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Nachsuche am Winterberg bei Eschenbruch

Das Räumkommando kehrt zurück: noch mehr Panzerfäuste

ESCHENBRUCH. Was die Männer vom Kampfmittelräumdienst am Montag am Hang des Winterbergs bei Eschenbruch zutage förderten, war noch nicht alles. Am Dienstagfrüh, einen Tag, nachdem Hobby-Sondengänger Maximilian Munder (25) auf eine Panzerfaust gestoßen war und die Polizei alarmiert hatte, folgte ein zweiter Einsatz.

veröffentlicht am 12.02.2019 um 19:27 Uhr

Bei der Nachsuche am Hang des Winterbergs haben die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Westfalen-Lippe (KBD-WL) am Dienstag noch einmal fünf Panzerfäuste aufgespürt. Foto: jl
Juliane Lehmann

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Juliane Lehmann Reporterin zur Autorenseite
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Diesmal verbrachten Gerd Matthee und Wolfgang Stief fast drei Stunden im Wald. Dann hatten sie auch die restlichen zuvor noch im Boden verborgenen Weltkriegsrelikte ans Licht geholt.

Als die Bombenentschärfer diesmal anrückten, brachten sie sicherheitshalber auch einen Bagger mit. Die Erlaubnis, ihn zu benutzen, hatte ihr Arbeitgeber, die Bezirksregierung Arnsberg, vorher beim Eigentümer des Waldes eingeholt. Ein Vertreter von Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe war dann auch mit vor Ort.

Das schwere Gerät kam aber letztlich doch nicht zum Einsatz. Eine Spezialsonde genügte, um die verrosteten Metallgegenstände zu orten. Und zum Freilegen reichten Spaten und Schaufel.

Auf einer Fläche von etwa 300 Quadratmetern spürten die Fachleute weitere fünf Panzerfäuste auf. Macht also – mit den Funden vom Montag – insgesamt 14 Panzerfäuste.

Jede dieser mutmaßlich gegen Ende de Zweiten Weltkriegs eilig verscharrten Waffen dürfte nach Schätzung der Experten etwa 200 bis 300 Gramm TNT enthalten. Macht also, vorsichtig geschätzt, 2,8 Kilo Sprengstoff, die mehr als 70 Jahre lang gar nicht so tief unter der Oberfläche des Waldbodens schlummerten. Dort, wo sonst allenfalls ein paar Querfeldein-Wanderer oder Pilzsucher unterwegs sind. Oder eben Sondengänger wie Maximilian Munder, der sein Glück über den explosiven Fund kaum fassen konnte. Denn er zählt zu den Jüngsten der Szene. Sein Hobby übt er erst seit eineinhalb Jahren aus. „Sowas hat hier noch niemand gefunden“, sagt er, durchaus ein bisschen stolz über seinen Zufallsfund.

Aber der Mittzwanziger reagierte richtig, als er sah, auf was er da gestoßen war. Statt der Neugierde siegte die Vernunft. Er grub nicht weiter, sondern alarmierte die Polizei, die wiederum den Räumdienst rief. „Man braucht schon ein bisschen Vorwissen“, sagt Munder. „Und man muss sich auch schlaumachen über Gefahrstoffe.“

„Kampfmittel sind grundsätzlich gefährlich“, betont Anna Carla Springob aus der Pressestelle der Bezirksregierung Arnsberg auf Anfrage. „Daher ist eine Hinzuziehung von Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Westfalen-Lippe (KBD-WL) wichtig, um potenziellen Schaden an Leib, Leben und Sachen zu vermeiden.“

Neben den weiteren Panzerfäusten bargen die Experten am Dienstag noch fünf Kilo Munition. Nur das, was der junge Sondengänger gern gefunden hätte, orteten sie nicht: einen Helm oder ein Ehrenzeichen. Solche Militaria interessieren Munder. Auch, um im Krieg umgekommenen Soldaten eine letzte Ehre zu erweisen, wie er sagt. „Auf dem Friedhof in Eschenbruch sind ein paar Soldatengräber. Die waren erst 18, als sie starben.“



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