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Deutsch als Unterrichtssprache

Lügde. Die Belegung der beiden von der Volkshochschule (VHS) Lippe-Ost angebotenen Lügder Kompakt-Deutschkurse für Flüchtlinge mit jeweils 320 45-minütigen Unterrichtseinheiten hat sich seit dem Start noch einmal verändert: Laut VHS wurde die Belegung der von Ella Zertik und Helmut Pollmann geleiteten Lehrgänge recht bald nach Beginn so verändert, dass Eltern schulpflichtiger Kinder vormittags Deutsch lernen können, während Kinderlose am Nachmittagskurs teilnehmen können. Zudem werden laut Andrea Lemm auch die aus Elbrinxen kommenden Teilnehmer berücksichtigt, damit sie nach abendlichem Kurende nicht den letzten Bus in den Ortsteil verpassen. Die Kursteilnehmer stammen laut Lemm, die mittlerweile fast zehn solcher Kurse im Verbandsgebiet der VHS Lippe-Ost organisiert hat, aus Ländern, die eine hohe Bleibeberechtigung erwarten lassen. Dazu zählen aktuell Syrien, Irak, Iran und Eritrea. Obwohl die Lage in Afghanistan etwa vom Auswärtigen Amt erst unlängst als unsicher eingeschätzt wurde, dürfen Menschen aus diesem Land nicht an den von der Bundesagentur für Arbeit finanzierten Kompaktkursen teilnehmen. Eine besondere Herausforderung für die Lehrkräfte, aber auch für die Lernenden ist laut Andrea Lemm die Kurs-Zusammensetzung: Wenn Analphabeten die Schulbank mit Menschen drücken, die mehr als ihre Muttersprache beherrschen und höhere Bildungsabschlüsse haben, fällt es schwer alle zusammen zu unterrichten. „Die einen wollen Deklinationen und Konjugationen lernen“, während andere erst ans das Lesen und Schreiben herangeführt werden müssten. Und wie soll eine Lehrkraft Deutsch als Unterrichtsprache installieren, wenn die Kursteilnehmer noch gar kein Deutsch können? „Das geht“, sagt Lemm. „Die Unterrichtssprache orientiert sich am Wortschatz der aktuellen Lektion.“

veröffentlicht am 17.12.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:50 Uhr

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Der Verständlichkeit halber gelte für den Kursleiter die Devise: „Bloß keine Nebensätze!“ Unerlässlich seien stattdessen Mimik und Gestik. So könne die Lehrkraft ihre Schülerinnen und Schüler auf sich prägen. Und was ist das Wichtigste? „Das Einüben“, sagt die VHS-Sprachexpertin. jl



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