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Halb so viele Freibad-Besucher wie im vergangenen Jahr / Aber: Spanferkelessen ausverkauft

Dauerapril 2011 lockt nur die Unverdrossenen

Lügde / Elbrinxen (jl). Baden gehen in Lügde ist in dieser Saison eine besonders persönliche Angelegenheit. Mit „Hallo, Frau Blum“, „Guten Tag, Herr Hermann“, „Tschüss, Frau Kleine“, „Bis morgen, Frau Bicker“, begrüßt und verabschiedet Schwimmmeister Reinhold Krüger seine Gäste. Übers Wetter gibt es indes nicht viel zu sagen. „Echt schlimm“, sagt eine Besucherin und pellt sich am Beckenrand aus ihrem Kleid. Denn im grün tapezierten Dauerapril 2011 hat an manchen Tagen nur ein gutes Dutzend Unverdrossener das Lügder Freibad für sich. Und wenn nicht noch ein Wetter-Wunder geschieht, dann endet die Saison schon in 23 Tagen, am 4. September. „Wenn es nochmal richtig schön wird, könnte man etwas Zeit hintendran hängen“, sagt Katrin Buhr im Rathaus – und setzt hinzu. „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

veröffentlicht am 12.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 01:41 Uhr

Zu tun hat Lügdes Schwimmmeister Reinhold Krüger im Freibad zwar auch so. Aber mehr Gäste wären ihm lieber.
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Nicht einmal 7000 Besucher hat Reinhold Krüger seit 8. Mai in seine Liste eintragen können. Das sind weniger als halb so viele wie im vergangenen Jahr, obwohl da schon der verregnete August die Statistik versaute. Weder er noch sein Elbrinxer Schwimmmeister-Kollege Marc Zachert mit bisher unter 5000 Besuchern oder Lügdes Freibad-Aktionskreis-Vorsitzender Bernd Krüger können sich an einen so miesen Sommer erinnern wie 2011. „Normalerweise wirft unsere ehrenamtliche Arbeit pro Saison bis zu 10 000 Euro ab“, schätzt ALF-Chef Krüger. „Aber jetzt werden wir nicht einmal die Hälfte schaffen.“ Als reichte das nicht schon, sitzen die ALF-Aktivisten nun auch auf einem ordentlichen Bestand an Süßigkeiten und Getränken. „Dieser Vorrat ist normalerweise nach zwei Wochen weg“, sagt Krüger – und kann jetzt nur noch auf kulante Lieferanten hoffen. Obgleich er einen Griff in die Rücklagen nicht ausschließen kann, betont der ALF-Chef: „Unser Verein steht auf gesunden Beinen.“ Mehrere solcher schlechten Jahre möchte er sich aber nicht vorstellen.

Doch zurück an den Beckenrand: Was beim Besuch sowohl des Lügder als auch des Elbrinxer Freibads auffällt: Die Anlagen sind super in Schuss. „Es gibt immer was zu tun“, erklärt Schwimmmeister Reinhold Krüger mit Blick auf das großzügige Lügder Gelände. Wenn die Stammgäste an Schlechtwettertagen ihre Bahnen gezogen haben, sägt er in den Bäumen Äste aus, schneidet die Hecken, fischt das erste Herbstlaub aus dem klaren blauen Wasser oder nimmt kleinere Reparaturen vor. „Das ist völlig okay“, findet er. „Es bringt Abwechslung.“

Immerhin sind ihm ab Montag wieder ein halbes Dutzend ganz junge Gäste garantiert. Denn dann beginnt ein neuer Schwimmkurs. Und Krüger tauscht seine graue Arbeitshose gegen die Badehose ein. „Aber bei 13 Grad Außentemperatur ist das morgens ziemlich frisch“, findet er. Doch im Wasser kann eigentlich niemand frieren. Denn das ist 24 Grad warm.

Aber auch an richtig guten Tagen wie dem 28. Juni, als er 638 Badegäste zählen konnte, kommt Krüger nicht zum Schwimmen. „Wenn ich von morgens um 9 bis abends um 19 Uhr hier bin, dann möchte ich irgendwann auch Feierabend machen“, gesteht der 40-Jährige. Denn: Will er bei Hochbetrieb alle Becken und den Sprungturm im Auge haben, dann ist er permanent in Bewegung. Dafür schließt er das Freibad bei schlechtem Wetter schon um 16 Uhr. Das ist mit der Stadtverwaltung so abgesprochen, um seine Überstunden in Grenzen zu halten.

Und warum halten sich die Besucherzahlen auch dann in Grenzen, wenn die Sonne sich mal tageweise blicken lässt? „Bis die Leute merken, dass es schön ist, brauchen sie drei Tage“, ist Krügers Erfahrung. „Und dann arbeiten viele erstmal im Garten.“

Marc Zachert indes muss seine Nachmittage im Elbrinxer Freibad selten allein verbringen. „Nachmittags sind selbst bei Regen immer mindestens 10, 15 Kinder hier“, sagt er. „Ein Großteil von ihnen verbringt die Ferien auf dem Campingplatz. Ansonsten hat auch Zachert stets genug zu tun. Aber wie Krüger findet er: „Es wäre schöner, wenn‘s voll wäre.“

So bescheiden die bisherige Saison gelaufen ist, so gefragt ist doch auch 2011 das Lügder Spanferkel-Essen. „Wir sind ausverkauft“, meldet ALF-Chef Bernd Krüger und bedauert, den letzten Anmeldern absagen zu müssen. „Aber so groß ist kein Schwein.“

Der Dauerapril 2011 beschert Lügdes Freibad an grauen Tagen nur ein gutes Dutzend Gäste. Der bisher beste Tag der Saison war der 28. Juni mit 638 Besuchern. Und am schlechtesten Tag, dem 16. Mai, kamen nur drei unverdrossene Schwimmer. Fotos: jl



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