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Hubertus-Andacht in der vollen Kilianskirche

Die Schöpfung im Blick

Lügde. „Seit dem 17. Jahrhundert wird die Hubertus-Messe gefeiert, berichtet Dr. Rudolf Ortlepp in seiner Ansprache in der Kilianskirche. Heute sei es „ein Tag des Erinnerns an einen Mann, der schon um 680 mit 25 Jahren erkannte, dass ein frevelhafter Umgang und Raubbau an Flora und Fauna der Schöpfungsidee widerspricht“.

veröffentlicht am 11.11.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 23:41 Uhr

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Der nach dem Tod seiner Gattin dem Alkohol und dem Jagdrausch verfallene Hubertus (Bischof Hubertus von Lüttich) wurde bekehrt, als er in den einsamen Ardennenwäldern einem Hirsch begegnete, der zwischen seinem Geweih ein Kreuz auf dem Kopf trug, so die Legende. Seither gilt Hubertus als Schutzheiliger der Jäger, Reiter, Hundeführer und Schützen. Er war „ein Mahner für Umwelt, Tier- und Naturschutz“, so Ortlepp. Zu Beginn des Gottesdienstes in der vollen Kilianskirche wird ein Naturfilm mit Rehen und Hirschen an die Wand der Apsis über dem Altar projiziert.

„Ich glaub’, ich steh’ im Wald“, meint denn auch Pastor Holger Nolte-Guenther. Denn er ist umgeben von Tannen und Zweigen, mit denen der Hegering Lügde-Köterberg die Kirche geschmückt hat. Für den Geistlichen ist der Einsatz eine Premiere: Mit ihm hält hier erstmals ein evangelischer Pastor die traditionelle Messe – weshalb die nun vor ökumenischen Andacht wird.

An den Stufen zum Altar stehen auf der einen Seite junge Reiterinnen mit der Fahne des Landesverbands der Lippischen Reit- und Fahrvereine. Auf der anderen Seite hat Falkner Daniel Müller samt Tochter Joelina (10) Position bezogen. Beide halten je einen Wanderfalke auf der Hand. Als die Jagdhörner geblasen werden, jault Müllers Jagdhündin „Fee“ gleich mit. Vor dem Altar sitzen indes – völlig reglos – Fuchs, Rehkitz und Dachs im Laub. Sie sind ausgestopft.

Die 20 Jagdhorn-Bläser des Posaunenchors unter der Leitung von Dr. Rudolf Ortlepp, und die 35 Bläser des Posaunenchor Elbrinxen unter der Leitung von Thomas Görg erfüllen mit ihrem Schall die historischen Gemäuer mit der fünfteiligen Messe in B nach Neuhaus. Zwischen den einzelnen Teilen berichtet Ortlepp über das Leben des Hubertus, und Nolte-Guenther hält seine Predigt über das Paradies, in dem das Kleinkind vor dem Nest der Otter spielt, die Wölfe bei den Lämmern wohnen und die Löwen Stroh fressen wie Rinder. „Auch die Kreatur seufzt nach Erlösung vom Tod“, zitiert der Pastor die Reich-Gottes-Hoffnung des Apostels Paulus. „Im Paradies sind die Menschen übrigens Vegetarier, essen Pflanzen, die Samen bringen und von Bäumen, die Früchte tragen.“ Doch wir lebten „in einer gefallenen Schöpfung, unter den Zeichen der Vergänglichkeit“.

Man müsse „die Schöpfung als Lebensgrundlage bewahren“, meint Ortlepp, der zum 30. Mal den Gottesdienst zum Hubertus-Tag vorbereitete. Er bekundet große Erleichterung und Freude darüber, dass Nolte-Guenther auf seine Anfrage schnell und unbürokratisch eingegangen sei.

Zur Verstärkung der Bläser zog zum Ausgangsstück „Highland Cathedral“ mit dem traditionellen schottischen großen Dudelsack und im schottischem Kilt Roger Buschkämper in St. Kilian ein.

Ein Teil der aus Anlass der Andacht gesammelten Spenden geht an die Stiftung „Anidaso-Ghana“ des verstorbenen Pastor Klabes, der in früheren Jahren die Hubertus-Messe hielt.cg

Daniel Müller und seine Tochter Joelina haben zwei Falken mit in die Kilianskirche gebracht. Pastor Holger Nolte-Guenther spricht vom Paradies. cg



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