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Nach Schlangen an den Vortragen hielten sich „Perso“-Antragssteller gestern zurück / Heute letzter Tag

Die Ruhe vor dem Sturm aufs Bürgerbüro

Lügde (jl). „Mein alter ist abgelaufen“, sagt Karl Zünkler. „Und den neuen Personalausweis brauch’ ich nicht.“ Denn der Landwirt hat anderes zu tun als im Internet Geschäfte abzuwickeln. Deshalb will er – wie allein in den letzten zwei Wochen rund 250 weitere Lügder – vor der Umstellung am 1. November noch schnell ein neues Exemplar des alten Ausweises beantragen.

veröffentlicht am 28.10.2010 um 21:14 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 07:41 Uhr

Vom Run der letzten Tage keine Spur: Katrin König bringt den Ant
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Dass das alte Modell nur 8 Euro kostet – oder 13, falls der bisherige nicht vor Mai 2011 abläuft – ist für viele ebenfalls ein Argument. Denn 28,80 Euro für den elektronisch lesbaren sind kein Pappenstiel. „60 Mark, das ist doch der Hammer“, bekam Katrin König vom Lügder Bürgerbüro in den letzten Wochen häufig zu hören. Zudem, so meint sie, hätten gerade Menschen, die mit moderner Technik nicht viel am Hut haben, eine diffuse Furcht vor dem Missbrauch ihrer per Chip in den neuen Ausweis integrierten Daten.

Einige jüngere Leute indes verließen das Bürgerbüro auch schon unverrichteter Dinge wieder, nachdem sie über die Möglichkeiten des neuen Ausweises aufgeklärt und mit einer Broschüre versorgt worden waren. „Sie wollten es sich überlegen“, sagt Katrin König. „Bisher ist keiner von ihnen wiedergekommen.“

Kurt Zünkler aber wusste gestern, was er wollte. Und er hatte Glück: Als er um kurz vor 14.30 Uhr das Bürgerbüro im Rathaus betrat, war er der einzige Kunde. Und auch im Laufe des Nachmittags kamen nicht übermäßig viele Antragsteller nach. „Das erstaunt uns“, sagte Kerstin Kloß, die unter anderem auch die „Perso“-Anträge auf den Weg bringt. Denn in den Tagen zuvor hatten die Lügder manches Mal Schlange bis in den Flur gestanden.

„Allein am Montag hatten wir um die 60 Anträge“, überschlägt Ordnungsamtschef Karl-Heinz Köhne. Das seien sechsmal soviel gewesen wie an normalen Tagen. Hinzu kam: Eine ganze Reihe von Antragstellern kam auf den letzten Drücker. Denn auch aufgrund technischer Probleme nach dem Einbruch ins Pyrmonter E-Center in der Nacht zuvor hatten manche von ihnen im dortigen Fotostudio schon zuvor bis zu 50 Minuten auf ihre Ausweisbilder warten müssen.

Insgesamt lag die Zahl der seit 11. Oktober eingegangenen Anträge übrigens viermal so hoch wie im üblich. „Mit diesem Run hat keiner gerechnet“, sagt Katrin König.

Und für heute schwante den Ausweis-Expertinnen im Bürgeramt gestern schon Schlimmes: „Das ist die Ruhe vor dem Sturm“, waren sie sich mit Blick auf den letzten Annahmetag einig. „Wir erwarten einen ganz großen Andrang“, sagt Kerstin Kloß.

Das Personal für heute von 7.30 bis 12 Uhr aufzustocken brächte allerdings nichts. Denn im Lügder Rathaus sind nur zwei Arbeitsplätze mit allen Geräten ausgestattet, die es zur Bearbeitung der Ausweiseanträge braucht.

Gespannt sind Kerstin Kloß und Katrin König jetzt auch, ob heute die Übermittlung der Daten an die Bundesdruckerei funktioniert. Denn es wäre gut möglich, dass irgendwann nichts mehr geht, weil Tausende von Rathäusern den Berliner Server ansteuern. Doch den Bürgerbüro-Mitarbeiterinnen fällt auch für dieses Problem eine Lösung ein: „Dann müssen wir die Daten eben zur Not am Samstag oder Sonntag schicken.“



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