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Bürgermeister appelliert an den Zusammenhalt der Lügder / CDU fordert mehr Transparenz von Lippes Landrat

„Der Täter ist nicht Lügde, ist nicht Elbrinxen“

LÜGDE. Die Zahl der Lügder, die von den immer neuen Nachrichten zum Missbrauchsskandal langsam genug haben, scheint größer zu werden. Aber nicht, weil ihnen die mutmaßlich von zwei Campern in Elbrinxen begangenen Verbrechen egal wären.

veröffentlicht am 12.03.2019 um 22:16 Uhr

„Wir dürfen uns nicht davon auseinanderdividieren lassen“, sagt Lügdes Bürgermeister Heinz Reker. Foto: jl

Autor:

Rudi Rudolph Juliane Lehmann
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Sondern, weil sie – auch durch die enorme mediale Aufmerksamkeit für den Fall – immer wieder zurückgeworfen werden – sowohl auf die quälenden Gedanken an das Leid der betroffenen Kinder, aber auch daran, dass es sich wohl hätte verhindern lassen.

„Die Fassungslosigkeit bleibt“, sagt Lügdes Bürgermeister Heinz Reker (parteilos). „Und ich stelle zunehmend fest, dass sich ein Schatten über Lügde legt.“ Wie andere frage er sich immer wirder: „Habe ich an irgendeiner Stelle etwas übersehen?“

Sein Tagesablauf sei seit Ende Januar von -zig E-Mails, Briefen und Anrufen geprägt, die zum Teil von erheblicher Bösartigkeit seien. „Aber der Täter ist nicht Lügde, ist nicht Elbrinxen“, mahnte er zu Beginn des Haupt- und Finanzausschusses am Montagabend mit Blick auf manche, die so täten, „als wären wir alle Kinderschänder“, wie er nach der Sitzung ergänzte. Zuvor appellierte er an Lügdes Bürger: „Wir dürfen uns nicht davon auseinanderdividieren lassen. Wir dürfen uns die Zukunft nicht kaputtreden lassen.“

Jetzt müsse man eine saubere Aufklärung abwarten. Zur Versachlichung der Situation hätten dabei etwa die örtliche Presse, die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender oder ein Bericht im Magazin „Stern“ beigetragen. Was sich jedoch in den Privatsendern und den sozialen Medien abspiele, sei oft grotesk.

Viele er an ihn gestellten Fragen zu den Verbrechen könne er auch nicht beantworten. Er wisse nicht mehr über den Fall als jeder andere.

„Und natürlich gehört zur Aufklärung auch die Überprüfung der Strukturen“, so Reker. „Aber hier muss die Aufklärung im Vordergrund stehen. Die politische Farbenlehre muss außen vor bleiben.“

Aktuell ist eher das Gegenteil der Fall. Die vernichtende Kritik („Polizeiversagen“) von NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) bringt die Gewerkschaft der Polizei auf die Barrikaden. Und Lippes CDU nimmt Landrat Dr. Axel Lehmann (SPD) ins Visier. Die Kreistagsfraktion forderte am Dienstag von ihm transparente Informationen im nächsten Kreisausschuss, auch zu einer Durchsuchung im Kommunalen Rechenzentrum (KRZ) Mitte Januar.

Die Christdemokraten wollten nicht durch die Medien informiert werden, sondern sich direkt im persönlichen Gespräch ihre Meinung bilden, erklärte CDU-Fraktionschef Andreas Kasper. Zudem spielte er auf einen Urlaub im Februar an, für den der Landrat in die Kritik geraten war.

Für die angefeindeten Kreis-Mitarbeiter forderte Kasper erkennbare Unterstützung durch den Landrat.

Auch für die Lügder, insbesondere im Ortsteil Elbrinxen, sei die Situation alles andere als leicht, so Kasper überzeugt. Ausdrücklich wolle die CDU Mut machen, V die Jubiläumsfeiern in Elbrinxen und Rischenau im Kreis der Dorfgemeinschaften durchzuführen, um sie zu stärken.

Unterdessen berichtete Lippes Landrat am Dienstag via Pressemitteilung vom Start der „im absoluten Einvernehmen“ mit LKA-Sonderermittler Ingo Wünsch angelaufenen Organisationsuntersuchung der Kreispolizeibehörde. Lehmann begrüßte die Untersuchung ausdrücklich und betonte, auch Wünsch bestätige allen Beteiligten aus den Erfahrungen der bisherigen Ermittlungen eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit.



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