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50 Jahre nach dem Bau des Gotteshaus feiern viele mit / Örtliche Laienspielschar beschenkt die Kinderkirche

Die Hagener und ihre Kirche: eine besondere Geschichte

Bad Pyrmont (ar). Eine bewegte Geschichte in seiner Kirchenvergangenheit kann der Bad Pyrmonter Ortsteil Hagen vorweisen, wie Heimathistoriker Manfred Willeke jetzt zum 50-jährigen Bestehen der dortigen Kapelle „Zum guten Hirten“ ausführte. Und die Hagener Gemeinde feierte diesen Anlass mit einem Festgottesdienst und einem Gemeindefest mit vielen Bürgern und Vereine.

veröffentlicht am 25.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 16:41 Uhr

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Um die Kapelle herum hatten sich Bier und Bratwurst angesiedelt, die Hagener Frauen trugen eine Fülle von Kuchen und Torten heran, und für launige Musik sorgte der Musikzug. Die Zunftgesellen zeigten ihren „Zimmermannsklatsch“ und der Shantychor „Volldampf voraus!“ sang tapfer gegen die empfindliche Kühle an. Draußen und in der Kapelle wechselte sich das Programm ab. Dort sang der Kinderchor der Gemeinde und führte die Geschichte vom barmherzigen Samariter auf, von der Empore hörte man den Frauensingkreis zum Festakt, den Pastor Justus Conring zelebrierte. Dabei übergaben Marlene Grosser und Dieter Feist von der Laienspielschar einen großen symbolischen Spendenscheck an Brigitte Nagel für die Kinderkirche, während der Pastor den kleinen echten Scheck an sich nahm.

In seiner Festrede schlug Manfred Willeke einen 3000 Jahre weiten Bogen vom Beginn einer Kirchengeschichte mit Salomos Tempel bis hin zur Kapelle auf dem Hagen. Bis ins 9. Jahrhundert, so Willeke, reichen die Wurzeln zurück, als im Hagener Vorgängerort Hiddenhausen einige hundert Meter vom jetzigen Standort entfernt eine Kirche entstand. Sie blieb auch erhalten, als das Dorf Hiddenhausen nach 1350, vermutlich infolge der Pest und einsetzender Landflucht, ausgestorben war und befand sich genau auf der Grenze zwischen den benachbarten Herrschaften Lippe und Pyrmont. „Die Grenze verlief mitten durch die Kirche und genau über den Hochaltar, so dass der Pastor mit einem Bein in Lippe, mit dem anderen in Pyrmont stand,“ erläuterte Willeke.

Nachdem 1517 der Hiddenhausener Nachfolgeort Hagen errichtet worden war, riss man einige Jahre später die alte Kirche ab, um neues Land zu gewinnen, und die Hagener gehörten fortan zur Oesdorfer Kirche. Über Jahrhunderte hinweg mussten sie die Gottesdienste dort besuchen, wurden dort getauft, getraut und in Oesdorf beigesetzt. Der Wunsch nach einer eigenen Kapelle wurde den Hagenern jedoch immer wieder vom Oesdorfer Kirchenvorstand abgelehnt, doch zumindest genehmigte man ab 1946 alle zwei Wochen einen Gottesdienst in der Schule.

Als dann 1954 in Holzhausen eine eigene Kirche erbaut worden war, setzte sich der Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus immer mehr durch, bis der Kirchenvorstand ihn schließlich 1959 genehmigte. So wurde am Erntedanktag 1960 der Grundstein gelegt werden und am 1. Juli 1961 feierte man Richtfest. Doch drei Tage später brachte eine heftige Sturmböe die noch unfertige Dachkonstruktion zum Einsturz. Auch diesen Rückschlag meisterten die Hagener, und so konnte nach Abschluss aller Bauarbeiten und dem Einbringen von drei Glocken in den Turm am 2. September 1962 Einweihung gefeiert werden.

Zur Feier des

Tages führen die Zunftgesellen vor der Hagener Kirche ihren „Zimmermannsklatsch“ vor. Foto: ar



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