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Zehn Monate in Kapstadt zur Schule

Das „Reise-Gen“ führt Pia Luisa nach Südafrika

Lügde (jhe). Südafrika, ein Land mit viel Kriminalität, einem großen Aids-Problem und krasser Armut – dieses Bild hatten Sabine und Michael Reker, als ihre Tochter Pia Luisa ihnen mitteilte, ein Austausch-Jahr in einem Vorort von Kapstadt machen zu wollen. „Meine Eltern waren erst sehr besorgt“, sagt die 16-jährige Lügderin, die das Pyrmonter Humboldt-Gymnasium besucht. Aber schließlich habe sie ihre Eltern von ihrem Wunsch überzeugen können. Heute Abend steigt sie in Hannover ins Flugzeug – ihr erster Schritt „in eine komplett andere Welt“.

veröffentlicht am 06.07.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 01:21 Uhr

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Die einzige ihres Jahrgangs

Pia Luisa weiß zwar, dass an den Bedenken ihrer Eltern etwas dran ist, aber wenn sie an Südafrika denkt, steht für sie „Ungewissheit und Abenteuer“ im Vordergrund. „Es sieht dort alles ganz anders aus als in Europa und auch die Sitten und Rituale sind anders“, meint die Schülerin, die sich zusammen mit ihren Eltern im Internet und in Büchern über den Staat an der Südspitze Afrikas informiert hat. „Mich fasziniert besonders, dass es dort elf anerkannte Landessprachen gibt“, sagt die 16-Jährige.

Schon seit Jahren habe sie sich gewünscht, mal in einem fremden Land zu leben. „Ich bin froh, dass ich den Traum jetzt verwirklichen kann“, sagt Pia Luisa, die aber traurig ist, ihre Freunde und Familie in Lügde zurückzulassen. Zehn Monate wird sie bei einer vierköpfigen Gastfamilie in Kapstadt leben. Mit deren Tochter Nicole (16) fährt sie dann jeden Morgen in die Highschool. In Deutschland wird die Schülerin dann die elfte Klasse wiederholen, aber das sei es ihr wert. Außerdem meint Pia Luisa: „Es ist bestimmt stressfreier, nicht in dem Doppeljahrgang zu sein“, wenn 12.- und 13.-Klässler gemeinsam Abitur machten.

Was sie in der Schule in Kapstadt erwarten wird, weiß Pia Luisa noch nicht. Nur soviel: sie wird eine Schuluniform tragen. „Ich weiß nicht, ob mir das in Deutschland gefallen würde, aber für Südafrika finde ich das ganz gut.“ Denn die Deutsche möchte sich dort an die Gepflogenheiten des Landes anpassen und nicht unangenehm auffallen.

Auch wenn am Abend vor dem Abschied noch die ein oder andere Träne fließt, bereitet sie sich ganz unbeschwert auf ihre Reise vor: „Ich lasse einfach alles auf mich zukommen.“ Angst vor Krankheiten oder Überfällen habe sie nicht: „Dazu bin ich zu positiv eingestellt und gehe erstmal vom Besten aus.“ Von ihren Freundinnen werde sie für ihren Mut bewundert, als einzige ihres Jahrgangs ein Jahr weit weg von zu Hause zu leben. Für Pia Luisa ist das aber ganz normal. Von ihrem Austausch-Jahr in Südafrika verspricht sie sich „tolle Erfahrungen und ein anderes Weltbild“, denn schließlich sei das Leben interessanter, je mehr man von der Welt sehe. Für sich selbst hat die 16-Jährige schon festgestellt, ein „Reise-Gen“ zu haben.

Bereit für den Abflug: Gestern Abend packte Pia Luisa Reker den Koffer für ihr Austausch-Jahr in Südafrika.

Foto: jhe



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