weather-image
22°

In 30 Jahren über 2700 Einwohner weniger als heute / Wie die Stadt gegenzusteuern versucht

Demografie-Prognose lässt Lügde alt aussehen

Lügde (rom/jl). Die Stadt Lügde zählt mit zu den ältesten Gemeinden des Landes Nordrhein-Westfalen. Unter den 396 Kommunen findet sich die Emmerstadt mit Platz 286 im hinteren Drittel wieder. Zum Stichtag 31. Dezember 2008 betrug das Durchschnittsalter in Lügde 44 Jahre. Die älteste Gemeinde des Landes ist Bad Sassendorf im Kreis Soest. Dort beträgt das Durchschnittsalter aller Einwohner 48,2 Jahre. Die jüngste Gemeinde in Nordrhein-Westfalen ist das lippische Augustdorf. 37,7 Jahre sind die Menschen dort im Schnitt alt. Landesweit liegt er bei 43,3 Jahren.

veröffentlicht am 06.01.2010 um 19:30 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 17:41 Uhr

Heinz Reker
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Wie das statistische Landesamt Nordrhein-Westfalens weiter ermittelt hat, ist das Durchschnittsalter der Lügder seit 1980 statistisch um sieben Jahre gestiegen. Allerdings sank im selben Zeitraum auch die Zahl der Einwohner um knapp 3,5 Prozent von 11 023 auf aktuell 10 651. Dabei bleiben meist ältere Menschen in der Stadt wohnen. Viele Jüngere zieht es hingegen wegen besserer Jobaussichten in andere Gemeinden – und perfekt ist der demografische Wandel. Das zeigen auch die aktuellen Zahlen der Statistiker.

Demnach sank in der Emmerstadt von 1980 bis Ende 2008 nur die Zahl der unter 19-Jährigen. Und zwar von damals 29,5 Prozent der Einwohner auf aktuell 20,5 Prozent. Alle anderen Altersgruppen hingegen wuchsen im Verhältnis an. Der Anteil der Menschen mit 60 Jahren oder älter stieg im selben Zeitraum um mehr als acht Prozent von 18 auf derzeit 26,2 Prozent deutlich an. Bei den Menschen zwischen 19 und 60 Jahren beträgt der Anstieg 0,8 Prozent auf aktuell 53,3 Prozent der Gesamtbevölkerung.

All die Zahlen erklären dann auch den Abstieg der Emmer-stadt in der Altersliste der Statistiker. Denn 1980 hatte Lügde noch Platz 183 belegt. Binnen 28 Jahren rutschte die Stadt also um 103 Plätze ab.

So düster der Rückblick, so schockierend ist auch der Ausblick: Denn die Landesstatistiker haben auch die Entwicklung der Bevölkerung bis ins Jahr 2030 vorausberechnet. Das Ergebnis: In 20 Jahren wird die Einwohnerzahl Lügdes gegenüber 2008 um 26,6 Prozent sinken. Das ist das größte Minus im Kreis Lippe. Auf 7940 schätzen die Statistiker die Einwohnerzahl Lügdes im Jahr 2030. Das sind 2711 Lügder weniger als heute. Allein die Zahl der Zehn- bis 16-Jährigen wird in 20 Jahren um 59,8 Prozent von 920 auf dann 370 sinken. Nur die Zahl der Alten legt zu. Der Anteil der 60- bis 80-Jährigen dürfte um 23,5 Prozent auf dann 2790 steigen. Noch deutlicher: der Anstieg der 80-Jährigen und Älteren. Um 83,3 Prozent wird sich deren Anzahl erhöhen: von heute 540 auf dann 990.

Die Zahlen treiben auch Lügdes Bürgermeister Heinz Reker um: „Wir müssen die Prognose ernstnehmen und versuchen, der Entwicklung entgegenzuwirken“, sagt der parteilose Verwaltungschef. Da die Entscheidung junger Leute, in der Stadt zu bleiben oder gar dahin zu ziehen, in erster Linie an den Arbeitsplätzen hänge, müsse die Stadt alles ihr Mögliche tun, um die Jobs zu erhalten und niederlassungswilligen Unternehmen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. „Außerdem müssen wir interessante Wohnorteigenschaften sicherstellen“, so Reker. Dazu zähle, mit Blick auf Familien, das Vorhalten von Kindergärten und Schulen. „Das sind die paar Faktoren, die wir beeinflussen können.“

Reker macht sich zwar keine Illusionen darüber, die Entwicklung umkehren zu können. „Aber wir müssen versuchen dafür zu sorgen, dass der Bevölkerungsrückgang geringer ausfällt als prognostiziert“, so der Bürgermeister. „Damit abfinden wollen wir uns jedenfalls nicht.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?