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So sieht Ünsal Soydan vom Ordnungsamt seinen neuen Job

Der Mann, der im Park die Regeln durchsetzt

Lügde. „Keiner möchte schlecht behandelt werden“, sagt Ünsal Soydan. Deshalb wählt der 34-Jährige seine Worte sehr bewusst, wenn er durch den Emmerauenpark patrouilliert und in der Anlage nach dem Rechten sieht.

veröffentlicht am 20.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 18.01.2017 um 11:28 Uhr

Ünsal Soydan während einer seiner abendlichen Touren durch den Emmerauenpark. Seit drei Wochen arbeitet der 34-Jährige jetzt für
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Vor allem das ist seit drei Wochen sein Job. Und Soydan verfährt, so sagt er, stets nach der Devise „erstmal nett sein“. Denn er weiß, dass sein Verhalten Maßstäbe setzt für den Fortgang der kurzen Gespräche, während der er vor allem späte Strandgäste zum Verlassen der Anlage auffordern muss. Schließlich ist es seine Aufgabe, die neue Parkordnung an der Emmer durchzusetzen. Eine ganz entscheidende Regel daraus übersetzt er mit: „Um 22 Uhr ist Schicht.“ Da kann er für die Jugendlichen, die er bisher bei jedem seiner abendlichen Kontrollgänge wegschicken musste, noch so viel Verständnis haben, aber: „Die Spielregeln sind nun mal so.“

Natürlich sind jene, die er abends anspricht, nicht immer begeistert davon, wenn er aufkreuzt. Aber der gut 1,90 Meter große, Kampfsport-erprobte Elbrinxer dürfte sich ein gutes Stück weit auch auf seine natürliche Autorität verlassen können, wenn er seine Arbeit macht.

Gleichwohl braucht er auch ein gutes psychologisches Gespür für sein jeweiliges Gegenüber. „Wenn ich sehe, wie jemand eine Bonbontüte wegwirft, dann sage ich vielleicht: ,Finden Sie nicht auch, dass es hier sehr schön ist? Und Sie möchten doch sicher, dass es immer noch schön ist, wenn Sie das nächste Mal wiederkommen….“ Meist hätten die Angesprochenen da schon ein Einsehen, „wenn man es ihnen vernünftig erklärt“.

Die Frage, ob der glaubt, dass seine Hinweise auch über den Moment hinaus wirken, beantwortet Ünsal Soydan zunächst allerdings nur mit einem feinen Lächeln – um dann hinterherzuschieben: „Wie heißt es doch: Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

Der Satz über die Schönheit des Parks ist ihm übrigens spontan eingefallen, als er übers bei einem seiner ersten Einsätze übers Gelände ging. Und er versichert: „Wenn ich Zeit hätte, würde ich mich auch privat hier aufhalten.“ So aber zieht er vor allem abends seine Park-Runden in offizieller Mission. Die weist die weiße „Ordnungs- amt“-Aufschrift auf dem Rücken seiner dunkelblauen Windjacke aus.

Was seine sportliche Seite betrifft, so ist Ünsal Soydan ganz Understatement. „Bis vor einem halben Jahr habe ich Kinder im Kickboxen trainiert“, erzählt er – und ergänzt erst auf Nachfragen, dass er 1993 Deutscher Meister im Teakwon-Do war.

Viel Zeit für den Sport bleibt dem 34-Jährigen, der nach der Kfz-Mechaniker-Lehre jahrelang Security-Erfahrung sammelte, derzeit allerdings nicht, denn er hat noch einen anderen Job. Aber wenn er es schafft, dann kickt er bei den Alten Herren in Elbrinxen, wo er seit fünf Jahren mit seiner Freundin lebt.

Auch in der Lügder Innenstadt hat inzwischen mancher den neuen Ordnungsamts-Mitarbeiter kennengelernt. Vor allem Falschparker fanden seine Spuren hinter den Scheibenwischern ihrer Autos vor. Bisher hat sich die Stadt allerdings noch auf Kärtchen mit Hinweisen beschränkt. Doch bald schon sollen die Ordnungswidrigkeiten auch geahndet werden – allerdings vorwiegend dann, wenn die Parksünder etwa Fußgänger behindern. Denn, so sagt Soydan: „Ich mache meine Arbeit ja nicht, um Leute zu ärgern.“

Voll des Lobes ist sein neuer Chef Karl-Heinz Köhne. „Das ist ein echtes Goldstück“, sagt der Ordnungsamtsleiter über Ünsal Soydan.



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