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Dachorganisation zwölf heimischer Chöre stellt wegen Personalproblems vorläufig ihre Arbeit ein

Der Sängergruppe Köterberg „fehlt ein Kopf“

Elbrinxen (heb). War es Gleichgültigkeit, Desinteresse oder Angst vor der Übernahme eines weiteren Ehrenamtes? Weil sich niemand für die Spitze fand, hat die Sängergruppe Köterberg ihre Arbeit bis auf Weiteres eingestellt und steht damit quasi vor ihrer Auflösung. So richtig überrascht hat dies offensichtlich niemanden, denn Trauer sieht anders aus.

veröffentlicht am 08.03.2010 um 21:11 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 15:21 Uhr

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Aus der Einladung hatten es die Delegierten schwarz auf weiß ablesen können und die Spitzen der noch zwölf Mitgliedschöre waren bereits vor einem Jahr von ihrem Vorsitzenden Georg Wilsmann davon in Kenntnis gesetzt worden: Die Sängergruppe Köterberg muss einen neuen Vorsitzenden wählen. Drei Jahre lang hatte Wilsmann, Vorsitzender des Männergesangvereines „Germania“ Holzhausen, auch die Führung der Dachorganisation übernommen, allerdings nie einen Hehl daraus gemacht, langfristig nicht beide Funktionen ausüben zu wollen.

„Uns fehlt ein Kopf“, stellte nun sein Stellvertreter Karl-Heinz Everings nach ergebnisloser Suche des Wahlleiters Norbert Schultze (Vorsitzender des MGV Elbrinxen) treffend fest. Frühzeitig hatte Everings, langjähriger Vorsitzender des MGV „Froher Liederkranz“ Lügde, aus beruflichen Gründen auch sein Amt als Stellvertreter zur Disposition gestellt. So war eine mögliche Wahl des prädestinierten Kandidaten als Nachfolger schon im Vorfeld abgeblockt. Da alle versammelten Delegierten in ihren Chören ebenfalls mit Aufgaben gebunden sind, nahm das Schicksal der Sängergruppe Köterberg seinen Lauf, ohne dass jemand versuchte, einen Rettungsanker zu werfen: Mit großer Mehrheit stimmte die Versammlung zunächst für ein Ruhen der Tätigkeit der Sängergruppe. Über den Zeitraum soll nun der Lippische Chorverband (ehemals Lippischer Sängerbund) auf seiner Mitgliederversammlung am kommenden Samstag in Schlangen entscheiden. Für eine Auflösung des Dachverbandes, die eigentlich konsequent gewesen wäre, votierten nur drei Mitglieder. „In einem Jahr sitzen wir wieder vor dem Nichts, darum jetzt einen Schlussstrich ziehen!“, forderte einer von ihnen. Beruhigen konnte einige indes die Tatsache, dass das noch vorhandenen Geld nicht verloren ist, sondern bei einer Auflösung auf die Vereine verteilt wird.

Die überwiegend repräsentativen Aufgaben an der Spitze der Sängergruppe halten eigentlich in Grenzen: Zwei bis drei Vorstandssitzungen, die jährliche Teilnahme am Lippischen Sängertag und der Besuch von Konzerten der Mitgliedschöre – das ist das Aufgabengebiet des Vorsitzenden oder seiner Vorstandsmitglieder. „Eigentlich sind wir eine Solidargemeinschaft, die das Singen und den Zusammenhalt in den Gesangvereinen fördern soll. Mit den Veranstaltungen wie ,Lügde singt’ oder der Sternwanderung haben wir zwei größere Auftritte, die die Gemeinsamkeit und die Stärke unserer Chöre zum Ausdruck bringen sollen“, sagt Georg Wilsmann den der Verlauf der Versammlung allerdings kaum überraschte.

Bei allem Negativen ist doch ein wenig Licht am Ende des Tunnels zu erkennen: Schriftführer Hans-Eduard Ricking zeigte sich bereit, die Korrespondenz mit den Vereinen weiterführen zu wollen. Und auch Kassiererin Ursula Diekmeier („Einer muss ja auf das Geld aufpassen“) bleibt zunächst dabei.

Fehlt also noch ein Repräsentant, sprich Vorsitzende(r). Spätestens bis zum Sängergruppenfest am 6. Juni anlässlich des Jubiläums des Männergesangvereines „Eintracht“ Elbrinxen und der Sternwanderung am 1. August beim Frauenchor Sabbenhausen sollte dieses Problem gelöst sein.

Einstweilen ratlos: die Spitze der Sängergruppe mit ihrem scheidenden Vorsitzenden Georg Wilsmann (Mi.), sein Stellvertreter Karl-Heinz Everings und Kassiererin Ursula Diekmeier.

Foto: heb

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