verwittern.

veröffentlicht am 30.08.2018 um 13:55 Uhr
aktualisiert am 30.08.2018 um 19:10 Uhr

Die neu erworbene Figur der Trauernden wird (v. li.) von Metallbauer Josef Ohms, den beiden Initiatoren Josef Huppertz und Josef Hoppenstock sowie Bauamtsleiter Uwe Rinsche (kniend) begutachtet. Kurz vor der Einweihung am 11. November soll sie auf de
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Josef Huppertz nahm sich im Auftrag des Heimat- und Museumsvereins der Aufgabe an, eine Neugestaltung zu planen, die nicht nur den verstorbenen Soldaten, sondern auch deren Angehörigen als Opfer beider Weltkriege gerecht wird. „Wir sind jetzt auf der Zielgeraden“, sieht Josef Huppertz nach vier Jahren Vorbereitung den Abschluss des Projektes. Und das Erfreuliche: Auf dem Sandsteinsockel wird auch wieder wie früher eine Skulptur zu sehen sein. Zum 100. Jahrestag des Kriegsendes am 11. November um 15 Uhr wird das neugestaltete Lügder Ehrenmal eingeweiht.

Der Auftrag für die 13 neuen Bronzetafeln mit den akribisch von Huppertz in zahlreichen Archiven ermittelten und verifizierten Namen von Lügder Bürgern, die im Ersten Weltkrieg gefallen oder später an den Folgen verstarben, ist inzwischen an eine Fachfirma erteilt worden. Das Gesamtprojekt, so hat Huppertz, der das Projekt im Auftrag des Heimat- und Museumsvereins zusammen mit dem ehemaligen Vorsitzenden Josef Hoppenstock federführend begleitet, errechnet, wird etwa 12 000 Euro kosten. Dank großzügiger Spenden ist es komplett finanziert. Huppertz: „Viele Lügder haben unser Anliegen unterstützt. Das ist keine Selbstverständlichkeit.“

Aus der Politik war der Wunsch geäußert worden, auf den Sandsteinsockel wie bei der Einweihung des Ehrenmals 1922/23 wieder eine Skulptur aufzusetzen. Die ehemalige, 1919 in verschiedenen Versionen gegossene, Bronzefigur war 1943 im Zuge des Zweiten Weltkrieg abgenommen und für Kriegswaffen eingeschmolzen worden. Für den Verein war aber die Grenze des finanziellen Engagements mit der Neugestaltung durch die Bronzetafeln beendet, betonte Josef Huppertz immer wieder. Eine neue Skulptur sollte 36 000 Euro kosten, wie die Stadt veranschlagte. Das wollten Politik und Verwaltung nicht investieren. Auch der Vorschlag einer kleineren Skulptur wurde nicht weiterverfolgt.

Auf dieser Gegenüberstellung ist das Original der Skulptur auf dem 1922/23 errichteten Ehrenmal (li.) und die neue Skulptur zu sehen, die auf den Sandsteinsockel fotomontiert wurde. So wird sie ab dem 11. November dann dort an der Gedenkstätte auch w
  • Auf dieser Gegenüberstellung ist das Original der Skulptur auf dem 1922/23 errichteten Ehrenmal (li.) und die neue Skulptur zu sehen, die auf den Sandsteinsockel fotomontiert wurde. So wird sie ab dem 11. November dann dort an der Gedenkstätte auch wieder zu sehen sein. Foto: afk

Aber dann half ein Zufall: Durch Presseveröffentlichungen wurde ein Sammler-Ehepaar aus Lemgo auf den Wunsch der Lügder aufmerksam und meldete sich bei Huppertz. Gemeinsam mit Ratsmitglied Jörg Eickmann sah er sich die angebotene Skulptur einer Trauernden an. Beide stellten fest: Die rund 1,45 Meter hohe und etwa 60 Kilo schwere Figur ist ein Original und weicht von der alten Statue nur dadurch ab, dass eine Dekorsäule neben der Statue fehlt.

„Wir waren sofort angetan und einigten uns mit den Besitzern auf einen Kaufpreis von 3000 Euro“, berichtet Huppertz. Spontan eingeworbene Spenden sicherten schnell die Finanzierung.

Inzwischen befindet sich die Figur, deren Erschaffer bislang nicht ermittelt werden konnte, im Lügder Bauhof, bevor sie dann nach Abschluss der bald anstehenden Umgestaltungsarbeiten am Ehrenmal durch Metallbauer Josef Ohms und städtische Mitarbeiter zum Schluss auf den Sandsteinsockel gesetzt wird. „Diese Skulptur der Trauernden rundet das würdevolle Gesamtbild der Anlage ab“, sind sich alle an der Planung Beteiligten einig. 2014 hatte im Heimatmuseum Lügde eine Ausstellung zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs stattgefunden, die mit zahlreichen Erinnerungsstücken privater Leihgeber bestückt und von Josef Huppertz zu einer vielbeachteten Präsentation zusammengestellt worden war. Jetzt soll es ab Freitag, 8. November, in Erinnerung der Verkündung der Waffenruhe 1918, eine erneute Ausstellung im Heimatmuseum geben. „Wir hoffen wieder auf Leihgaben jeglicher Art aus jener Zeit des Ersten Weltkriegs, um sie dann in dieser Ausstellung zeigen zu können“, so Huppertz. afk



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